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Flavia de Luce 6 - Tote Vögel singen nicht Roman von Bradley, Alan (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 13.10.2014
  • Verlag: Penhaligon
eBook (ePUB)
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Flavia de Luce 6 - Tote Vögel singen nicht

Wenn Flavia ermittelt, müssen Mörder Federn lassen! Es ist ein Frühlingsmorgen im Jahr 1951. Flavia de Luce hat sich mit ihrer Familie am Bahnhof von Bishop's Lacey eingefunden, um die Heimkehr ihrer beim Bergsteigen in Tibet verschollenen Mutter Harriet zu erwarten. Als der Zug einfährt, nähert sich ein großer Fremder der elfjährigen Hobbydetektivin und flüstert ihr eine kryptische Botschaft zu. Einen Augenblick später ist der Mann tot - jemand aus der Menschenmenge hat ihn offenbar vor den Zug gestoßen. Ein neuer Fall für Flavia de Luce, die sich dieses Mal sogar in die Lüfte schwingt, um einen Killer zur Strecke zu bringen, und die endlich die Wahrheit über die Vergangenheit ihrer Mutter erfährt ... Endlich: Die lang ersehnte Enthüllung! Was geschah mit Flavias Mutter? Alan Bradley wurde 1938 geboren und ist in Cobourg in der kanadischen Provinz Ontario aufgewachsen. Nach einer Karriere als Elektrotechniker hat Alan Bradley sich 1994 aus dem aktiven Berufsleben zurückgezogen, um sich nur noch dem Schreiben zu widmen. "Mord im Gurkenbeet" war sein erster Roman und der viel umjubelte Auftakt zur Serie um die außergewöhnliche Detektivin Flavia de Luce. Alan Bradley lebt zusammen mit seiner Frau auf Malta.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 320
    Erscheinungsdatum: 13.10.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641123222
    Verlag: Penhaligon
    Serie: Flavia de Luce Bd.6
    Originaltitel: The Dead in Their Vaulted Arches
    Größe: 1154 kBytes
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Flavia de Luce 6 - Tote Vögel singen nicht

2

W as dachte ich? Was fühlte ich?

Das wüsste ich auch gern.

Trauer vielleicht, dass unsere Hoffnungen ein für alle Mal zunichte waren? Erleichterung, dass Harriet endlich heimgekehrt war?

Ihr Sarg hätte mattschwarz sein sollen. Mit kalt funkelnden Silberbeschlägen, auf denen verhüllte Urnen und todtraurige Engelchen dargestellt waren.

Stattdessen war er aus sattbraunem Eichenholz getischlert, dessen Lack so obszön glänzte, dass mir die Augen wehtaten. Ich konnte den Anblick kaum ertragen.

Seltsamerweise musste ich an den Schluss von Mrs. Nesbits Roman Die Eisenbahnkinder denken, wo sich Bobbie auf dem Bahnsteig in die Arme ihres zu Unrecht ins Gefängnis gesperrten Papas wirft.

Doch für mich war kein solch versöhnliches Ende vorgesehen und für Vater, Feely und Daffy genauso wenig. Nein, ein Happy End blieb uns versagt.

Ich schielte hilfesuchend zu Vater hinüber, doch auch er stand wie erstarrt da, als sei er in seinen ganz persönlichen Gletscher eingeschlossen, jenseits aller Trauer und aller Gefühlsausbrüche, als nun der Union Jack, die britische Flagge, über den Sarg gebreitet wurde.

Alf Mullets Hand schnellte salutierend an die Schläfe und verharrte dort.

Daffy verpasste mir einen Rippenstoß und deutete verstohlen mit dem Kinn auf das andere Ende des Bahnsteigs.

Dort stand ein wenig abseits von den anderen ein korpulenter älterer Herr im schwarzen Anzug. Ich erkannte ihn auf Anhieb.

Als sich die Träger nun gemessenen Schrittes und unter ihrer Last gebeugt in Bewegung setzten, nahm er seinen schwarzen Hut ab und behielt ihn in der Hand.

Es war Winston Churchill.

Was in aller Welt führte den ehemaligen Premierminister nach Bishop's Lacey?

Ganz allein stand er dort und schaute zu, wie meine Mutter in der allgemeinen Grabesstille zu einem motorisierten Leichenwagen getragen wurde, der wie aus dem Nichts aufgetaucht war.

Churchill schaute zu, wie der Sarg, dem ein Offizier mit gezücktem Degen voranschritt, an Vater vorbeigetragen wurde, an Feely, an Daffy und zu guter Letzt an mir. Dann erst trat er neben Vater.

"Sie war England, verflucht noch mal", knurrte er.

Wie jemand, der aus einem Traum erwacht, hob Vater langsam den Blick und richtete ihn auf Churchills Gesicht.

Erst nach einer ganzen Weile erwiderte er: "Sie war mehr als das, Herr Premierminister."

Churchill nickte und fasste Vater am Ellbogen. "Wir können es uns nicht leisten, einen de Luce zu verlieren, Haviland", sagte er.

Wie meinte er das?

So standen sie Seite an Seite wie zwei Besiegte, so schien es mir, Brüder in einem Geiste, den ich nicht begriff, ja, der meine Vorstellungskraft weit überstieg.

Als Mr. Churchill erst Vater, dann Feely, dann Daffy und sogar Tante Felicity die Hand geschüttelt hatte, kam er schließlich auch zu mir.

"Nun, junge Dame? Hast du mittlerweile auch eine Vorliebe für Fasanensandwiches entwickelt?"

Diese Frage! Wortwörtlich!

Ich hatte sie schon einmal gehört! Nein, nicht gehört - gesehen !

Mit einem Mal standen meine Haarwurzeln auf Zehenspitzen.

Churchills blauer Blick durchbohrte mich, als könnte er geradewegs in meine Seele schauen.

Was meinte er damit? Und was für eine Antwort erwartete er von mir?

Peinlicherweise wurde ich rot. Mehr brachte ich nicht zustande.

Mr. Churchill schaute mich noch einmal eindringlich an, dann ergriff er meine Hand und drückte sie sanft. Er hatte auffallend lange Finger.

"Ja", sagte er, als führte er Selbstgespräche. "Ja, ganz bestimmt."

Mit diesen Worten ließ er mich stehen und ging davon, den Bahnsteig entlang, bahnte sich einen Weg durch die Dorfbewohner und nickte ihnen feierlich nach rechts und links zu, bis er schließlich in seinen wartenden Wagen stieg.

Auch wenn er schon lange

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