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Frauenschwimmen von Aechtner, Uli (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 31.07.2014
  • Verlag: Emons Verlag
eBook (ePUB)
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Frauenschwimmen

Ein bizarrer Mord erschüttert ein idyllisches Dorf in der Wetterau nördlich von Frankfurt: Im Weiher des Golfclubs treibt die Leiche einer jungen Frau - von Kopf bis Fuß mit silberner Farbe bedeckt. Juliane Bach, eine arbeitslose Journalistin, begibt sich auf die Spur der Toten. Ihr Weg führt sie in die Welt der miesen Jobs, des schnellen Geldes und der großen Erfindungen. Und während sie noch rätselt, was der charmante neue Nachbar im Dorf mit der Sache zu tun haben könnte, ahnt sie nicht, in welcher Gefahr sie selbst schwebt.

Uli Aechtner wurde 1952 in Bonn geboren. Sie ist Wetterauerin aus Überzeugung und lebt mit ihrem Mann und zwei Söhnen in Bad Vilbel. Als Autorin arbeitet sie unter anderem fürs Fernsehen. Belinda Vogt, Jahrgang 1955, arbeitet seit vielen Jahren als Redakteurin beim Fernsehen. Davor schrieb sie Drehbücher für Industriefilme und führte Regie. Sie lebt mit ihrer Familie in Wiesbaden.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 220
    Erscheinungsdatum: 31.07.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783863585549
    Verlag: Emons Verlag
    Serie: Rhein Main Krimi Bd.2
    Größe: 2803 kBytes
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Frauenschwimmen

Sport ist Mord

"Und? Bist du bereit?"

Sonja zieht das kleine Sporttäschchen, das sie über der Schulter trägt, bis unter die Achseln und kraust die Nase. Wir stehen vor dem TOP 1.

Ich zupfe an meiner Trainingshose herum und nicke vage. Ich weiß: Ich muss es diesmal besser machen als bei Dr. Schön. Auf jeden Fall.

"Okay", grinst Sonja. "Dann wollen wir mal!"

Seit Sonja fünfzig ist, sportelt sie regelmäßig. Einen alten Menschen erkennt man an dieser Wackelei beim Laufen, sagt Sonja. Die Hüftgelenke und die Knie nutzen sich ab und schmerzen bei jeder Bewegung. Daher versuchen die Betroffenen, die Gelenke möglichst wenig zu bewegen. Sie heben die Beine beim Gehen nicht mehr richtig an, verlagern nur das Gewicht von einem steifen Bein auf das andere. Das gibt dann diesen Watschelgang. Sagt Sonja.

Und dann die Osteoporose, holla! Sonja zieht bei dem Wort immer die Os in die Länge. Da hilft nur Calcium. Und Sport. Überhaupt: Wer Sport treibt, schüttet Hormone aus. Glückshormone. Sonja ist überzeugt: Nur der Sport kann eine Frau retten. Vorm Watschelgang. Vor Depressionen. Vor der Osteoporose.

Im Sturmschritt erobern wir das Sportstudio, nehmen vier Treppen im Flug und bremsen im Empfangsraum scharf vor dem Tresen. Eine lichte Fee nimmt dort Sonjas Plastikkarte entgegen, hört höflich zu, als Sonja etwas von "Probestunde" murmelt und auf mich weist. Sie lächelt, nickt und händigt uns zwei Schlüssel aus.

Vorsichtig schaue ich mich um. Direkt an den Tresen grenzt ein riesiger Raum, in dem sich Pflanzen und Trainingsgeräte abwechseln. Foltergeräte, wie ich auf den ersten Blick sehe. Im hinteren Teil des Raums liegt ein Mann im Muskelshirt auf einer Bank und stemmt Gewichte. Bei jedem Anheben stöhnt er ungeniert. Richtig unanständig klingt das. Neben einer großen Zimmerpalme versucht eine grazile Frau, auf dem Laufband bis nach Hanau zu kommen. Ihre zarte helle Haut hat einen rosigen Schimmer angenommen. Gut durchblutet, könnte man sagen.

Sonja lässt mir keine Zeit, die fremde Umgebung – und die Menschen darin – näher zu betrachten. Sie zieht mich vom Tresen weg. Schubst mich mitleidlos die Treppe hoch und in die Umkleidekabine, die hier schlicht Umkleide heißt.

Ruck, zuck habe ich meine alten Turnschuhe an den Füßen, und schon gelangen wir in eine weitere, kleinere Halle. Hier hocken drei Sportler auf Trainingsfahrrädern, die im Halbkreis aufgestellt sind. Spinning heißt der Sport, klärt Sonja mich auf. Im respektablen Abstand hat der Trainer sein Rad vor dem Halbkreis platziert – so, dass ihn alle gut sehen können. Musik kracht aus zwei riesigen Boxen, die Räder quietschen, der Vorstrampler schreit um sein Leben.

"Und rechts, und rechts, und rechts!"

Wie besessen strampeln sich die Kursteilnehmer die Seele aus dem Leib. Mal im Sitzen, mal im Stehen. Gelegentlich müssen sie auch noch Liegestützen auf dem Lenker machen.

"Dürfen wir noch mitmachen?", schreit Sonja gegen die Musik an. "Wir sind etwas spät dran!"

Der Trainer bedeutet uns mit einem gutmütigen Augenschließen, dass wir noch willkommen sind. Mühsam steige ich auf einen freien Drahtesel und probiere zunächst die Variante "gemütliches Radeln im Park".

"Moment mal! Fährt deine Freundin zum ersten Mal mit?", will der Trainer von Sonja wissen. Er klingt besorgt.

"Ja, schon!", gibt Sonja kleinlaut zu. Der Trainer steigt kopfschüttelnd von seinem Stahlross ab und kommt zu mir herüber. Ich muss noch mal runter vom Rad. Dann sch&a

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