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Gefährliches Gelände Kriminalroman von Bus, Rosemarie (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 24.07.2014
  • Verlag: dtv Deutscher Taschenbuch Verlag
eBook (ePUB)
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Gefährliches Gelände

Abgründe im bayerischen Oberland Schliersee im Sommer: An den bekannten Josefstaler Wasserfällen wird ein Toter gefunden. Schnell entpuppt sich der scheinbare Unfall als hinterhältiger, trickreicher Mord. Die Journalistin Stella erkennt den Toten, der mit der einflussreichen Familie Hochstetten in Verbindung gestanden hat. Stella beginnt zu recherchieren und freundet sich mit der ermittelnden Polizistin an. Welche Rolle spielt Brigitte Hochstetten, deren Geliebter der Tote war? Und was führt der Koch der Familie, den Stella so attraktiv findet, im Schilde? Rosemarie Bus, geboren in der Pfalz, hat als Journalistin bei diversen Zeitschriften gearbeitet. Heute lebt sie als freie Schriftstellerin am Schliersee in Oberbayern.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 432
    Erscheinungsdatum: 24.07.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783423423182
    Verlag: dtv Deutscher Taschenbuch Verlag
    Größe: 2268 kBytes
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Gefährliches Gelände

2

Irma war schuld. Mit einer für sie untypischen Diskretion hatte Stellas Mutter gut zwei Monate zuvor eine sorgfältig ausgeschnittene Anzeige aus dem Miesbacher ›Alpenboten‹ auf dem Frühstücksteller ihrer Tochter platziert. Versteckt unter der Serviette.

"Gesellschafterin für angesehenen älteren Herrn gesucht. Nur vertraglich geregeltes Arbeitsverhältnis. Erstklassige Sozialleistungen. Bewerbung mit aussagekräftigen Referenzen bitte an den ›Alpenboten‹ unter der Chiffre ... "

Die Tätigkeit ihrer Tochter als Aushilfsbedienung im Bräurosl war schon länger eine harte Prüfung für Irmas Mutterstolz; dafür brauchte niemand ein Germanistikstudium, also erbat sie von ihrer adeligen Schafkopffreundin Erdmute eine Gefälligkeitsreferenz, die unverzüglich auf edlem Briefpapier mit goldgeprägtem Wappen geliefert wurde.

Stella sträubte sich nur kurz. Zwar sah sie sich mit einiger Berechtigung als Journalistin, schließlich war sie für diesen Beruf ausgebildet worden und hatte auch einige, wenn auch schon etwas zurückliegende Erfolge aufzuweisen, aber die Auftragslage hatte sich in letzter Zeit höchst unerfreulich entwickelt, bis hin zum völligen Stillstand. Die Berufsaussichten in der Altenbetreuung galten dagegen als zukunftssicher. Ihr gefiel zwar der Gedanke besser, im Bräurosl zu kellnern, so lange, bis eine Redaktion sich eventuell an sie erinnern würde. Schließlich wusste sie aus Erfahrung, dass irgendwann doch von irgendwo eine Mail oder ein Anruf mit einem Auftrag kam. Dumm nur, dass es diesmal einfach nicht passieren wollte.

Wegen des ausgesprochen verregneten Frühlings florierte auch das Bräurosl nicht wirklich. Ihr Konto rutschte so stur immer weiter ins Minus, dass Stella schon Irma hatte anpumpen müssen. Für eine 35-jährige Tochter ein nicht unerheblicher Schlag aufs Selbstbewusstsein.

Nach einer schlaflosen Nacht schickte sie die Bewerbung los. Zwei Tage später meldete sich eine freundliche Sekretärin, die bestätigte, es werde tatsächlich eine kompetente Dame zur Gesellschaft einer einflussreichen deutschen Unternehmerpersönlichkeit gesucht. Sofort. 40-Stunden-Woche, Verpflegung inklusive.

Stella kannte, wie jeder halbwegs neugierige Zeitgenosse im Landkreis Miesbach, Namen und Adresse der reichsten Familie der ganzen Gegend. Sie war schon öfter an dem Anwesen vorbeigefahren und hatte sich überlegt, wie das Leben hinter den drei Meter hohen Hecken wohl aussehen mochte. Jetzt hatte sie die Chance, es zu erfahren.

Beim Vorstellungsgespräch hatte Brigitte Hochstetten, die Tochter des alten Herrn, ein Gehalt von 2250 Euro brutto angeboten und einen Vertrag über Sekretariatsarbeiten in der familieneigenen Stiftung, die auch die Zahlungen übernahm. Der 90-jährige Franz Hochstetten hatte sie mürrisch gemustert, "die eine kommt, die andere geht" gemurmelt und sein Frühstücksei auf den Bademantel gekleckert.

Damit war Stella angestellt.

Ihre Arbeitstage begannen im Wesentlichen damit, zu warten, bis Franz Hochstetten ausgeschlafen hatte. Fühlte er sich morgens fit genug, um nach dem Frühstück das Bett zu verlassen und allein aufs Klo zu gehen, half sie ihm beim Anziehen, dann spazierten sie Arm in Arm in dem weitläufigen Park herum, der zu dem Anwesen gehörte. Franz weigerte sich, einen Rollator zu benutzen. "Der macht mich alt." Meistens trafen sie niemanden, manchmal vielleicht den Gärtner. Danach gab es Mittagessen, und schon war Franz reif für ein Nickerchen.

Der legendäre Egomane, der einen der größten Elektronikkonzerne der Welt aufgebaut hatte, war vom Alter auf Normalmaß zurechtgestutzt wor

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