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Flavia de Luce 5 - Schlussakkord für einen Mord Roman von Bradley, Alan (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 25.11.2013
  • Verlag: Penhaligon
eBook (ePUB)
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Flavia de Luce 5 - Schlussakkord für einen Mord

Ach du heilige Pfeife - Flavia zieht alle Register!
Sie steckt ihre Nase überall hinein und befördert jeden noch so tief vergrabenen Hinweis ans Licht - die elfjährige Flavia de Luce ist Hobbydetektivin aus Leidenschaft. Als sie ihre Nase zur Abwechslung in eine alte Kirchengruft steckt, rechnet sie allerdings nicht damit, eine verhältnismäßig frische Leiche ans Licht zu befördern. Aus dem Grab des Kirchenheiligen von Bishop's Lacey blickt ihr der ermordete Kirchenorganist hinter einer grotesken Gasmaske entgegen. Wer hatte einen Grund, Mr. Collicutt zu töten, und wieso hat er die Leiche hier, an diesem heiligen Ort, versteckt?
Ein neuer Fall für die brillante Flavia!

Alan Bradley wurde 1938 geboren und ist in Cobourg in der kanadischen Provinz Ontario aufgewachsen. Nach einer Karriere als Elektrotechniker hat Alan Bradley sich 1994 aus dem aktiven Berufsleben zurückgezogen, um sich nur noch dem Schreiben zu widmen. "Mord im Gurkenbeet" war sein erster Roman und der viel umjubelte Auftakt zur Serie um die außergewöhnliche Detektivin Flavia de Luce. Alan Bradley lebt zusammen mit seiner Frau auf Malta.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 352
    Erscheinungsdatum: 25.11.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641109622
    Verlag: Penhaligon
    Serie: Flavia de Luce Bd.5
    Originaltitel: Speaking From Among the Bones
    Größe: 1075 kBytes
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Flavia de Luce 5 - Schlussakkord für einen Mord

1

B lut tropfte vom Stumpf des abgeschlagenen Kopfes, regnete in dicken Tropfen herab und sammelte sich in einer rubinroten Pfütze auf den schwarz-weißen Fliesen. Das Gesicht war eine Grimasse des Erstaunens, als hätte der Tod den Mann mitten im Schrei ereilt. Die Zähne, durch einen schwarzen Strich säuberlich voneinander getrennt, waren zu einem grässlichen, stummen Schrei entblößt.

Ich konnte den Blick nicht abwenden.

Die Frau, die den entsetzt dreinblickenden Kopf an den blauschwarzen Locken stolz in die Höhe reckte, trug ein scharlachrotes Kleid, das fast die gleiche Farbe wie das Blut hatte.

Neben ihr stand eine Dienerin und hielt mit gesenktem Blick das Tablett, auf dem sie den Kopf hereingetragen hatte. Auf einem geschnitzten Thronsessel saß eine würdevolle ältere Dame in einem safrangelben Kleid. Sie hatte die Hände auf den Armlehnen zu Fäusten geballt, beugte sich nach vorne und betrachtete die grausige Trophäe mit sichtlicher Befriedigung. Sie hieß Herodias und war die Frau des Königs.

Die jüngere Frau, die den Kopf gepackt hielt, hieß – jedenfalls dem Geschichtsschreiber Flavius Josephus zufolge – Salo-me. Sie war die Stieftochter des Königs, dessen Name Herodes war, und Herodias war ihre Mutter.

Der abgeschlagene Kopf gehörte natürlich Johannes dem Täufer.

Vor einem Monat hatte ich die ganze blutrünstige Geschichte zum ersten Mal gehört, als Vater hinter dem großen geschnitzten Adler gestanden hatte, der in St. Tankred als Lesepult diente, und mit lauter Stimme den entsprechenden Bibeltext vortrug.

An jenem Wintermorgen hatte ich ebenso gebannt wie jetzt zu dem bunten Kirchenfenster aufgeschaut, auf dem die faszinierende Szene dargestellt war.

Im Verlauf der Predigt hatte der Vikar dann erläutert, dass die Menschen zur Zeit des Alten Testaments geglaubt hatten, unser Blut würde unser eigentliches Leben enthalten.

Blut – na klar!

Warum war ich nicht schon längst darauf gekommen?

Ich zupfte meine Schwester am Ärmel. "Du, Feely, ich muss sofort nach Hause!"

Sie beachtete mich überhaupt nicht. Ihr Blick war starr auf die Noten gerichtet, ihre Finger flogen im abendlichen Dämmerlicht wie weiße Vögel über die Orgeltasten.

Mendelssohns Wie groß ist des Allmächt'gen Güte.

Bis Ostern war es nicht mal mehr eine Woche, und Feely wollte mit diesem Stück ihr offizielles Debüt als Organistin von St. Tankred geben. Der flatterhafte Mr. Collicutt, der den Posten erst seit letztem Sommer innegehabt hatte, war plötzlich und ohne Erklärung aus unserem Dorf verschwunden. Deshalb hatte man Feely gebeten, seine Stelle einzunehmen.

St. Tankred verbrauchte Organisten wie eine Pythonschlange weiße Mäuse. Vor einigen Jahren noch hatte Mr. Taggart den Posten innegehabt, dann Mr. Denning. Und jetzt hatte auch Mr. Collicutt das Handtuch geworfen.

" Feely!", drängelte ich. "Es ist wichtig. Ich habe etwas zu erledigen."

Feely drückte mit dem Daumen ein elfenbeinernes Register, und die Orgel röhrte gewaltig auf. Diese Stelle mochte ich besonders gern. Hier verwandelte sich das friedliche Plätschern von Meereswellen bei Sonnenuntergang in das Fauchen einer Raubkatze im Dschungel.

Für meinen Geschmack gilt bei Orgelmusik: Je lauter, des-to besser.

Ich legte das Kinn auf die angezogenen Knie und kauerte mich wieder in die Ecke des Chorgestühls. Anscheinend wollte Feely das Stück auf Biegen und Brechen bis zum Schluss durchprügeln. Mir blieb nichts anderes übrig, als zu warten.

Ich schaute mich um, aber es gab nicht

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