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Galgenhügel Ein Münsterland-Krimi. Der erste Fall für Tenbrink und Bertram von Finnek, Tom (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 05.12.2017
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Galgenhügel

Ein nebelverhangener Herbstmorgen, ein kleines Dorf im Münsterland und ein historischer Galgen - an dem eine bekannte Schauspielerin hängt. Alles deutet auf Selbstmord hin. Doch Kommissar Tenbrink wird hellhörig, als er erfährt, dass die Schwester der Toten vor sechzehn Jahren an genau diesem Ort auf tragische Weise ums Leben kam. Ein bloßer Zufall? Tenbrink und sein junger Kollege Bertram glauben nicht an Zufälle. Irgendwo muss es eine Verbindung zwischen den beiden Todesfällen geben. Während ihrer Ermittlungen graben sie tief in der Vergangenheit der Dorfbewohner - was nicht allen im Ort gefällt. Und um ein altes Geheimnis zu schützen, schreckt jemand auch vor weiteren Morden nicht zurück. 'Galgenhügel' ist der Auftakt der neuen Krimi-Reihe von Erfolgsautor Tom Finnek um das Ermittlerteam Tenbrink und Bertram: Westfälischer Dickschädel mit Erinnerungslücken trifft auf strafversetzten Magdeburger mit heikler Vergangenheit. LESER-STIMMEN 'Die vielen Spuren, denen das Ermittler-Duo unter erhöhtem Zeitdruck nachgehen muss, verdichten sich zu einem fulminanten Showdown.' (Venatrix, Lesejury) 'Ein wirklich gut gelungener Krimi der alle Krimifans begeistern wird. Ein absolutes Muss!' (Kessi76, Lesejury) 'Tom Finnek hat hier ein ungewöhnliches, sehr sympathisches Ermittlerpaar geschaffen, das durch die bildhafte Beschreibung sofort im Kopf des Lesers haften bleibt. Die beiden agieren glaubhaft und kommen authentisch rüber.' (Ladybella911, Lesejury) eBooks von beTHRILLED - mörderisch gute Unterhaltung!

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 376
    Erscheinungsdatum: 05.12.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732547876
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Größe: 1211 kBytes
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Galgenhügel

Prolog

Warum konnte er nicht einfach den Mund halten? Verständnislos schaute Ellen ihren Mann an, der wild gestikulierend auf eine der verstört dreinschauenden Flugbegleiterinnen einredete, dabei lauthals fluchte und herumkrakeelte. Ellen betrachtete ihn wie einen völlig Fremden und kam sich plötzlich vollkommen einsam vor, als stürzte sie ganz allein mit diesem verdammten Flugzeug in Richtung Meeresoberfläche. Um sie herum weinten oder schluchzten die Leute, einige wenige beteten, ein junges Paar hielt sich über den Gang an den Händen, wieder andere tippten hektisch etwas in ihre Smartphones. Letzte Nachrichten für die Liebsten. Doch die meisten der Passagiere taten all das beinahe geräuschlos, wie gedämpft. Nur Michael brüllte herum und schnauzte die Stewardessen an, als wären sie irgendwelche Darstellerinnen in einem seiner Filme, die sich nicht an seine Regieanweisungen hielten. Ununterbrochen sprudelten Worte aus seinem Mund, dabei deutete er immer wieder auf seine Schwimmweste und die beiden Ventile, mit denen die Weste aufgeblasen wurde. Doch Ellen hörte gar nicht hin, sie schottete sich ab, gab keinen Ton von sich und versuchte, die letzten Augenblicke ihres Lebens ganz bei sich zu sein. Sie wollte sie nicht mit sinnloser Panik vergeuden. Sie wusste, dass sie in Kürze sterben würde, und versuchte, das Unvermeidliche zu akzeptieren. So schwer ihr das auch fiel. Was gab es jetzt noch zu sagen? Worte hatten jeden Sinn verloren. Vielleicht schwieg sie aber auch, weil die Angst ihr die Kehle zuschnürte. Wie in Schockstarre.

"Brace for impact!", hatte der Flugkapitän über die Lautsprecher gesagt.

Gleich wäre alles vorbei! Da konnte der schlaksige Amerikaner in der Reihe vor ihnen behaupten, was er wollte. Angeblich hatte er schon einmal eine solche Notwasserung überlebt, damals in New York, auf dem Hudson River. Es komme lediglich darauf an, dass der Pilot das Flugzeug waagerecht in der Luft halte und die Boeing mit beiden Tragflächen gleichzeitig auf dem Wasser aufkomme, hatte er bereits kurz nach dem Ausfall der Triebwerke getönt. Dann bestünde eine nicht geringe Wahrscheinlichkeit, dass sie die Katastrophe unbeschadet überstanden.

Ellen wollte davon nichts hören. Das hier war nicht New York, unter ihnen befand sich nicht der Hudson River, sondern das Karibische Meer, und die Küste Venezuelas war noch etliche Flugminuten entfernt. Statt auf dem Flughafen von Caracas zu landen, würden sie mitten in der Nacht mit der Boeing 767 im Ozean versinken. Und da sie in der Business Class direkt hinter dem Cockpit saßen, würden sie vermutlich als Erste auf dem Wasser aufschlagen und sterben. Bevorzugt selbst im Tod. Der Gedanke daran ließ Ellen mehrmals schlucken, sie war kurz davor, sich zu übergeben. Nicht jetzt , schalt sie sich in Gedanken und musste unwillkürlich und völlig unangebracht lachen.

"Was ist so witzig?", schimpfte Michael und stieß sie ärgerlich mit dem Ellbogen an. "Glaubst du, wir sind hier bei Verstehen Sie Spaß ?"

Ellen schüttelte den Kopf und biss sich auf die Lippen. Plötzlich hörte sie neben sich ein lautes Zischen. Sie erschrak und stellte irritiert fest, dass das Geräusch aus Michaels Rettungsweste kam. Entgegen den Anweisungen des Kabinenpersonals hatte er an den Ventilen der Druckpatronen gezogen.

"Wir sollen die Westen doch erst außerhalb des Flugzeugs aufblasen", sagte Ellen und merkte im selben Moment, wie dumm und hohl ihre Worte klangen. Wie sehr sie den eigenen düsteren Gedanken widersprachen. Es würde kein außerhalb des Flugzeugs geben. Jedenfalls würden sie es nicht mehr erleben.

"Und wenn ich nach dem Aufprall nicht mehr in der Lage bin, das Scheißding aufzublasen?", fuhr Michael sie an. "Was dann? Soll ich etwa ertrinken, nur weil das die verdammten Vorschriften so verlangen?"

Wir werden alle sterben, wollte Ellen sagen, beließ es dann aber bei einem stummen Achselzuck

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