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Fusslos Noldi Oberholzers dritter Fall von KuhnKuhn (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 06.07.2016
  • Verlag: Gmeiner-Verlag
eBook (ePUB)
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Fusslos

Alfons Nievergelt, Polizist aus Sternenberg, liegt auf seinem Bett. Ermordet. Zu Lebzeiten pflegte er jede Menge Feindschaften. Jahrelang stritt er mit dem Nachbarn um ein St ck Wald, vernachl"ssigte seine Frau, der Sohn ist verschwunden. Das ergibt eine Reihe von Verd"chtigen. Leider haben alle ein Alibi. F r den T"sstaler Polizisten Noldi Oberholzer, der zu seinem Zrger den mysteri"sen Fall bernehmen muss, eine echt harte Nuss zu knacken. Doch er l"sst nicht locker, bis das Gespinst aus Lug und Trug zerf"llt. Roswitha Kuhn studierte Germanistik und Slawistik in Graz. Neben der T"tigkeit als Bibliothekarin in Graz, Wien und am Tibet-Institut Rikon schrieb sie Romane, Erz"hlungen, Gedichte und H"rspiele. Sie lebt mit ihrem Mann, Jacques Kuhn, in Rikon und Z rich.? Jacques Kuhn trat nach einem Ingenieurstudium in Z rich und in den USA in die v"terliche Firma ein und f hrte die Kuhn Rikon AG gemeinsam mit seinem Bruder Henri viele Jahre. Nach dessen Tod bernahm er die Gesamtverantwortung f r das Familienunternehmen. Jacques und Henri Kuhn gr ndeten 1968 auf Wunsch des XIV. Dalai Lama das Tibet-Institut in Rikon, das einzige tibetisch-buddhistische Kloster im Westen.? Nach ihrer sp"ten Heirat sind KuhnKuhn mit groáer Begeisterung unter die Krimi-Schreiber gegangen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 408
    Erscheinungsdatum: 06.07.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783839251003
    Verlag: Gmeiner-Verlag
    Größe: 2292 kBytes
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Fusslos

1. Wanderer auf der Bank

Der Polizist liegt im Bett. Er schläft aber nicht, er ist tot. Über sein Gesicht kriecht eine Fliege, und auf dem Boden stehen fein säuberlich nebeneinander zwei nackte Füße. Nirgends ist ein Tropfen Blut zu sehen. Die Leiche wirkt mit ihren auf dem Bauch gefalteten Händen adrett und scheinbar unversehrt. Erst als der Arzt sie umdreht, entdeckt er die Todesursache. Der Mann ist erschossen worden, mit einem einzigen aufgesetzten Schuss in den Rücken.

An dieser Stelle kommt bereits Noldi, beziehungsweise Kantonspolizist Arnold Oberholzer, ins Spiel. Er hat Ferien, denn um diese Jahreszeit ist es in der Polizeistation Tösstal relativ ruhig. Die Leute haben sich vor der Hitze in die Badi geflüchtet oder irgendwo in den Schatten der Büsche am Flussufer.

Noldi und seine Frau sind vor einer Woche losgefahren. Mit dem Auto durch den Nationalpark, über den Ofenpass nach Mustair. Dort haben sie zum ersten Mal Station gemacht. Nach dem Mittagessen besuchten sie die Klosterkirche. Vor dem Hauptaltar haben sie einander mit dem Ellbogen angestoßen. Sie erinnerten sich, wie sie vor Jahren mit den Kindern hier gewesen sind. Ihre jüngere Tochter konnte sich nicht an dem Fresko sattsehen, welches den Tanz der Salome darstellt. Sie macht einen Handstand vor Herodes, um ihm ihre Beine zu zeigen. Dafür verlangt sie den Kopf des Jochanaan. Das beeindruckte Felizitas nicht im Mindesten. Sie wollte nur so ein Kleid wie die Tänzerin, blau mit unten fünf Zipfeln.

Von Mustair fuhren Noldi und Meret weiter nach Meran. Die endlosen Obstplantagen rechts und links der Straße hatten schon Frucht angesetzt. Sie suchten ein kleines Hotel in der Altstadt. Dort im Zimmer fielen sie einander um den Hals. Sie fanden ihre ersten Ferien ganz ohne Kinder großartig und hatten gleichzeitig ein schlechtes Gewissen wegen ihrer Erleichterung. Sie mussten sich kein abwechslungsreiches Programm einfallen lassen, um ihre Brut bei Laune zu halten, sondern schliefen, so lange sie Lust hatten, schlenderten müßig die Promenade am Fluss entlang und saßen stundenlang im Kaffeehaus, musterten die anderen Spaziergänger und machten über alle und jeden boshafte Bemerkungen, die sie sich vor den Kindern nie erlaubt hätten.

Jetzt, am Tag nach der Rückkehr, geht Noldi mit seinen drei Enkeln auf dem Tössdamm spazieren. Dieser Damm wurde im vorigen Jahrhundert angelegt, um den Talgrund vor dem wilden und völlig unberechenbaren Fluss zu schützen. Auf der einen Seite des Weges fällt das Ufer steil zur Töss ab, auf der anderen geht es ebenso steil hinunter. Es ist ein schöner Tag im Juni, der Himmel blau, die Bäume grün. Auf den Wiesen hat der Hahnenfuß den Löwenzahn schon abgelöst. Der vierjährige Mark, Noldis erster Enkel, zerrt zum Zeitvertreib einen schweren Ast hinter sich her, den er am Weg gefunden hat. Die Zwillinge, Luis und Lena, sind knapp zwei. Sie kamen genau an dem Tag zur Welt, als Noldi um ein Haar erschossen worden wäre. Daran denkt er nicht gern, denn das Entsetzen steckt ihm nach wie vor in den Knochen. Lieber erinnert er sich, wie er mit Meret, seiner Frau, und seinem jüngsten Sohn in die Geburtsabteilung der Klinik Hirslanden gekommen ist.

Richard, der Schwiegersohn, war da, und die Männer schlugen einander besonders kräftig auf die Schultern, um nicht vor Rührung in Tränen auszubrechen. Dann stießen alle mit Champagner auf das glückliche Ereignis an. Sogar der damals 13-jährige Pauli bekam einen Schluck. Nur Verena, die Mutter der Neugeborenen, trank nichts. Sie war vor Erschöpfung eingeschlafen.

Die Geburt hatte sich hingezogen. Offenbar konnten sich die Zwillinge nicht einigen, wer zuerst an der Reihe wäre. Das Mädchen, ein strammes kleines Ding, setzte sich schließlich durch, dann kam ihr Bruder, auch er gesund und munter, aber eine Spur zarter als seine Schwester.

Sie lagen eng nebeneinander in ihrem Bettchen, und Noldi traf fast der Schlag, als er sich über sie beug

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