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Fromme Unschuld Ein Fall für Roger Chapman von Sedley, Kate (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 18.12.2013
  • Verlag: Edel Elements
eBook (ePUB)
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Fromme Unschuld

Ein spannender Kriminalroman aus der Zeit der Rosenkriege! Kate Sedley entwirft ein farbenprächtiges Bild des mittelalterlichen England, erzählt von rauschenden Festen, opulenten Banketten, prunkvollen Maskenspielen am Fürstenhof, aber auch vom Leben in verwinkelten Gassen und finsteren Kaschemmen der Unterwelt. Roger Chapman, ehemals Dominikanermönch, jetzt Straßenhändler, ermittelt in seinem vierten Fall. England in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts, während der Wirren der Rosenkriege. Der Klosterschüler Roger sollte eigentlich Mönch werden, doch für das abgeschiedene Leben hinter Klostermauern war er viel zu abenteuerlustig. Kurz vor dem Gelübte verläßt er den Benediktinerorden, schlägt sich fortan als Straßenhändler durch und wird auf seinen Wanderungen immer wieder in geheimnisvolle Kriminalfälle verwickelt...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 288
    Erscheinungsdatum: 18.12.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783955301798
    Verlag: Edel Elements
    Größe: 3053 kBytes
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Fromme Unschuld

Zweites Kapitel

Hastig beendete ich meine Rasur und folgte Grizelda dann zum Hühnerstall, wo ich niederkniete, um alles genau zu untersuchen. Sie hatte recht gehabt, das hölzerne Schloß war aufgebrochen worden, und in der Nähe lagen Büschel weißer Federn. Ich sah zu der Kuh auf, die zufrieden weidete, und musterte dann das Schwein, das in seinem Koben prustete und in der Erde wühlte.

"Ihr dürft Euch sehr glücklich schätzen, Mistress Harbourne, daß sie nur die Henne gestohlen haben", sagte ich. "Sie müssen auf dem Rückweg zufällig bei Euch vorbeigekommen sein, als sie nicht mehr viel Zeit und schon zuviel zu tragen hatten. Sonst hättet Ihr Eure anderen Tiere auch eingebüßt."

"Sie?" Grizelda runzelte die Stirn. "Wer sind ‹sie›, Master Chapman?"

"Nun, die Banditen, die, soviel ich verstanden habe, den Bezirk seit ein paar Monaten terrorisieren. Da Ihr in dieser Gegend wohnt, können Euch ihre Raubzüge doch nicht entgangen sein."

Sie wurde sehr blaß und preßte eine Hand aufs Herz, als wollte sie es beruhigen. Ihre Augen weiteten sich.

"Die Raubgesellen, meint Ihr? Der Gedanke ist mir nicht gekommen. Ich habe an einen hiesigen Dieb gedacht - vor allem deshalb, nehme ich an, weil nur Félice gestohlen wurde und sonst nichts passiert ist. Ich weiß natürlich von diesen Männern, aber sie schlachten Vieh und verwüsten ganze Pflanzungen." Sie holte tief und zitternd Atem. "Sie morden sogar. Aber nichts davon ist hier geschehen. Nur meine arme kleine Henne wurde gestohlen. Warum glaubt Ihr, daß sie es gewesen sind?"

Kurz berichtete ich ihr von meiner Begegnung mit den Räubern am frühen Morgen. "Und einer trug eine Henne unter dem Arm. Den Schnabel hatte er ihr zugebunden, um zu verhindern, daß sie gackerte."

Grizelda blinzelte ihre Tränen fort. "Werden sie sie umbringen?"

Ich richtete mich auf, streckte meine verkrampften Beine und lächelte tröstend. "Ich glaube nicht. Hätten sie das beabsichtigt, hätten sie ihr den Hals umgedreht, bevor sie sie mitnahmen. Sie hätten sich nie die Mühe gemacht, sie zu knebeln. Sie brauchen wohl eine Legehenne. Banditen, nehme ich an, mögen Eier genauso gern wie ihre gesetzestreueren Mitbrüder." Ich sah mich noch einmal auf der kleinen Lichtung um, auf der frisches Frühlingsgrün sproß und die von schattigen Bäumen gesäumt wurde. "Ich wiederhole, Ihr habt unwahrscheinliches Glück gehabt. Sie müssen an Eurem Cottage vorbeigekommen sein, nachdem sie schon schwer Beute gemacht hatten. Vermutlich haben sie die Henne gackern gehört und sich entschlossen, sie zu stehlen, ohne lange zu überlegen. Es tut mir leid. Ihr werdet sie vermissen."

Grizelda nickte langsam. "Félice war nicht nur eine Gefährtin, sondern auch eine Einnahmequelle für mich. Ich konnte ihre Eier auf dem Markt in Totnes verkaufen und den Kot aus ihrem Stall als Bleiche an die Waschfrauen der Stadt. Aus Vogeldung gewinnt man eine hervorragende Lauge, wie Ihr vermutlich wißt." Ihr besorgter Blick traf mich, und sie schüttelte sich. "Ich kann nicht glauben, daß diese Teufel hier waren und, während ich drinnen ahnungslos geschlafen habe, um mein Cottage herumgeschlichen sind. Ich bekomme Gänsehaut, wenn ich nur daran denke."

Ich zögerte, weil ich mich nicht festlegen wollte, andererseits aber von Schuldbewußtsein gepeinigt wurde bei dem Gedanken, daß sie hier allein schlief. Nachdem die Räuber gewissermaßen über Grizeldas Besitz gestolpert waren, würden sie wahrsch

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