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Gefährliche Begierde von Gerritsen, Tess (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 28.01.2020
  • Verlag: HarperCollins
eBook (ePUB)
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Gefährliche Begierde

Es sieht nicht gut aus für Miranda Wood: Man hat ihren Ex-Geliebten Richard in ihrem Bett gefunden - erstochen. Aber so schnell, wie sie im Gefängnis sitzt, so schnell ist sie auch wieder auf freiem Fuß. Jemand hat die Kaution für sie gestellt. Bloß wer? Miranda kann nur Vermutungen anstellen. Ist es jemand, der ihr helfen will, oder jemand, der sie benutzt? Zum Glück sucht Miranda nicht als Einzige nach dem wahren Täter. Chase Tremain, Richards Halbbruder, ist ebenfalls auf der Suche nach dem Schuldigen. Kann Miranda wenigstens ihn davon überzeugen, dass sie es nicht gewesen ist? "Tess Gerritsen ist eine der besten in ihrem Metier" USA Today Tess Gerritsen studierte Medizin und arbeitete mehrere Jahre als Ärztin, bis sie für sich das Schreiben von Romantic- und Medical-Thrillern entdeckte. Die Kombination von fesselnden Stories und fundierten medizinischen Kenntnissen brachte ihr den internationalen Durchbruch. Die Bestseller-Autorin lebt mit ihrem Mann in Maine.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 320
    Erscheinungsdatum: 28.01.2020
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783959679046
    Verlag: HarperCollins
    Originaltitel: PRESUMED GUILTY
    Größe: 2939 kBytes
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Gefährliche Begierde

2. KAPITEL

Die Polizeiwache von Shepherd's Island war in einem ehemaligen Gemischtwarenladen untergebracht, den man umgebaut und im Laufe der Jahre in immer kleinere Räume und Büros unterteilt hatte. Chase hatte das Gebäude als wesentlich eindrucksvoller in Erinnerung, aber es lag auch schon Jahre zurück, dass er es zum letzten Mal betreten hatte. Damals war er noch ein Junge gewesen, ein wilder und ungestümer noch dazu, ein frecher Bengel, für den eine Polizeiwache ganz klar eine Bedrohung darstellte. An jenem Tag, an dem man ihn hierhergeschafft hatte, weil er Mrs. Gordimers Rosenbeet zertrampelt hatte - natürlich ohne jede Absicht -, hatten die Decken höher und die Räume größer gewirkt, und hinter jeder Tür schien ungeahnter Schrecken zu lauern.

Jetzt hingegen sah er die Polizeiwache als das, was sie war: ein heruntergekommenes altes Gebäude, das dringend einen neuen Anstrich brauchte.

Lorne Tibbetts, der neue Polizeichef, passte hervorragend in dieses enge Labyrinth. Falls für die Polizeiarbeit eine Mindestgröße vorgeschrieben war, hatte er es irgendwie geschafft, sie zu umgehen. Er hatte die Statur eines Zwerges, den man in eine adrette khakifarbene Sommeruniform samt optisch größer machender Uniformmütze gesteckt hatte, die vermutlich eine beginnende Glatze verstecken sollte. Auf Chase wirkte er wie ein kleiner Napoleon in Gala-Uniform.

Was ihm an Körpergröße abging, machte Chief Tibbetts durch seine gesellschaftlichen Umgangsformen mehr als wett. Er schlängelte sich zwischen den Schreibtischen und Aktenschränken hindurch, um Evelyn mit der übertriebenen Beflissenheit zu begrüßen, die einer Frau ihres sozialen Standes in dieser Stadt zukam.

"Evelyn! Es tut mir so leid, dass ich Sie bitten musste, zu kommen." Er legte ihr eine Hand auf den Arm und drückte ihn. Was Trost und Ermunterung spenden sollte, ließ Evelyn zurückschrecken. "Und es war eine grässliche Nacht für Sie, nicht wahr? Wirklich eine grässliche Nacht."

Evelyn zuckte die Achseln, einerseits, um seine Frage zu beantworten, andererseits aber auch, um sich aus seinem Griff zu befreien.

"Ich weiß, wie schwer es ist, mit dieser Sache fertigzuwerden. Und ich wollte Sie nicht damit belästigen, nicht heute. Aber Sie wissen ja, wie das ist. All diese Berichte, die geschrieben werden müssen." Er warf Chase einen täuschend flüchtigen Blick zu. Der kleine Napoleon, so stellte Chase fest, hatte scharfe Augen, die alles sahen.

"Das ist Chase", erläuterte Evelyn und fuhr mit der Hand über ihren Blusenärmel, als wollte sie Chief Tibbetts Pfotenabdruck fortwischen. "Richards Bruder. Er ist heute Morgen aus Connecticut gekommen."

"Oh, ja." Tibbetts' Blick zeigte, dass er den Namen sofort erkannte und richtig einordnen konnte. "Ich habe ein Bild von Ihnen in der Sporthalle der Highschool hängen sehen." Er reichte ihm die Hand. Sein Händedruck war mehr als kräftig, der Händedruck eines Mannes, der seine geringe Körpergröße auszugleichen versuchte. "Sie wissen schon, das Bild von Ihnen im Trikot der Basketballmannschaft."

Chase blinzelte überrascht. "Das hängt immer noch da?"

"Da hängen die Spielerlegenden des Ortes. Warten Sie mal, Sie waren in der Klasse von 71, Point Guard, Schulauswahlmannschaft. Richtig?"

"Es überrascht mich, dass Sie das alles wissen."

"Ich war selbst Basketballspieler. Madison High School, Wisconsin. Rekordhalter drei Mal nacheinander. Und ich habe jede Menge Körbe erzielt."

Ja, Chase stand es klar vor Augen: Lorne Tibbetts, der randalierende Zwerg auf dem Basketball-Spielfeld. Das passte zu dem schmerzhaften Händedruck.

Die Tür zur Wache wurde plötzlich aufgerissen. "Hey, Lorne?", rief eine Frau.

Tibbetts drehte sich um und wandte sich erschöpft der Besucherin zu, die wirkte, als hätte der Wind sie von der Straße hereingeweht. "Du schon wieder, Annie?"

"Du wirst mich nicht los." Die Frau wechselte ihre abgewetzte Schu

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