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Frau Mimis Vergangenheit Kriminalroman aus Schieberkreisen. von Edel, Edmund (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 12.04.2016
  • Verlag: Books on Demand
eBook (ePUB)
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Frau Mimis Vergangenheit

Edmund Edel (10.9.1863 - 4.5.1934) war ein deutscher Karikaturist, Illustrator, Schriftsteller und Filmregisseur. Edels Kriminalroman "Frau Mimis Vergangenheit" wurde 1920 veröffentlicht.

Edmund Edel (10.9.1863 - 4.5.1934) war ein deutscher Karikaturist, Illustrator, Schriftsteller und Filmregisseur.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 101
    Erscheinungsdatum: 12.04.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783839170656
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 583kBytes
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Frau Mimis Vergangenheit

3. Kapitel

Adolf Grünmeier kannte keine Bedürfnisse. Er war gewissermaßen leidenschaftslos. Das einzige, was die Eintönigkeit seines Daseins unterbrach, war ein Kartenspiel zu mäßigem Einsatz.

Er saß jeden Abend in einem alten verräucherten Kaffeehaus und kloppte Skat und verstieg sich sogar manchmal zu einem Poker, für welches Spiel er eine große Vorliebe hatte. Aber seine beschränkten Mittel hinderten ihn daran, sich im Spiel auszuleben.

Ja, wenn er Ferdinands Million in die Finger bekommen hätte! Vielleicht wäre er ein Spieler geworden?

Er machte wieder einen Fehler, passte nicht auf. Seine Partner schimpften.

Das passierte ihm, dem guten Skatspieler, jetzt öfters, dass er nicht folgte und eine Karte nicht "herumbringen" konnte. Seit der Erbschaftsgeschichte hielt er seine Gedanken nicht mehr zusammen. Immer dachte er über die Möglichkeiten nach, wie er dieser Person, wie die Erbschleicherin in der Familie Grünmeier genannt wurde, zu Fall bringen konnte. Es musste doch schließlich ein Mittel geben, sie zu einer Heirat zu bringen. - Er hatte alles Mögliche versucht. Unter den Anbetern, die um Mimi sich bemühten, waren einige gewesen, die er auf sie gehetzt hatte. Aber alles vergeblich.

Jemand stellte sich hinter den Stuhl eines der Skatspieler und kiebitzte.

"Nehmen Sie doch 'n Stuhl, Herr Modersohn", sagte Rosenblut, der Adolf gegenüber saß.

"Gestatten die Herren vorzustellen: Herr Modersohn!"

Herr Modersohn war ein äußerst elegant gekleideter Mann um die Vierzig. Glattrasiert, mit buschigen Augenbrauen und kohlschwarzem Haupthaar, das in der Mitte sich scheitelte. Auf dem schmalen etwas gebogenen Nasenrücken trug er einen Kneifer ohne Einfassung, der seine kleinen stets zugekniffenen Augen bedeckte, die etwas Lauerndes im Ausdruck hatten.

Herr Modersohn verbeugte sich und nahm Platz.

Als gemischt wurde, sagte Herr Modersohn:

"Ich verstehe die Herren nicht, wie sie es hier in dieser Räucherkammer aushalten können! Warum kommen Sie nicht in unseren Klub, da haben Sie es doch weit angenehmer."

Er wollte nur Rosenblut in einer dringenden Angelegenheit sprechen, sonst würde er solche Buden wie dieses Kaffeehaus überhaupt nicht betreten.

Dann flüsterte er mit seinem Geschäftsfreund, machte einige Notizen in seinem Taschenbuch und ging wieder.

Als die Polizeistunde das Spiel beendete, meinte Rosenblut, dass man wirklich einmal sich Modersohns Klub ansehen könnte.

Adolf interessierte sich für Modersohn. Rosenblut hatte von ihm erzählt, dass er einer der gerissensten Menschen wäre, die ihm in seinem Geschäftsleben vorgekommen. Er mache alles, was man von ihm verlange. Er schöbe das Unterste zu Oben, wenn er nur ordentlich dabei verdiente.

"Schieber - -", meinte einer der Herren.

"Gut, sagen wir Schieber - - wie Sie wollen!"

"Ja, das ist ein Stand geworden, eine Berufsart, wie so viele andere. Unsere Zeit hat merkwürdige Blüten getrieben. Auf der Oberfläche des großen Sumpfes, in dem die Welt steckt, wuchert das Schiebertum als gleißende Giftblume."

Der das sagte, der Doktor Lerner, liebte es, seine Umgebung zu glossieren. Man schätzte ihn als den akademisch Gebildeten.

Adolf dachte sofort an seine Affäre. Wenn er diesen Modersohn für sich gewänne! Er wollte es sich was kosten lassen, aber so einen Mann brauchte er, und der könnte die Geschichte drehen.

So kam es, dass Adolf in die Vereinigung der Sportleute ging, wie der Klub sich offiziell nannte.

An diesem Abend noch befreundete sich Adolf mit Modersohn, der vom Glück begünstigt, eine gute Bank gezogen hatte, die ihm einen tüchtigen Gewinn gebracht. Adolf selbst hatte sich nicht am Spiel beteiligt, sondern auf die Gelegenheit gepasst, um Modersohn sein Anliegen vorzutragen.

"Nichts leichter als das", sagte Herr Modersohn und blinzelte mit seinen Äuglein, die er unruhig auf sein Gegenüb

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