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Friesendiebin. Ostfrieslandkrimi von Jorritsma, Sina (eBook)

  • Verlag: Klarant
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Friesendiebin. Ostfrieslandkrimi

Der Schock auf Borkum ist groß, als das Zimmermädchen des Hotel Manninga die Leiche einer Frau entdeckt. Wer ist die Schönheit, die tot in einem derzeit unbewohnten Zimmer der Unterkunft liegt? Die Unbekannte war eine auffällige Erscheinung, und die Inselkommissare Mona Sander und Enno Moll begeben sich auf die Suche nach Zeugen, die sie in den letzten Tagen gesehen haben. Schon bald verdichten sich die Hinweise, dass die Frau als Diebin auf der Ostfriesischen Insel unterwegs war. Hatte sie es auf den Stern von Sumatra abgesehen? Das kostbare Diadem befindet sich im Besitz eines Gastes des Hotel Manninga, der ins Visier der Ermittler gerät. Doch auch Timo Manninga, der Sohn der Hotelbesitzerin, macht sich verdächtig...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 200
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783965862777
    Verlag: Klarant
    Größe: 314 kBytes
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Friesendiebin. Ostfrieslandkrimi

Kapitel 1

 

Kommissarin Mona Sander kam sich vor wie eine Touristin, als sie an diesem sonnigen Septembermorgen durch das Zentrum von Borkum schlenderte. Gewohnheitsmäßig hatte sie ihr Fahrrad hinter der Polizeiwache an der Strandstraße abgestellt. Sie hätte das Gebäude beinahe betreten, als sie sich an ihre abzubummelnden Überstunden erinnerte.

Die rotblonde Kriminalistin hatte den ganzen Montag frei. Und sie wollte die Zeit nutzen, um ein Geburtstagsgeschenk für ihren Kollegen Enno Moll zu beschaffen. Das Vorhaben war leider nicht einfach: Mona wusste überhaupt nicht, was für ein Präsent dem hünenhaften Ostfriesen gefallen würde.

Sie schob die Hände in die Taschen ihres Anoraks und passierte langsam die gut besuchte »letzte Kneipe vor England«, um in die Franz-Habich-Straße einzubiegen. Dort gab es reichlich Souvenirläden, in denen sich die Besucher der Hochseeinsel Mitbringsel aller Art besorgten. Doch Mona würde für den gebürtigen Borkumer Enno ganz gewiss keinen Kunststoff-Seehund und auch keine Flasche mit Sanddorn-Likör kaufen. Es musste schon etwas Originelleres sein - ein Geschenk, das zu dem Oberkommissar mit dem scharfen Verstand und dem großen Herzen passte.

Soeben war eine Kleinbahn in den Inselbahnhof eingefahren, und aus den bunten Waggons stiegen die mit der Fähre eingetroffenen Urlauber. Es war ein gewohntes Bild, nicht nur im Hochsommer. Die Kommissarin ertappte sich dabei, dass sie stehen blieb und die Menschen beobachtete. Am Inselbahnhof gab es immer etwas zu sehen, nicht nur für eine aufmerksame Kriminalbeamtin. Unwillkürlich drückte sie sich davor, eines der Geschäfte zu betreten. Dieser Nordsee-Schnickschnack dort ging ihr auf die Nerven, obwohl sie die Insel liebte. Auf keinen Fall wollte sie zu einem Verlegenheitspräsent greifen, nur um nicht mit leeren Händen dazustehen. Im Vorjahr war die Kommissarin vor Verlegenheit fast im Boden versunken, weil sie Ennos Wiegenfest schlicht und einfach vergessen hatte. Mona fing gerade an, schlechte Laune zu bekommen, als ihr Smartphone klingelte. Ihr Vorgesetzter war am Apparat.

»Ich bin mir im Klaren darüber, dass Sie heute eigentlich dienstfrei haben, Frau Sander«, sagte Oltbeck auf seine umständliche Art. »Leider hat es einen Vorfall gegeben, der ...«

Die Kriminalistin unterbrach ihn. Geduld war eindeutig nicht ihre starke Seite.

»Wo befindet sich der Tatort?«

»Im Hotel Manninga, in der Westerstraße. Herr Moll ist bereits vor Ort. Sie kennen ja unsere knappe Personaldecke, und daher ...«

»Ich mache mich gleich auf die Socken, Herr Oltbeck. Wir erstatten Ihnen dann später Bericht.«

Mit diesen Worten würgte Mona ihren Chef ab und steckte das Mobiltelefon wieder ein. Sie beschleunigte ihre Schritte, bog in den Alten Damenpfad ein und erreichte wenig später die langgezogene Westerstraße. Natürlich kannte die Ermittlerin das Hotel Manninga. Es gehörte zu den preiswerteren Unterkünften der Insel. Das Haus verfügte nur über zehn Gästezimmer, die selten alle ausgebucht waren. In der schmalen Villa schien die Zeit stehengeblieben zu sein. Viele Hotels und Pensionen verfügten heutzutage über TV und WLAN in allen Räumen, während die jetzigen Besitzer der Villa sich immer noch im Ruhm von Keno Manninga sonnten, der beim Schwimmen für Deutschland eine Goldmedaille erkämpft hatte.

Doch das war vor hundert Jahren gewesen, zur Kaiserzeit.

Mona näherte sich nun dem Hotel. Das schmale Backsteingebäude verfügte über einen kleinen Vorgarten, in dem Heckenrosen blühten. Am Eisenzaun lehnten die Dienstfahrräder von zwei uniformierten Kollegen. Den zivilen Opel Vectra, mit dem sich Mona und Enno normalerweise fortbewegten, erblickte sie nicht. Vermutlich war ihr Kollege zu Fuß gekommen, denn die Polizeistation befand sich nicht allzu weit entfernt von der Westerstraße.

Mona betrat das Haus. Es roch dort nach Sandelholz und Sonnencreme. Der Fußabtreter

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