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Flavia de Luce 10 - Todeskuss mit Zuckerguss Roman von Bradley, Alan (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 24.06.2019
  • Verlag: Penhaligon
eBook (ePUB)
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Flavia de Luce 10 - Todeskuss mit Zuckerguss

Ein Mord in aller Tortenstille ... Die zwölfjährige Chemikerin und Spürnase Flavia de Luce hat gemeinsam mit Dogger, dem treuen Diener der Familie, ein Detektivbüro gegründet. Doch rechnen die beiden nicht damit, dass ihr erster Fall ausgerechnet auf der Hochzeit von Flavias Schwester Feely auf sie wartet. Nach einer turbulenten Zeremonie mit einem vermissten Trauzeugen soll das Anschneiden der riesigen, wunderschön verzierten Torte einer der Höhepunkte der Feier werden. Doch kaum hat die Braut das Messer angesetzt, erklingt ein markerschütternder Schrei - denn aus dem ersten Tortenstück ragt ein abgetrennter Finger ... Alan Bradley wurde 1938 geboren und ist in Cobourg in der kanadischen Provinz Ontario aufgewachsen. Nach einer Karriere als Elektrotechniker hat Alan Bradley sich 1994 aus dem aktiven Berufsleben zurückgezogen, um sich nur noch dem Schreiben zu widmen. "Mord im Gurkenbeet" war sein erster Roman und der viel umjubelte Auftakt zur Serie um die außergewöhnliche Detektivin Flavia de Luce. Alan Bradley lebt zusammen mit seiner Frau auf Malta.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 320
    Erscheinungsdatum: 24.06.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641242558
    Verlag: Penhaligon
    Serie: Flavia de Luce .10
    Originaltitel: The Golden Tresses of the Dead
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Flavia de Luce 10 - Todeskuss mit Zuckerguss

1

I ch würde gerne von Anfang an klarstellen, dass ich ein überdurchschnittlich intelligentes Mädchen bin. Manche Menschen besitzen nun mal außergewöhnliche Begabungen - Violet Cornish kann zum Beispiel die Melodie zu "Stille Nacht, heilige Nacht" furzen, und ich bin eben mit der Gabe des logischen Denkens gesegnet. Man wird, wie mir Violet sicher zustimmen würde, schon mit seinem Talent geboren und perfektioniert es dann durch möglichst viel Übung.

Die zahlreichen Gelegenheiten, bei denen mich die Polizei schon um meinen Rat ersuchte, hatten meine auch vorher schon beachtlichen kriminalistischen Fähigkeiten so weit vervollkommnet, dass es nur folgerichtig war, einen Beruf daraus zu machen. So hatte ich gemeinsam mit Dogger, dem Hausdiener, Gärtner und überhaupt Mädchen für alles meines verstorbenen Vaters, ein kleines Detektivbüro eröffnet, dem wir, um möglichst seriös zu klingen, den Namen "Arthur W. Dogger & Partner" gegeben hatten.

Dass unser erster Fall sich sozusagen gleich vor der Haustür abspielen würde, konnten wir nun wirklich nicht ahnen.

Doch ich greife vor. Fangen wir ganz von vorn an.

Die Hochzeit meiner Schwester Ophelia wurde nur ein wenig getrübt, weil jemand, als die Braut in ihrer schlichten Schönheit den Mittelgang der alten Kirche entlangschwebte, rüde rief: "Hubba-hubba, ding-ding, zwanzig Jahr' in Sing-Sing!" Der Übeltäter war Feelys ehemaliger Verehrer Carl Pendracka. Sein amerikanischer Akzent verriet ihn.

Wir taten alle so, als hätten wir nichts gehört, nur meine mondgesichtige Cousine Undine stieß ihr typisches lang gezogenes, sabberndes Kichern aus, bei dem man immer an eine Herde Kannibalenkühe denken musste.

Deutlich ärgerlicher war, dass kurz darauf, in dem entscheidenden Augenblick, als der Vikar die Gemeinde fragte: "Wer einen gewichtigen Grund vorbringen kann, warum dieses Paar nicht den Bund der Ehe eingehen soll, der möge jetzt sprechen oder für immer schweigen ...", einer der geschnitzten, bemalten Engel an der Decke plötzlich mit der Piepsstimme einer bekannten Zeichentrickfigur krähte: "Hier! Ich! Polizei!"

Das war natürlich ebenfalls Undine, die aus schierer Langeweile ihre Bauchrednerkünste ausprobierte, die sie nach den Anleitungen aus einem billigen Heftchen gelernt hatte.

Abgesehen davon - und natürlich den menschlichen Überresten - war es eine schöne Zeremonie.

Sie war ja auch von langer Hand vorbereitet worden. Angefangen hatte es mit dem Kuchen.

"Der Kuchen für eine Hochzeit muss mindestens ein halbes Jahr vor der Zeremonie in Auftrag gegeben werden", hatte Mrs Mullet verkündet und mit dem teigverklebten Holzschaber vor meiner Nase herumgewedelt. "Sonst ist die ganze Ehe vergiftet."

Vergiftet? Schon hatte sie meine ungeteilte Aufmerksamkeit.

"Was für ein Gift meinen Sie denn?", fragte ich.

"Das schlimmste, was es gibt. Das Gift, immer alles erst auf den letzten Drücker zu erledigen. Denk bloß an Lucy Havers - die hat es geradezu drauf angelegt. Hat ihren Kuchen erst am Tag vor der Hochzeit in Hinley backen lassen ... und wie es dann mit ihr ausging, ist ja allgemein bekannt."

Ich zog wie als eine stumme Frage die Augenbrauen hoch.

"Ihr Mann, einer von den Simmons-Jungs, ist mit so 'ner kleinen Sahneschnitte aus der Konditorei durchgebrannt, kaum dass die beiden aus den Flitterwochen in Hastings zurückwaren."

"Ich wäre an seiner Stelle lieber mit einem Apfelkuchen durchgebrannt", sagte ich und tat so, als hätte ich nichts verstanden - eine Taktik, die ich zunehmend anwenden muss, um mir den Ruf des naiven Kindes zu erhalten.

Es klappte. Mrs Mullet schmunzelte. "Jedenfalls muss der Früchtekuchen für 'ne Hochzeitsgesellschaft ein halbes Jahr vor seinem großen Auftritt bestellt werden", kehrte sie zum Thema zurück. Wenn man Mrs Mullets Redefluss nicht unterbrach, entschlüpfte ihr so manche nützliche

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