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Gefangen im Nichts Kriminalroman von Brooks, Kevin (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 22.08.2014
  • Verlag: dtv Deutscher Taschenbuch Verlag
eBook (ePUB)
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Gefangen im Nichts

Der 3. Fall für Privatdetektiv John Craine

Jamaal wurde brutal misshandelt und mit 22 Messerstichen getötet: Als John Craine den Auftrag annimmt, den Mörder des jungen Somaliers zu suchen, ahnt er nicht, wie mächtig sein Gegner ist. Die Polizei legt Craine einen Stein nach dem anderen in den Weg. Und auch seine Recherchen zu dem mysteriösen Tod seines Mentors Leon Mercer und dessen Frau versucht man zu behindern. Vor allem einem ist der Privatdetektiv ein Dorn im Auge: Detective Chief Inspector Mick Bishop, machtbesessen, skrupellos, mit besten Kontakten ins kriminelle Milieu. Ein Netz aus Korruption und Lügen zieht sich immer enger um Craine zusammen ...

Kevin Brooks, geboren 1959, wuchs in einem kleinen Ort namens Pinhoe in der Nähe von Exeter/Südengland auf. Er studierte in Birmingham und London. Sein Geld verdiente er lange Zeit mit Gelegenheitsjobs. Seit dem überwältigenden Erfolg seines Debütromans ?Martyn Pig? ist er freier Schriftsteller.

Für seine Arbeiten wurde er mit renommierten Preisen ausgezeichnet, u.a mehrfach mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis sowie der Carnegie Medal für 'Bunker Diary'. Seit einiger Zeit schreibt er auch Kriminalromane für Erwachsene.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 320
    Erscheinungsdatum: 22.08.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783423423380
    Verlag: dtv Deutscher Taschenbuch Verlag
    Serie: dtv Unterhaltung Bd.3
    Originaltitel: Wrapped in White
    Größe: 2119kBytes
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Gefangen im Nichts

1

"Was tust du, wenn dir ein Täubchen auf die Windschutzscheibe kackt?"

Der Mann, der neben mir an der Bar stand, gehörte zu denen, die einem Witze erzählen, als würden sie dir einen Gefallen tun. Der Witz selbst ist dabei völlig belanglos. Ein Witz eben. Lustig. Er bringt die Leute zum Lachen. Und genau darüber definiert sich so jemand. Er hält sich für lustig. Er erzählt Witze, bringt Leute zum Lachen. Ein echtes Original. Er gehörte zu denen, die sagen: "Lach einfach mal, Kumpel, hast ja sonst nicht viel zu lachen."

Ich hasse solche Typen.

Doch als ich genauer hinsah und schon überlegte, wie ich ihn abblitzen lassen könnte, wurde mir klar, dass er nicht nur zu den Menschen gehörte, die fremden Leuten ungeniert Witze erzählen, sondern auch zu denen, die dir als natürliche Reaktion auf einen Affront ein kaputtes Glas in die Fresse schlagen. Er war ein richtig fieser Kerl. Nicht besonders kräftig - körperlich gesehen machte er nicht allzu viel her - , aber alles an ihm strahlte Gewalt aus. Von der Art, wie er am Tresen stand - viel zu viel Platz beanspruchte und geradezu provozierte, dass jemand ihn anstieß und seinen Drink verschüttete - , bis zu dem irren Glänzen in den Augen war er eindeutig ein beschissenes kleines Arschloch. Selbst seine Zähne wirkten brutal. Deshalb ignorierte ich ihn nicht einfach und warf ihm auch keinen Verpiss-dich-Blick zu, sondern ging lieber auf Nummer sicher und ließ mich auf ihn ein.

"Wie bitte?", sagte ich halb lächelnd und warf ihm einen vermeintlich zerstreuten Blick zu. "Ich war in Gedanken gerade vollkommen woanders ..."

"Was machst du", wiederholte er im absolut gleichen Ton wie zuvor, "wenn dir ein Täubchen auf die Windschutzscheibe kackt?"

"Keine Ahnung", antwortete ich. "Was tust du denn, wenn dir ein Täubchen auf die Windschutzscheibe kackt?"

Er grinste. "Du verabredest dich nicht ein zweites Mal mit der Tusse."

Ich hatte mich drauf eingestellt, mir auf jeden Fall ein Lächeln abzuringen, egal wie sehr der Witz unter die Gürtellinie ging, doch der kleine prustende Lacher, den ich ausstieß, war ehrlich gesagt absolut echt.

"Gefällt dir, was?", sagte der Witzbold.

"Ja, nicht schlecht", gab ich zu.

"Ich hab jede Menge davon."

Garantiert , dachte ich.

Dann sah ich dankbar, wie der Barkeeper herüberkam, und bis ich ihn auf mich aufmerksam gemacht, zwei Halbe Stella bestellt, gezahlt und das Wechselgeld zurückbekommen hatte, war der Witzbold schon bei jemand anderem gelandet - einem Trumm von Mann mit massigem Kopf, ebenso massigem Hals und Armen so dick wie zwei Schweinekeulen. Anscheinend kannten sich die beiden irgendwie, denn der Witzbold beugte sich dicht zu dem massigen Mann, und der andere neigte den Kopf, damit der Witzbold ihm ins Ohr flüstern konnte. In diesem Moment hätte ich abhauen sollen. Doch ich machte den Fehler, den Witzbold anzusehen und ihm noch einen kurzen Gruß zuzunicken, denn gerade, als ich es tat, verabschiedete er sich mit einem Schlag auf die Schulter von dem andern und wandte sich wieder mir zu.

"Und?", sagte er mit einem blöden Grinsen. "Für wen bist du beim nächsten Kampf?"

Wir waren im Juno's, einer noblen Fitness- und Freizeitanlage an der Südseite des Riverside Business Park. Der Laden war ziemlich neu, er hatte erst vor gut einem Jahr eröffnet und wurde als "Top-Class Lifestyle-Erlebnis" vermarktet, nur für Mitglieder und ganz auf die Bedürfnisse seiner exklusiven Klientel ausgerichtet. Neben den übliche

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