text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Fischland-Lügen Küsten Krimi von Kastner, Corinna (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 23.07.2020
  • Verlag: Emons Verlag
eBook (ePUB)
9,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Fischland-Lügen

Gekonnte Verbindung aus packender Krimihandlung und romantischer Liebesgeschichte. Auf dem Fischland brodelt es. Der skrupellose Immobilienhai Falk Clasen plant den Bau eines exklusiven Golfhotels - sehr zum Ärger der Fischländer. Als Clasens Sicherheitschef unter dubiosen Umständen verschwindet, wittern Ex-Polizist Kay Dietrich und seine gute Freundin, Pensionswirtin Kassandra Voß, eine Chance. Es gelingt ihnen, Kay als Mitarbeiter in Clasens Sicherheitsabteilung einzuschleusen. Dort soll er nach belastendem Material suchen. Doch der ohnehin brisante Job erweist sich als tödliche Falle ... Corinna Kastner wurde 1965 in Hameln geboren. Sie arbeitet am Institut für Journalistik und Kommunikationsforschung in Hannover und fühlt sich an der Ostsee am wohlsten. Besonders das Fischland inspiriert sie sowohl schriftstellerisch als auch fotografisch. Seit 2005 veröffentlicht sie schauplatzorientierte Spannungsromane und seit acht Jahren ihre Küsten Krimis, die auf dem Fischland spielen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 400
    Erscheinungsdatum: 23.07.2020
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783960416517
    Verlag: Emons Verlag
    Serie: Küsten Krimi 6
    Größe: 3347 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Fischland-Lügen

1

"Glauben Sie mir, Frau Voß, ich sage das nicht nur so: Ihre Fotos sind phantastisch, sie passen wunderbar in meine Galerie." Nils Brenner unterstrich die Worte mit einer Handbewegung. "Besonders Ihren Blick vom Hohen Ufer auf die blau vereiste Ostsee. Den sehe ich genau dort." Er neigte sich näher zu ihr und deutete auf eine sogar jetzt am späten Nachmittag noch lichtdurchflutete Wand. Dann richtete er sich plötzlich wieder auf, als sei ihm bewusst geworden, dass er ihr zu nahe gekommen war. Auf seinem Gesicht zeigte sich jedoch nur ein einnehmendes Lächeln. "Sie nicht auch?"

"Unbedingt." Kassandra war um keinen Millimeter zurückgewichen. Wenn sein aufdringlicher Charme alles blieb, was er sich leistete, damit würde sie fertigwerden. Vor einigen Wochen hatte er sich mit ihr in Verbindung gesetzt und gefragt, ob sie an einer Ausstellung bei ihm interessiert sei, und um eine Auswahl ihrer Fotos per Mail gebeten. Sie hatte viel Mühe und viele Stunden darauf verwendet, einige der schönsten herauszufischen. Brenner gehörte nicht nur diese Galerie in Wieck auf dem Darß, wo er speziell einheimische Künstler ausstellte, er besaß eine weitere in Hamburg und eine in Berlin. Letzteres war ein Ziel, von dem Kassandra sich noch weit entfernt sah, aber es konnte nicht schaden, schon mal einen Fuß in der Tür zu haben. Heute hatte Brenner sie zu sich gebeten, um weitere Einzelheiten zu besprechen, und sie war gespannt gewesen, ihn persönlich zu treffen. Sie wusste schon einiges über ihn, unter anderem, dass ihm ein gewisser Ruf vorauseilte, aber sie hätte nicht erwartet, dass sie noch in das Beuteschema des Endvierzigers mit der hellbraunen Künstlermähne fiel. Eher schon die unglückliche Frau, die sie vorhin in Wustrow angesprochen hatte und die höchstens fünfundzwanzig gewesen war. Auf der Fahrt hierher war sie Kassandra nicht aus dem Kopf gegangen, es tat ihr noch immer leid, dass sie ihr nicht hatte helfen können. Außerdem war da noch etwas gewesen, etwas, das sie irritiert hatte, auch wenn sie nicht genau sagen konnte, was.

"Oder würde es Ihnen dort", Brenner zeigte auf die gegenüberliegende Wand und brachte sie damit in die Gegenwart zurück, "besser gefallen?"

"Nein, Ihr erster Vorschlag war perfekt. Es wäre ganz großartig, wenn ..." Ein dezentes Glöckchen über der Tür veranlasste sie, zum Eingang zu sehen. Ihr Herz machte einen Satz, während sie automatisch weitersprach. "... wenn wir mit meinen Fotos zusammenkämen."

"Da hege ich überhaupt keinen Zweifel, Frau Voß", sagte Brenner. Was er sonst noch sagte, ging im Strudel ihrer Gefühle unter.

Kays Blick hatte ihren nur kurz getroffen, bevor er sich abwandte, um ein großes, aus rostigen Metallstücken gefertigtes Zeesboot zu betrachten. Er sah aus wie immer und doch fremd nach der Zeit, in der sie einander nicht gesehen hatten. Ihre letzte Begegnung hatte unter den denkbar schlechtesten Umständen stattgefunden. Beinah schien es, als spüre Kassandra wieder die Träne, die sich damals ihre Wange hinuntergemogelt hatte - und die Berührung seines Daumens, mit dem er sie sanft weggewischt hatte. All dem war ein Streit um die Entführung von Greta Röwer vorausgegangen, bei der sie und ihr Freund Paul gemeinsam mit Kay ermittelt hatten. Pauls eigenmächtiges Handeln und die Konsequenzen daraus waren für Kay untragbar gewesen, sodass er jeglichen Kontakt zum Fischland abgebrochen hatte. Ein Dreivierteljahr lang hatte Kassandra sich bemüht, den Verlust ihrer Freundschaft, die ihr so viel bedeutete, zuerst zu akzeptieren, dann zu verdrängen und schließlich wieder zu akzeptieren. Sie hatte sogar geglaubt, dass ihr das einigermaßen gelungen war, doch der Aufruhr in ihrem Inneren belehrte sie gerade eines Besseren.

Nur mit viel Willenskraft gelang es ihr, zu Brenner zurückzuschauen, aber sie hörte ihm nach wie vor nicht zu.

"Das sehen Sie doch sicher ebenso?", drang wie aus weiter Ferne seine Stimme zu ihr durc

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen