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Geiger Thriller von Skördeman, Gustaf (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 26.03.2021
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Geiger

Das Festnetz-Telefon klingelt, als sie am Fenster steht und ihren Enkelkindern zum Abschied winkt. Agneta hebt den Hörer ab. 'Geiger', sagt jemand und legt auf. Agneta weiß, was das bedeutet. Sie geht zu dem Versteck, entnimmt eine Waffe mit Schalldämpfer und tritt an ihren Mann heran, der im Wohnzimmer sitzt und Musik hört. Sie setzt den Lauf an seine Schläfe - und drückt ab. Als Kommissarin Sara Nowak von diesem kaltblütigen Mord hört, ist sie alarmiert. Sie kennt die Familie seit ihrer Kindheit ...

Gustaf Skördeman ist 1965 in Nordschweden geboren. Heute lebt er mit Frau und zwei Kindern in Stockholm. Er ist Drehbuchschreiber, Regisseur und Filmproduzent. Geiger ist sein schriftstellerisches Debüt. Die Idee für diesen Thriller kam ihm bereits vor zehn Jahren. Seitdem hat er an dem auf eine Trilogie angelegten Plot gefeilt. Geiger wurde gleich ein internationaler Erfolg und erscheint in 20 Ländern.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 495
    Erscheinungsdatum: 26.03.2021
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783751703932
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Serie: Geiger-Reihe 1
    Originaltitel: Geiger
    Größe: 658 kBytes
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Geiger

1

Das Kaffeeservice von Royal Copenhagen stand noch auf dem Tisch, in den Tassen schwammen nur noch dunkle Pfützen, die Kuchenplatten waren leer und die Saftgläser ausgetrunken. Blau gepunktete Servietten lagen unbenutzt oder bekleckert herum. Das Tischtuch war voller Kaffeeflecken und Krümel, und hier und da hatte ein Glas einen hellroten Ring hinterlassen. Die Kleinen waren aufgestanden und die Stühle daher vom Tisch weggeschoben.

Die eine Hälfte der Kinder lümmelte mittlerweile auf dem Josef-Frank-Sofa. Die andere Hälfte rannte, aufgepeitscht von dem vielen Zucker, herum und schrie. Von irgendwoher kam ein Tennisball geflogen, der glücklicherweise zwischen den Schmucktellern einschlug, die als Souvenirs aus etlichen europäischen Städten an der Wand hingen: Berlin, Prag, Budapest, Paris, Rostock, Leipzig, Rom.

In der letzten Schulwoche vor den Ferien hatten die Enkelkinder bei den Großeltern gewohnt, damit ihre Eltern allein in der Bretagne Urlaub machen konnten. Die Schwestern Malin und Lotta wollten die Gelegenheit nutzen, bevor die Sommerferien begannen und halb Schweden nach Frankreich reiste.

In der vergangenen Woche hatte Großvater Stellan also die Flucht ins Arbeitszimmer ergriffen, während Großmutter Agneta das Frühstück zubereitet, das Mittagessen gekocht und die Kinder zur Schule und zu den unterschiedlichen Freizeitaktivitäten chauffiert hatte. Und sie hatte an den außergewöhnlich warmen Frühsommerabenden das Baden am Steg überwacht. Die Großmutter übernahm es auch, anschließend die Schnorchel, Schwimmflossen, Badeanzüge, Taucherbrillen, Kubb-Steine und Sonnenölflaschen wieder einzusammeln und wegzupacken. Und später noch die Kleidung, Tablets, Ladekabel und Schulbücher.

Inzwischen waren beide Schwestern mit ihren Männern wieder da, um die Kinder abzuholen. Das Haus schien gleichsam einen Seufzer der Erleichterung darüber auszustoßen, dass bald die gewohnte Ruhe zurückkehren würde.

Die Tür zum Garten stand offen, und draußen spazierte Lotta an der Seite ihres alternden Vaters, der ihr zeigte, was er in den Beeten und Rabatten gepflanzt hatte. Die meisten Setzlinge kannte sie schon, aber einige waren neu. Ihr Vater Stellan hatte bestimmte Favoriten, während er bei der übrigen Bepflanzung variierte.

Am schönsten fand sie die Blumen, kurz bevor sie sich öffneten. Wenn die Knospen aufsprangen. In diesem Punkt unterschieden sich Vater und Tochter.

Lotta hörte aufmerksam zu, als ihr Vater voller Begeisterung die Blütenpracht präsentierte. Rudbeckien, Stockrosen, blauer Feldrittersporn, Bittersüßer Nachtschatten, der von selbst gekommen war, Oregano, Pfefferminze, Schafgarbe und Hornklee. Er liebte seine Blumen, und Lotta erinnerte sich daran, wie viel Zeit er im Garten verbracht hatte, als sie noch ein Kind gewesen war. Hier draußen durfte man Papa nicht stören, aber man wusste immer, wo er war.

Während Stellan eine kurze Verschnaufpause einlegte, drehte sich Lotta unauffällig um, als wollte sie das Haus in Augenschein nehmen - das funktionalistisch entworfene Gebäude, das sie in- und auswendig kannte und eigentlich gar nicht mehr eingehend in Augenschein nehmen musste. Die großen Fensterflächen und die zwei Terrassen mit der großartigen Aussicht auf den Mälaren und die Insel Kärsön.

Schließlich landete ihr Blick auf dem Gartenweg, den zwölf schweren Steinplatten, über die sie und ihre Schwester so oft gelaufen waren und die ihr Vater scherzhaft das 'Zwölf-Schritte-Programm zu einem besseren Leben' nannte, weil sie zum Geräteschuppen führten. Darin konnte er sich ungestört dem widmen, was er in seinem Leben am meisten liebte.

Es war ein solcher Aufwand gewesen, die Platten zu verlegen, dass Stellan gesagt hatte, dass sie wahrscheinlich ewig dort liegen bleiben würden. Mittlerweile waren es immerhin vierzig Jahre, also könnte er mit seiner Prophezeiung recht behalten.

Sie betrachtete ihren Va

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