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Flashback - Was hast du damals getan? Thriller von Bartz, Andrea (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.07.2020
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
9,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
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Flashback - Was hast du damals getan?

Traue niemandem. Am wenigsten dir selbst.
2009: Über den Dächern von Brooklyn feiert eine Gruppe junger New Yorker wie im Rausch. Für Lindsay endet die Party wie so oft mit einem Blackout. Am nächsten Morgen erinnert sie sich an nichts. Doch etwas Schreckliches ist passiert: Während alle feierten, hat sich ihre beste Freundin Edie wenige Stockwerke tiefer erschossen.

2019: Lindsay hat mit den Ereignissen von vor zehn Jahren eigentlich abgeschlossen. Doch dann begegnet sie einer Freundin von damals, und alte Wunden reißen wieder auf. War Edies Tod wirklich Selbstmord? Wer könnte ihr etwas angetan haben? Stück für Stück setzt Lindsay das Bild jener verlorenen Nacht zusammen. Nur ihre eigene Erinnerung lässt sie dabei immer wieder im Stich, und sie beschleicht ein grauenhafter Verdacht.

Ein Mord in der Hipster-Szene von Brooklyn - dieser Pageturner geht unter die Haut!


Andrea Bartz arbeitet als Journalistin und lebt in Brooklyn. Sie ist Co-Autorin des erfolgreichen Blogs Stuff Hipsters Hate und schreibt für das Wall Street Journal, Marie Claire, Vogue, Cosmopolitan und viele andere namhafte Magazine. Seit ihrer Kindheit liest sie am liebsten Thriller.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 464
    Erscheinungsdatum: 01.07.2020
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641239206
    Verlag: Heyne
    Serie: Heyne Bücher 36038
    Originaltitel: The Lost Night
    Größe: 1615 kBytes
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Flashback - Was hast du damals getan?

Kapitel 1

LINDSAY

WENN MAN UM SECHS UHR abends mit der New Yorker Subway unterwegs war, kam man sich vor wie in einem Viehtransport. Die Türen des Zuges öffneten sich, doch ich war zwischen den anderen Fahrgästen eingeklemmt, die sich kaum von der Stelle bewegten. Unter Entschuldigungen rempelte ich ein paar Leute an und schaffte es gerade noch, mich auf den Bahnsteig zu zwängen, bevor sich die Türen mit einem dumpfen Schlag wieder schlossen. Ich lief ein paar Schritte und starrte durch die Fenster auf die Fahrgäste, die im Innern der Bahn zusammengepfercht waren.

Ich war schrecklich müde. Wie so oft in letzter Zeit. Am liebsten wäre ich direkt nach Haus gegangen, um mir aus dem Tiefkühlfach etwas aufzutauen und im Fernsehen die Wiederholungen irgendeiner bescheuerten Sendung anzuschauen, aber das Treffen war meine Idee gewesen. In einem seltenen Anflug von Nostalgie hatte ich eine Nachricht verschickt, ohne daran zu denken, dass ich mir geschworen hatte, niemals die Büchse der Pandora zu öffnen. Offensichtlich hatte mich die Langeweile leichtsinnig werden lassen.

Ich schob mich durch das Gedränge der Fahrgäste am Fuß der U-Bahn-Treppe, und als ich ins Freie trat, wurde ich vom Regen bis auf die Haut durchnässt. Das Gefühl, mit dem ich den ganzen Tag über gekämpft hatte, wurde nun stärker, diese panische Angst, die einen jedes Mal vor einem ersten Date beschleicht. Was, wenn das Wiedersehen meine letzten schönen Erinnerungen an dieses eine unvergessliche Jahr trüben würde? Als ich das Restaurant schließlich erreichte - ein schlichtes Bistro in Manhattans langweiliger Midtown West -, klappte ein Mann direkt vor meinem Gesicht seinen Schirm zu, worauf ich mich aus irgendeinem Grund reflexartig bei ihm entschuldigte.

Während ich im Bistro unter dem Tisch einen Stuhl hervorzog, kam Sarah herein. Schließlich entdeckte sie mich und winkte mir zu, und ich dachte, sie sieht genauso aus wie immer. Das tat sie natürlich nicht, und ich auch nicht, was mir jedoch erst sehr viel später am Abend bewusst wurde, als ich mich mit Tränen im Gesicht an meinem Computer durch eine Reihe alter Fotos klickte. Im Alter von dreiundzwanzig erinnerten unsere Körper an die von Aliens, mit den großen Augen und eingesunkenen Wangenknochen, die zu einem zarten, spitzen Kinn zuliefen. Jetzt, zehn Jahre später, waren wir nicht mehr ganz so jung, hatten fülligere Gesichter und wieder menschliche Züge.

Wir umarmten uns, und ich weiß nicht, woran es lag - vielleicht war es ein bestimmter Geruch oder irgendein Pheromon -, aber die Umarmung fühlte sich genauso an wie damals. Wir entspannten uns, lächelten einander an und dachten anscheinend beide, dass wir womöglich einen netten Abend miteinander verbringen würden.

»Lindsay, es ist wirklich schön, dich zu sehen«, sagte Sarah und sank auf ihren Stuhl. »Du siehst klasse aus.«

»Du auch!«, gab ich das Kompliment zurück. »Ich kann nicht glauben, dass es schon zehn Jahre her ist.«

»Ich weiß, es ist verrückt.« Sarah nickte und zog die Augenbrauen hoch. »Wie ist es dir in der Zwischenzeit ergangen?«

»Bestens! Du weißt ja, ich lasse mich nicht unterkriegen. Ich habe mich wirklich gefreut, als ich gehört habe, dass du wieder nach New York gezogen bist.« Für einen Artikel habe ich mal eine linguistische Studie über Konversationsmuster gelesen: Wenn zwei Menschen sich unterhalten, imitiert die unterlegene Person die Ausdrucksweise des Alphatiers. Und ich fragte mich, wer hier wem nacheiferte.

»Ja, ich bin froh, dass du dich gemeldet hast. Als wir erfahren haben, dass mein Mann hierher versetzt werden sollte, habe ich mich gefragt, ob ich in der Stadt überhaupt noch jemanden kennen würde.«

»Dein Mann«, sagte ich. »Ich kann's kaum abwarten, ihn kennenzulernen.« Ich hatte se

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