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Flavia de Luce 7 - Eine Leiche wirbelt Staub auf Roman von Bradley, Alan (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 22.02.2016
  • Verlag: Penhaligon
eBook (ePUB)
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Flavia de Luce 7 - Eine Leiche wirbelt Staub auf

Alles Tote kommt von oben! Verbannt - so empfindet Flavia ihr Schicksal, als ihr Vater und ihre Tante Felicity sie auf ein Schiff nach Kanada verfrachten. Dort, in Toronto, soll sie Miss Bodycote's Female Academy besuchen, das Mädcheninternat, an dem auch schon Flavias Mutter Schülerin war. Doch noch in ihrer ersten Nacht "in Gefangenschaft" landet ein unerwartetes Geschenk zu Flavias Füßen: eine verkohlte, mumifizierte Leiche, die aus dem Kamin in ihrem Zimmer purzelt - der Beginn einer Reihe von Nachforschungen, bei denen Flavia auf zahlreiche mysteriöse Vorkommnisse in Miss Bodycote's stößt. Wenn es darum geht, Rätsel zu lösen, ist Flavia in ihrem Element - doch ihre wahre Bestimmung soll erst noch enthüllt werden ... Alan Bradley wurde 1938 geboren und ist in Cobourg in der kanadischen Provinz Ontario aufgewachsen. Nach einer Karriere als Elektrotechniker hat Alan Bradley sich 1994 aus dem aktiven Berufsleben zurückgezogen, um sich nur noch dem Schreiben zu widmen. "Mord im Gurkenbeet" war sein erster Roman und der viel umjubelte Auftakt zur Serie um die außergewöhnliche Detektivin Flavia de Luce. Alan Bradley lebt zusammen mit seiner Frau auf Malta.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 416
    Erscheinungsdatum: 22.02.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641169985
    Verlag: Penhaligon
    Serie: Flavia de Luce Bd.7
    Originaltitel: As Chimney Sweepers Come to Dust
    Größe: 995 kBytes
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Flavia de Luce 7 - Eine Leiche wirbelt Staub auf

1

V ERBANNT!" , kreischte der Wind, der mir ins Gesicht peitschte.

"Verbannt!" , tosten die entfesselten Wellen, die mich mit eiskalten Güssen überschütteten.

"Verbannt!" , heulte alles um mich herum. "Verbannt!"

Unsere Sprache kennt wohl kein trostloseres Wort. Allein der Klang - wie schmiedeeiserne Tore, die krachend hinter einem ins Schloss fallen, wie stählerne Riegel, die donnernd zugeschoben werden - lässt einem unweigerlich die Haare zu Berge stehen, oder?

"Verbannt!"

Ich schrie das Wort in den Sturm hinaus, und der Sturm spie es mir wieder ins Gesicht.

"Verbannt!"

Ich stand am schwankenden Bug der R.M.S. Scythia und sperrte den Mund weit auf, weil ich hoffte, die salzige Gischt könnte den schlechten Geschmack auf meiner Zunge abwaschen - den Geschmack meines bisherigen Lebens.

Irgendwo hinter dem östlichen Horizont, Tausende Meilen entfernt, lagen das Dorf Bishop's Lacey und nicht weit davon Buckshaw, mein einstiges Zuhause. Dort führten mein Vater, Colonel Haviland de Luce, und meine beiden Schwestern Ophelia und Daphne aller Wahrscheinlichkeit nach ihr Leben fröhlich weiter, als hätte es mich nie gegeben.

Sie hatten mich längst vergessen. Dessen war ich ganz sicher.

Lediglich die treuen Bediensteten der Familie, Dogger und Mrs. Mullet, würden bei meiner Abreise eine verstohlene Träne vergossen haben, doch auch sie würden sich schon bald nur noch nebelhaft an Flavia erinnern.

Hier draußen auf dem Atlantik hob sich der Bug der Scythia höher ... und höher ... und noch höher aus den Wogen, stieg Übelkeit erregend himmelwärts, um dann mit schaurig hohlem Dröhnen in die Tiefe zu stürzen und zu beiden Seiten von Bug und Heck gewaltige weiße Gischtschwingen auszubreiten. Es war, als ritte man ohne Sattel auf einem riesigen Engel aus Stahl, der gerade Brustschwimmen übte.

Obwohl es erst Anfang September war, toste und tobte das Meer ringsum in wildem Aufruhr. Wir waren in die Ausläufer eines Tropensturms geraten und wurden schon seit über zwei Tagen wie ein Flaschenkorken hin- und hergeworfen.

Allem Anschein nach hatten sich alle außer dem Kapitän und mir in ihre Kabinen verkrochen, sodass man, wenn man auf dem Weg zum Abendessen durch die Gänge taumelte, nur das metallische Ächzen des gemarterten Schiffsrumpfes hörte und hinter den geschlossenen Türen links und rechts die Würgelaute, mit denen sich unzählige Mägen entleerten. Bei fast neunhundert Passagieren an Bord war das eine ernüchternde Geräuschkulisse.

Ich selbst bin offenbar mit einer natürlichen Immunität gegen Seekrankheit gesegnet, was ich vermutlich meinen zur See fahrenden Ahnen wie zum Beispiel Thaddeus de Luce zu verdanken habe, der, wie es heißt, als blutjunger Bursche bei der Schlacht von Trafalgar dem sterbenden Admiral Nelson Zitronenwasser gebracht und ihm die feuchtkalte Hand gehalten hatte.

Tatsächlich lauteten Nelsons letzte Worte nicht, wie so oft zitiert, "Küss mich, Hardy" und waren an Thomas Hardy, den Kapitän der Victory , gerichtet, vielmehr wandte er sich mit der flehentlich geflüsterten Aufforderung "Trinken, trinken ... fächeln, fächeln ... massieren, massieren" an den verdutzten jungen Thaddeus, der beim Anblick seines tödlich verwundeten Helden tapfer mit den Tränen kämpfte und sein Möglichstes tat, den Kreislauf des großen Mannes in Gang zu halten.

Der Wind riss an meinen Haaren und zerrte an meinem dünnen Herbstmantel. Ich sog die salzige Luft so tief in die Lunge, wie ich mich traute. Die Gischt lief mir in Sturzbächen übers Gesicht.

Da packte mich jemand unsanft am Arm.

"Bist du verrückt geworden? Was hast du hier draußen zu suchen?"

Ich fuhr erschrocken herum und versuchte mich loszureißen.

Es war Ryerson Rainsmith - wer sonst?

"Was zum Teufel hast

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