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Gehetzt Thriller von Creed, Sean (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 11.11.2011
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Gehetzt

London. In einem Hotelzimmer des Ritz erwacht der ehemalige CIA-Agent Danny Shanklin - in der Hand ein Sturmgewehr, neben ihm die Leiche eines Mannes, den er noch nie zuvor gesehen hat. Noch völlig benommen stolpert er auf den Balkon und sieht das Unfassbare: Auf dem Platz vor dem Ritz liegen überall Leichen. Eine Limousine brennt, schreiende Menschen laufen ziellos umher. Sämtliche Einsatzkräfte der Londoner Polizei sind auf der Straße. Scharfschützen beziehen Stellung. Inmitten dieses Chaos sieht Danny plötzlich drei Menschen, die ganz ruhig wirken: Eine der Personen hält einen großen Gegenstand in der Hand - und Danny begreift: Dieser Gegenstand ist eine Fernsehkamera - und die ist genau auf ihn gerichtet ...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 416
    Erscheinungsdatum: 11.11.2011
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783838710600
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Originaltitel: Hunted
    Größe: 1283 kBytes
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Gehetzt

1

23:22 Uhr, Knightsbridge, London SW7

Die gertenschlanke Blondine, die neben Oberst Sykow im Fond des schwarzen Londoner Taxis saß, war zwar erst um die dreißig und damit halb so alt wie er, aber er fand sie dafür doppelt so schön wie seine Ehefrau zu ihren besten Zeiten. Als sie in der warmen Juninacht ausstiegen, hielt er ihr die Hand hin.

"Was bist du doch für ein Gentleman", flötete sie und flocht ihre Finger, die in einem schwarzen Handschuh steckten, in seine Hand.

Sie hieß Hazel und war Schottin. Eine Glasgowerin, hatte sie ihm bei einem Cocktail in der schicken Bar, aus der sie kamen, erklärt. Sykow hatte die Stadt im hohen Norden nie besucht, aber Hazel sprach mit einem Einschlag, der ein bisschen wie ein osteuropäischer Akzent klang und ihm ein Gefühl von Heimat vermittelte.

Er bezahlte den Taxifahrer, ehe er sie zum beleuchteten Eingang des Appartementhauses führte, in dem er wohnte. Sie gingen durch die gläserne Tür und den Flur mit dem glänzenden Marmorfußboden zum Aufzug. Er gab einen Code in das Tastenfeld ein, und die Stahltür des Lifts glitt geräuschlos beiseite.

"Ladies first", sagte er.

Sie rührte sich nicht, sondern erwiderte: "Wenn wir oben sind, werde ich etwas ganz Besonderes mit dir machen. Aber vorher musst du etwas für mich tun ..."

"Und was?"

"Ruf in deiner Botschaft an. Sag, dass du morgen nicht zur Arbeit kommst. Dass du dir einen Tag freinimmst." Sie lächelte.

"Wieso?"

"Weil ich keine Frau für nur eine Nacht bin." Ihre Lippen berührten beinahe seinen Mund; in ihrem Atem roch er Champagner und Kirschwasser. "Das heißt, morgen früh bleiben wir lange im Bett. Und dann wirst du mich zu einem sehr teuren Mittagessen ausführen."

Zuerst hielt er es für einen Scherz. Doch auch als die Lifttür sich zu schließen begann, blieb sie reglos stehen.

Er drückte den Warteknopf. Hazels Eroberung hatte ihn zu viel Mühe gekostet, als dass er es jetzt noch riskiert hätte, von ihr stehen gelassen zu werden. Er zückte sein Handy, rief die Botschaft an und hinterließ auf dem Anrufbeantworter seines Sekretariats eine Nachricht.

Kaum hatte er aufgelegt, küsste sie ihn kurz und sanft, dann trat sie zurück und kicherte trunken. Dass sie ihren Kopf durchgesetzt hatte, freute sie offenbar über alle Maßen.

Ein charmanter Laut war das Kichern schon, räumte er bei sich ein, aber nichts, was ihre gemeinsame Nacht bestimmen sollte. Er hoffte, dass sie nicht zu viel getrunken hatte. Der Sex, den er im Sinn hatte, war weder schnell noch sanft. Tatsächlich war es gut möglich, dass Hazel die Nacht in keiner Weise genießen würde.

Sie traten in den Lift, und er drückte den Knopf mit der Aufschrift Penthouse. Zur Belohnung sah er, wie ein triumphierendes Lächeln um Hazels Lippen zuckte.

Diesen Ausdruck hatte er im Laufe der Jahre bei vielen Frauen gesehen. Privilegien und Macht, das wusste er schon seit Langem, waren die besten Aphrodisiaka. Besonders bei den jungen Frauen.

Das Penthouse stand eigentlich dem Geschäftsträger der Botschaft zu, aber der gegenwärtige Amtsinhaber war ein verheirateter Fußballfanatiker und wohnte mit seiner Familie in der unmittelbaren Nähe von Chelsea. Daher hatte Sykow das große Los gezogen. Als Militärattaché der russischen Botschaft in London stand er im Rang hoch genug, um das ungenutzte Dachgeschossappartement bewohnen zu dürfen.

Er betrachtete sich in der Spiegelwand des Lifts. Die tiefe Narbe auf der rechten Wange - ein Andenken an einen Messerkampf, den er als Junge in einer Moskauer Elektritschka bestanden hatte - ließ ihn neben dieser Schönen umso mehr wie das Biest erscheinen.

Vor drei Tagen hatte er sie in dem Café kennengelernt, in dem er gern zu Mittag speiste und das von der Botschaft aus direkt um die Ecke lag, in den Kensington Palace Gardens. Der Tag war warm gewesen, und sie trug eine dünne weiße Bluse, unter d

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