text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Gefährliche Botschaft Ein Fall für Roger Chapman von Sedley, Kate (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 18.12.2013
  • Verlag: Edel Elements
eBook (ePUB)
2,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Gefährliche Botschaft

Ein spannender Kriminalroman aus der Zeit der Rosenkriege! Kate Sedley entwirft ein farbenprächtiges Bild des mittelalterlichen England, erzählt von rauschenden Festen, opulenten Banketten, prunkvollen Maskenspielen am Fürstenhof, aber auch vom Leben in verwinkelten Gassen und finsteren Kaschemmen der Unterwelt. Roger Chapman, ehemals Dominikanermönch, jetzt Straßenhändler, ermittelt in seinem zweiten Fall. England im Jahre 1473: Die Rosenkriege zwischen den Adelsgeschlechtern Lancaster und York dauern an. König Edward IV. möchte den Herzog von Burgund als Verbündeten gegen die Lancasters gewinnen und schickt einen Boten über den Kanal. Straßenhändler Roger, dessen Ruf als gewitzter Haudegen nach seinem ersten Abenteuer bis an den Königshof gedrungen ist, wird zum Geleitschutz bestellt. Als der Gesandte hinterrücks ermordet wird, muß Roger die gefährliche Mission allein vollenden ...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 252
    Erscheinungsdatum: 18.12.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783955301804
    Verlag: Edel Elements
    Größe: 3174 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Gefährliche Botschaft

2

E twa zehn Sekunden lang herrschte Schweigen, bevor der Herzog etwas sagte. Als er wieder sprach, klang seine Stimme schneidender und eindringlicher.

"Du kannst dir denken, daß das, was ich dir jetzt sage, streng geheim ist und ich dir blind vertraue." Er lächelte bitter. "Bis zu dem Augenblick, da Timothy Plummer meinem Sekretär gegenüber erwähnte, er habe dich am Morgen in Exeter gesehen, war ich mit meiner Weisheit am Ende. Ich wußte nicht, was ich tun und wen ich beauftragen sollte." Er zuckte die Achseln. "In diesen Zeiten ist es nicht leicht, jemandem Vertrauen zu schenken." Und ich wußte, daß er abermals seinen Bruder George meinte, und dazu womöglich noch jenen anderen George, seinen Vetter, den Erzbischof von York, der inzwischen in Schloß Hammes eingekerkert war.

Rasch warf ich ein: "Euer Gnaden brauchen sich nicht zu fürchten. Mir könnt Ihr blind vertrauen."

"Wäre ich davon nicht überzeugt, so würde ich nicht mit dir reden. Dich hat der Zufall hergeführt, doch mir kommt es wie die Antwort auf ein Stoßgebet vor. Wer weiß? Vielleicht ist es genau das."

Vermutlich hatte er sogar recht. Gott forderte die zweite Hälfte meiner Schuld ein, die noch ausstand, weil ich die Gelegenheit ausgeschlagen hatte, einer seiner Priester zu werden. Ich beschloß, einen lebhaften Dialog mit dem Allmächtigen zu führen und ihn bei Gelegenheit zu fragen, wie lange die Buße noch andauern sollte, doch hier war weder die Zeit noch der Ort dazu. Statt dessen lächelte ich, wenngleich mit knirschenden Zähnen, und murmelte: "Gottes Wege sind unergründlich, Hoheit."

Ich hatte den Eindruck, der Herzog blicke mich ein wenig mißtrauisch an, bevor er fortfuhr: "Dir werden sicher die Gerüchte über eine Invasion zu Ohren gekommen sein, die bereits den ganzen Frühling und Sommer über im Land kursieren. Du wirst wissen, daß man sich von Herzog François erzählt, er unterstütze Henry Tudors Anspruch auf den englischen Thron und sei bereit, ein Kontingent bretonischer Schiffe und Matrosen zu entsenden, um diesem Anspruch Nachdruck zu verleihen. Sogar jetzt, da wir uns unterhalten, kreuzt der Graf von Oxford im Ärmelkanal und wartet nur auf eine günstige Gelegenheit zum Angriff, irgendwo an unserer Küste." Er senkte den Blick und begann mit seinen Ringen zu spielen, wobei er einen der Ringe wiederholt von seinem Daumen zog und sogleich wieder aufsteckte. "Ebenso wird dir bekannt sein, daß ... daß gewissen Personen, die dem König und mir sehr nahestehen, an diesem Verrat beteiligt waren. Kurz gesagt, mein Bruder und mein Vetter."

Hier entstand eine etwas längere Pause, dann hob er den Blick und fuhr fort: "Der König und ich sind allerdings keinesfalls von Herzog François' Beteiligung an diesem Vorgang überzeugt. Keiner unserer Kundschafter, weder in Brest noch in St.-Malo, hat uns gemeldet, er habe irgend etwas beobachtet, was nach einer Invasionsflotte aussehe. Dennoch haben wir uns entschlossen, einen Kurier mit einem Schreiben an den Herzog in die Bretagne zu entsenden." Wieder zuckte er die Achseln. "Sein Inhalt ist weder für dich noch für den ausgewählten Kurier von Bedeutung. Nur soviel sei gesagt, daß gewisse Zusicherungen verlangt und Zusagen gemacht wurden. Doch ist es unbedingt notwendig, daß das Schreiben sicher an seinen Bestimmungsort gelangt." Er stützte die Ellbogen auf und sah mich über seine verschränkten Hände hinweg regungslos an. "Du fragst dich gewiß, welche Rolle du dabei spielen sollst. Ich will es dir erklären."

Tatsäch

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen