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G. F. Unger Sonder-Edition 124 - Western Apache Springs von Unger, G. F. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 14.11.2017
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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G. F. Unger Sonder-Edition 124 - Western

Die Besatzung von Apache Springs und die in seinen Schutz geflüchteten Frauen und Kinder waren dem Tod geweiht. Coloradas Victorio, der Häuptling der Chiricahua-Apachen, wollte Rache für sein von weißen Skalpjägern grausam niedergemetzeltes Dorf. Doch dann tauchte Les Quinnahan auf, der Mann, dem Red Vic die kleine Schwester geraubt hatte ...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 80
    Erscheinungsdatum: 14.11.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732554423
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Größe: 1745 kBytes
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G. F. Unger Sonder-Edition 124 - Western

1

Als Les Quinnahan die Quelle erreicht, lebt Bill Sherburn noch. Die Apachen haben ihn mit einer Lanze am Boden festgenagelt.

Bill Sherburn liegt ganz still. Sein Gesicht ist schweißbedeckt. Wahrscheinlich spürt er die Schmerzen schon nicht mehr richtig. Als er den Reiter auf dem löwengelben Pferd auftauchen sieht, kehrt sein Verstand noch einmal zurück. Seine Energie lässt seine Lebensgeister noch einmal aufflackern.

Nach einer Weile erkennt er Les Quinnahan sogar. Sie begegneten sich manchmal in den wenigen Siedlungen des Landes und in Städten wie Tucson, Nogales, Silver City, Las Palomas und El Paso. Er verzerrt sein zerschundenes, schweißbedecktes Gesicht zu einem Grinsen. "Pass nur auf", stößt er hervor, "dass sie dich nicht auch erwischen! Denn sie sind gewiss noch in der Nähe. Ich war ..."

"... auf Skalpjagd", unterbricht ihn Les Quinnahan heiser. "Du gehörtest zu einer Mannschaft, die auf Skalpjagd war. Am Pinto Creek habt ihr ein Dorf mit Frauen und Kindern gefunden und es überfallen. Ihr habt viele Skalps erbeutet." 1)

"Ja", erwidert der Sterbende mühsam. "Ich selbst erwischte sieben Skalps und hätte mir für die Prämie eine neue Milchkuh und einige andere Dinge kaufen können. Die Apachen fügten mir immer wieder großen Schaden zu, und ich dachte mir, dass nun sie einmal bezahlen ... Oh, ich konnte ihnen nicht entkommen. Coloradas Victorio holte uns ein. Er erwischte nacheinander alle von uns. Ich bin der letzte Mann. Doch bevor sie mich mit der Lanze hier festnagelten, sagte er mir, dass er dorthin ginge, wo unsere Frauen und Kinder lebten und ..."

Er kommt nicht weiter. Seine leise und vor Schmerz heisere Stimme versagt.

Les Quinnahan saß inzwischen ab. Er berührt mit den Fingern die Lanze, doch er zögert, sie herauszuziehen. Er hat in diesem Land schon mehr als einen Mann auf diese oder ähnliche Art sterben sehen. Bill Sherburn wäre noch schneller tot, entfernte man die Lanze.

Sherburn öffnet wieder seine Augen.

"Du bist Quinnahan, nicht wahr? Reite zu meiner Frau und sag ihr, dass sie frei ist. Ich war schon immer ein Versager. Coloradas Victorio ist unterwegs, um kleine Siedlungen und Ranches zu überfallen. Er will Rache für unser Massaker nehmen. Ann und Joe müssen fort. Vielleicht können sie sich bis Fort Grant ..."

Er schließt plötzlich die Augen, zuckt zusammen und entspannt sich allmählich. Er ist tot.

Les Quinnahan weiß es.

Er starrt auf Bill Sherburn nieder und weiß nicht, ob er ihn bedauern oder verachten soll.

Bill Sherburn war einer von diesen zähen, verwegenen Siedlern, die es wagten, mit Frau und Kind in einem Land zu leben, in dem sie ständig von wilden Apachen bedroht wurden. Diese Siedler setzten all ihre Chips darauf, dass es der Armee gelingen würde, die Apachen endgültig zu befrieden.

Doch zumeist verloren sie dieses Spiel - wie jetzt Bill Sherburn. Die Apachen stahlen oder töteten ihr Vieh und ihre Pferde. Sie brannten ihnen die Hütten nieder, vergifteten ihre Brunnen oder Wasserstellen. Oder sie töteten die Männer, manchmal auch die Frauen - niemals jedoch die Kinder.

Les Quinnahan steht bei dem Toten und denkt über all diese Dinge nach. Plötzlich erinnert er sich an Bill Sherburns Frau, an ihr rotes Haar und ihre grünen Augen, an ihren Gang, ihre Stimme und an die Art, wie sie das Kinn hob.

Das sah er damals in Tucson, als Sherburn mit seiner Frau aus der Bank kam, wo er einen Kredit bekommen hatte. Les hatte dem Paar nachgesehen und sich gefragt, wie ein Mann wie Sherburn zu einer solchen Frau kam?

Nun ist er tot. Und sie ist in Gefahr. Alle kleinen Siedlungen und Farmen nach Norden zu sind in Gefahr.

Les Quinnahan ist nur wenig mehr als mittelgroß, dabei hager wie ein Wüstenwolf. Doch seine Schulterpartie, seine langen Arme und die geschmeidigen Hände verraten eine rasche, zupackende Kraft. Seine Handgelenke sin

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