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Früchte der Gier Ein Fall für Michael Spraggue (2) von Barnes, Linda (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 24.06.2016
  • Verlag: Edel Elements
eBook (ePUB)
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Früchte der Gier

Michael Spraggue, früher Privatdetektiv, jetzt Schauspieler, steckt in den Dreharbeiten eines Films über einen Privatdetektiv. Mitten in einer gefährlichen Szene erreicht ihn ein Notruf seiner guten Freundin Kate. Ihr Kellermeister - sie führt ein Weingut - ist verschwunden. Dafür ist eine Leiche aufgetaucht, und die Polizei hält Kate für die Mörderin. Jetzt muß Spraggue Detektiv sein und nicht spielen. Dabei wünscht er sich, daß ein Regisseur die Szene abbricht, als er in die Automatic des Mörders blickt ...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 207
    Erscheinungsdatum: 24.06.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783955308261
    Verlag: Edel Elements
    Größe: 1626 kBytes
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Früchte der Gier

1

"Knieschützer?"

"Okay."

"Ellbogenschützer?"

"Okay."

"Extrapolster in der Unterhose?"

"Kommt mir wie zehn Meter von dem Zeug vor." Michael Vincent Spraggue III starrte ungeduldig den massigen Mann ungefähr drei Meter unter ihm an und nahm vorsichtig die Hand von der wackligen Latte, die ein Zimmermann aufmerksamerweise als Geländer angebracht hatte. "Alles bandagiert und gepolstert. Stecken Sie mir jetzt nur noch einen Knebel in den Mund, damit ich diesen beschissenen Text nicht sagen muß, wenn ich falle."

"Man kann nie vorsichtig genug sein", meinte der Stuntman trocken. "Besonders, wenn's um einen unserer Stars geht. Sind Sie soweit?"

Spraggue wischte sich seine schwitzenden Handflächen an der Cordhose ab. Von seinem Standort auf der aus groben Brettern gezimmerten, einsfünfzig mal einsfünfzig großen Plattform am oberen Ende einer speziell für diese Szene gebauten Holztreppe konnte er auf die Basketballkörbe an beiden Enden der alten YMCA-Turnhalle an der Huntington Avenue herabschauen. Der Boden weit unter ihm war beruhigend mit dicken Matten ausgelegt worden. Die Stufen allerdings nicht. Er versuchte, gar nicht erst an Holzsplitter zu denken.

Er wirkte größer als die in seinem Lebenslauf genannten einsfünfundachtzig, etwas zu dünn für seine Größe. Seine Schultern waren breit genug, doch wenn er sein Hemd auszog, stand jede einzelne Rippe wie ein Speer hervor. Frauen versuchten ihn mit gutem Essen aufzupäppeln, Stuntmen empfahlen zusätzliche Polsterung.

Er strich sich mit dem Handrücken über die Stirn und hoffte, daß der Angstschweiß nicht zu deutlich war. Sein Gesicht war betont ausdruckslos, bemerkenswert eher aufgrund seiner Lebhaftigkeit als irgendeines charakteristischen Zuges. Wenn es völlig entspannt und bar jeder Gefühlsregung war, konnte man die leichte Asymmetrie erkennen, die für den deutlichen Unterschied zwischen seinem linken und rechten Profil verantwortlich war. Seine Augen hatten eine eigenartig blasse goldbraune Farbe, die sich gegen eine eindeutige Beschreibung für irgendwelche Ausweispapiere sperrte. Wenn er danach gefragt wurde, nannte er sie braun.

"Ich sagte, sind Sie soweit?"

"Ja", brummte Spraggue unwillig.

"Okay. Und dieses Mal lassen Sie sich einfach fallen. Nur eine nette kleine Rolle die Stufen runter."

"Sind Sie auch wirklich ganz sicher, daß Sie es nicht auszählen wollen? Langsam?"

"Es sind doch nur zehn Stufen. Für einen Film. Sie werden's ja nicht jeden Abend auf dem Broadway machen müssen."

"Trotzdem", sagte Spraggue, während er sich hinlegte, "ich würde es nur äußerst ungern sehen, wenn am Ende irgendein Teil meiner Anatomie in einer Schlinge landet."

"Deshalb bin ich ja hier: um dafür zu sorgen, daß es nicht dazu kommt."

Spraggue rutschte rückwärts so weit vor, daß seine rechte Hüfte genau am Rand der Plattform lag, dann schob er vorsichtig seine Schulter weiter, bis sie die erste Stufe berührte. Er hielt das Geländer umklammert und warf einen Blick nach unten. Die Plattform schien plötzlich wie ein Fahrstuhl in die Höhe zu schießen. Das Fußende der Treppe verwandelte sich in eine weit entfernte Landebahn. Das Telefon klingelte.

Hoffnungsvoll schaute er auf.

Der Stuntman runzelte die Stirn. "Drei, zwei, eins, jetzt ."

Spraggue schloß die Augen, öffnete langsam Finger um Finger seiner Hand und stieß sich dann mit dem rechten Fuß ab.

"Locker, verdammt noch mal! Schützen Sie Ihren Kopf. Schlagen Sie auf Ihrem Hintern und Ihren Oberschenkeln auf. Lassen Sie sich ganz locker runterrollen!" Spraggue biß die Zähne zusammen und dachte, daß er gut auf diese Kommentare verzichten könnte. "Und schön abrollen, wenn Sie unten ankommen. Abrollen! Gut!"

Außer Atem, aber auch in Hochstimmung, lag er auf der Matte. Soviel anders als der erste Sprung vom Fünfmeterbrett war es auch nicht. Er ließ seine Finger und Zehen s

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