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Frostgrab von Reynolds, Allie (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 27.10.2020
  • Verlag: HarperCollins
eBook (ePUB)
9,99 €
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Frostgrab

Die Snowboarderin Milla trifft auf einer einsamen Lodge in den französischen Alpen ihre Clique von früher wieder. An diesem Ort haben sie vor zehn Jahren gemeinsam trainiert, bis eine Tragödie alles zunichtemachte. Doch was Milla als harmloses Wiedersehen ansah, entwickelt sich schnell zum gnadenlosen Psychospiel. Plötzlich sind die Handys verschwunden, und die Seilbahn steht still. Dann ist der Erste von ihnen tot. Die eisige Bergspitze droht zum Grab für sie alle zu werden, wenn sie nicht ihr düsterstes Geheimnis offenbaren. Und jeder hat etwas zu verbergen. Besonders Milla.
»Flott geschriebene Spannungslektüre mit zwar vorhersehbaren, aber dennoch gelungenen Überraschungseffekten.«
 (ekz.bibliotheksservice, 46/2020)



Allie Reynolds fuhr professionell Snowboard und rangierte unter den ersten zehn in der Rangliste. Sie verbrachte mehrere Winter in den Bergen von Frankreich, der Schweiz, Österreich und Kanada. Im Jahr 2003 tauschte sie das Snowboard gegen das Surfbrett und zog an die Goldküste in Australien, wo sie fünfzehn Jahre lang Englisch als Fremdsprache unterrichtete. Frostgrab ist ihr erster Roman. Sie schreibt bereits an ihrem zweiten Thriller.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 416
    Erscheinungsdatum: 27.10.2020
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783959675901
    Verlag: HarperCollins
    Originaltitel: Shiver
    Größe: 2201 kBytes
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Frostgrab

1

»Hallo?« Mein Rufen hallt in der Betonhöhle nach.

Die vertrauten rot-weißen Seilbahngondeln stehen aufgereiht hintereinander, aber im Führerstand der Anlage ist niemand. Die Sonne ist hinter den Alpen verschwunden, der Himmel rosa, aber im Gebäude brennt kein einziges Licht. Wo sind alle?

Ein eisiger Wind schlägt mir ins Gesicht. Ich vergrabe mich tiefer in meine Jacke. Es ist außerhalb der Saison, und der ganze Ort befindet sich in einer Art Winterschlaf noch bis nächsten Monat. Ich gehe nicht davon aus, dass die anderen Skilifte in Betrieb sind, allerdings dachte ich, dieser hier schon. Wie sollen wir sonst hoch auf den Gletscher kommen? Habe ich mich vielleicht im Tag geirrt?

Ich stelle die Snowboardtasche ab und nehme mein Telefon heraus, um noch mal einen Blick auf die E-Mail zu werfen. Ich weiß, ist schon ziemlich lange her, aber hättest du Bock auf ein Wiedersehen-Wochenende? Panoramagebäude, Glacier du Diable, Le Rocher. Treffpunkt Freitag, 7. November, 17 Uhr, an der Seilbahn. C. x

C steht für Curtis. Hätte mich jemand anderer eingeladen, hätte ich die Mail ohne Antwort sofort gelöscht.

»Yo, Milla!«

Und schon kommt Brent mit großen Schritten die Treppe rauf, steuert auf mich zu. Zwei Jahre jünger als ich, inzwischen also einunddreißig, aber er besitzt immer noch seinen jungenhaften Charme - das weiche dunkle Haar, die Grübchen -, allerdings sieht er leicht angegriffen und müde aus.

Mit einer stürmischen Umarmung hebt er mich hoch. Auch ich drücke ihn fest. Die vielen kalten Nächte, die ich in seinem Bett verbracht habe. Ich habe ein schlechtes Gewissen, weil ich mich so lange nicht bei ihm gemeldet habe. Doch nach allem, was passiert ist ... Na ja, er hat sich ja auch nicht bei mir gemeldet.

Über seiner Schulter zeichnen sich die spitzen Gipfel als Schatten vor dem dunkel werdenden Himmel ab. Will ich das wirklich machen? Noch ist es nicht zu spät. Ich könnte mir irgendwelche Ausreden einfallen lassen, wieder in den Wagen springen und zurück nach Sheffield fahren.

Hinter uns räuspert sich jemand. Wir lösen uns voneinander und sehen den großen, blonden Curtis.

Irgendwie war ich davon ausgegangen, dass Curtis immer noch so aussieht wie bei unserer letzten Begegnung. Von Trauer gezeichnet. Ein gebrochener Mann. Aber natürlich war es nicht so. Er hatte zehn Jahre, um darüber wegzukommen. Oder es zumindest irgendwie wegzupacken.

Curtis' Umarmung ist kurz. »Schön, dich zu sehen, Milla.«

»Gleichfalls.« Es ist mir schon immer schwergefallen, ihm direkt in die Augen zu sehen, weil er so verflucht gut aussah - immer noch aussieht -, aber heute fällt es mir noch schwerer.

Curtis und Brent geben sich die Hand, Curtis' Hand sehr weiß auf der von Brent. Sie haben ihre Snowboards mitgebracht; nicht weiter überraschend. Ohne konnten wir kaum auf den Berg. Sie tragen Jeans, wie ich, aber ich finde es lustig, dass ich unter ihren Snowboardjacken Hemdkragen sehe.

»Ich sollte mich hoffentlich nicht aufbrezeln«, sage ich grinsend.

Curtis mustert mich von oben bis unten. »Wird schon gehen.«

Ich schlucke. Seine Augen sind so blau wie immer, erinnern mich aber an jemanden, an den ich nicht denken möchte. Auch von der Wärme, die er früher ausstrahlte, ist nichts mehr da. Seinetwegen habe ich mich an den Ort geschleppt, an den ich nie mehr zurückkehren wollte, das hatte ich mir geschworen. Ich bedaure es jetzt schon.

»Wer kommt noch?«, fragt Brent.

Warum sieht er mich dabei an?

»Keine Ahnung«, antworte ich.

Curtis lacht. »Weißt du's nicht?«

Schritte. Hier kommt Heather. Und wer ist das? Dale? Niemals - sind die immer noch zusammen?

Dales einst wilde Haare haben jetzt einen modischen Schnitt, seine Piercings sind verschwunden. Seine trendigen Skateschuhe sehen nicht aus, a

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