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GEFANGEN Leo Schwartz ... und der Spezialauftrag von Dorfner, Irene (eBook)

  • Verlag: neobooks Self-Publishing
eBook (ePUB)
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GEFANGEN

Ursula Kußmaul, die frühere Kollegin von Leo Schwartz aus seinen Ulmer Zeiten, wird mitten in der Nacht bei einer scheinbaren Routinekontrolle auf offener Straße verhaftet. Es gibt nur den Hinweis der Staatsanwaltschaft, dass sie nach Stadelheim gebracht wurde. Niemand darf zu ihr, noch nicht einmal ein Anwalt. Die Anweisung, dass die Ulmer Kriminalpolizei keine Ermittlungen in diesem Fall anstellen darf, macht alle wütend. Trotzdem sind ihnen die Hände gebunden. Leo Schwartz hat Urlaub und ist sofort bereit zu helfen. Er stellt Ermittlungen an, die er mit den Ulmer Kollegen unter strengster Geheimhaltung abstimmt. Er findet heraus, dass Ursula nicht in Stadelheim sitzt. Wo ist Ursula? Und was ist hier faul? Es steckt weit mehr dahinter, als die Kriminalbeamten ahnen... Die Autorin Irene Dorfner wurde 1964 in Reutlingen (Baden-Württemberg) geboren und aufgewachsen. Seit 1990 lebt sie in Bayern (nahe Altötting). 2013 erschien der erste Regionalkrimi von Irene Dorfner, noch im selben Jahr erschien der zweite. Seitdem widmet sich die Autorin ausschließlich dem Schreiben von Regionalkrimis, die hauptsächlich im bayerischen und schwäbischen Raum spielen. Aus der Leo-Schwartz-Reihe sind bisher 23 Bände erschienen - und ein Ende ist nicht in Sicht ...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 221
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783742774491
    Verlag: neobooks Self-Publishing
    Größe: 830kBytes
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GEFANGEN

1.

Ursula Kußmaul hatte die Party verlassen, sie langweilte sich zu Tode. Nur oberflächliches Geplänkel und Dummköpfe mit Profilierungsneurosen, mit denen sie sich gerne gestritten hätte, es aus Rücksicht auf die Gastgeberin aber unterließ. Mit Alkohol wäre das alles vielleicht noch erträglich gewesen - aber ohne? Sie würde gerne ein Glas trinken, aber sie war müde, außerdem musste sie noch fahren. Nachdem Ursula wieder und wieder durch den riesigen Raum gegangen war und nach einem halbwegs normalen Gesprächspartner gesucht hatte, gab sie entnervt auf. Nein, das würde heute nichts mehr werden. Ob es an ihr selbst lag? Es mag möglich sein, dass sie heute schlecht drauf war. Vielleicht war der Tag für sie gelaufen und es war mühselig, sich hier auf Biegen und Brechen amüsieren zu müssen. Sie hatte genug und wollte einfach nur nach Hause.

Ursula suchte nach ihrer Freundin Dagmar, um sich von ihr zu verabschieden. Dagmar schmiss die Party anlässlich ihres vierzigsten Geburtstages, auch wenn die Dekoration eher einem Kindergeburtstag glich, was durch die schrecklich laute Schlagermusik unterstrichen wurde. Wie oft "Atemlos" lief, konnte Ursula schon nicht mehr zählen. Was fanden alle nur an dem Song, dem sie überall ausgesetzt war?

Dagmar war bester Laune. Sie lachte und schien sich mit den Leuten um sich herum blendend zu unterhalten, was bei dem Lärm schier unmöglich war. Ursula brauchte lange, bis Dagmar endlich verstand. Sie reagierte enttäuscht, was zu erwarten war. Klar versuchte sie, Ursula zum Bleiben zu überreden, aber die blieb stur. Nachdem Dagmar wegen der lauten Musik fast ununterbrochen auf sie einschrie, drehte sich Ursula irgendwann um und ging einfach.

Draußen sog sie die frische Luft der Augustnacht ein, was nach dem heißen Tag und der stickigen Luft im Inneren des Partyraumes eine Wohltat war.

Die Fahrt quer durch Ulm war sehr angenehm, es war kaum Verkehr. Sie lehnte sich zurück und lauschte der ruhigen Musik im Radio, was nach dem fürchterlichen Krach für ihre Ohren wie eine Wellnesskur war. Der heutige Tag war stressig gewesen, auch wenn er perfekt gelaufen war. Die Vernehmung des Täters war reine Routine, der Mann hatte ohne Punkt und Komma geplappert; und zwar viel mehr, als nötig gewesen wäre. Auf die ausführlichen Beschreibungen der Gespräche zwischen Täter und Opfer, die nicht unmittelbar mit der Tat zu tun hatten, hätte sie gerne verzichten können. Trotzdem lief alles wie am Schnürchen. Zum Glück hatte sie Dagmars Geburtstagsparty hinter sich gebracht. Jetzt freute sie sich auf ein Gläschen Sekt und ein paar Pralinen, die im Kühlschrank auf sie warteten.

Sie fuhr auf der Neuen Straße. Schon von Weitem sah sie einen Wagen, der mit weit offenstehenden Türen schräg rechts neben der Fahrbahn stand. Davor stand noch ein Wagen, der ähnlich schief stand und an dem ebenfalls die Türen geöffnet waren. Was sollte das? Auch wenn um diese Uhrzeit nicht viel Verkehr war, war es nicht hinnehmbar, dass hier so chaotisch geparkt wurde. Früher war sie nicht so streng, aber je länger sie ihren Job bei der Polizei ausübte, desto pedantischer wurde sie. Oder lag es einfach nur daran, dass sie schon lange keinen Urlaub mehr gehabt hatte?

Ursula verminderte das Tempo und kam langsam näher. Sie entschied, sich das näher anzusehen und dafür zu sorgen, dass die Fahrzeuge weiterfuhren. Plötzlich tauchte eine Frau auf der Fahrbahn auf und sprang ihr vor den Wagen. Ursula bremste scharf und registrierte erleichtert, dass der Frau offenbar nichts passiert war, denn sie lief einfach weiter. Die Frau versuchte, über die Fahrbahn zu rennen. Konnte es sein, dass sie barfuß war? Was, zum Teufel, war hier los? War das eine Beziehungsgeschichte, wie sie viel zu oft vorkam? Irgendetwas sagte ihr, dass das hier etwas anderes war. Aber was?

Sie stellte ihren Wagen ab, stieg aus, schaltete die Warnblinkanlage ein und ging auf die beiden Fahrzeuge zu.

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