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George Harris Frühstück inklusive von Walther, S. (eBook)

  • Verlag: neobooks Self-Publishing
eBook (ePUB)
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Online verfügbar

George Harris

Der Detektiv George Harris, der sich bereits viel zu alt für seinen Job fühlt, wird von einem alten Freund darum gebeten einen Mord aufzuklären. Hätte er gewusst, dass er damit in Machtkämpfe und in ein Netz aus Lügengeschichten hinein gerät, hätte er den Fall vielleicht nicht übernommen. Alles, was er wollte, war doch nur in Ruhe zu frühstücken. Stefanie Walther wurde 1988 bei Hamburg geboren. Schon während sie schreiben gelernt hat, schrieb sie die ersten kleinen Geschichten auf. Was damals aus drei Sätzen bestand, besteht heute aus weit mehr. Was 2009 als Kurzgeschichten begonnen hat, sind heute Romane verschiedener Genre.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 133
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783742716415
    Verlag: neobooks Self-Publishing
    Größe: 663 kBytes
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George Harris

Kapitel 1

Es ist einer dieser Tage. Einer dieser Tage, an denen man am besten gar nicht erst das Bett verlässt, es aber doch tut, da man noch nicht weiß, dass es einer dieser Tage werden wird. Dazu kommt noch: es ist Montag.

Wie an jedem Morgen um Punkt sieben Uhr sitze ich beim Frühstück an meinem Esstisch in der Ecke meiner Küche. Der massive Naturholztisch sieht in der kleinen, weiß lackierten Einbauküche aus wie ein Fremdkörper. Mich stört es nicht. Vor allem stört es mich nicht um diese Uhrzeit.

Die Zeitung vom Wochenende liegt noch unberührt neben meinem Teller. Beim Frühstück lese ich immer die Zeitung des Vortages. Auf diese Weise muss ich keine vor dem Frühstück besorgen, was den Stress am Morgen auf ein Minimum senkt. "So ist es besser für deinen Blutdruck.", hat meine Frau immer gesagt. Heute aber fällt mir ein zweiter Grund ein, nicht die Zeitung dieses Tages zu lesen. In ihr wird sicher alles über die Ereignisse der letzten Woche und im speziellen über die vom Wochenende stehen.

Überall in der Stadt verschwanden Menschen ohne Spur. Die Mutter von einem der Verschwundenen holte mich in diesem Fall zu Hilfe. Sie glaubte nicht daran, dass die Polizei ihren Sohn noch finden würde, bevor dieser tot in irgendeinem Straßengraben liegen würde. Damit ist sie nicht die Einzige. Die meisten Bewohner von Cardon Bay vertrauen nicht auf die Fähigkeiten der Kriminalpolizei, wenn es darum geht ein Verbrechen aufzuklären. Das aber ist eine andere Geschichte. Im Fall der letzten Woche zeigte sich auch mir kein Zusammenhang. Und dann fand einer dieser jungen Kommissare doch noch die entscheidende Spur. Bei der Festnahme war ich nicht mehr dabei. Aus dem hecktischen Teil der Fälle halte ich mich immer mehr zurück. Meine Glanzjahre, in denen ich noch persönlich hinter jedem Verdächtigen her gerannt bin, sind schon lange vorbei. Genau das ist der Grund, warum mich die Zeitung von heute nicht interessiert. Schließlich bin ich es nicht gewesen, der den Täter erwischte.

Meine eigenen Siegeszüge betrachte ich gern in der Zeitung. Das gibt mir schon immer ein gutes Gefühl. Jeden Artikel, welcher über mich in der Zeitung stand, habe ich aufbewahrt. Alle seit dem Anfang meiner Karriere. Sie lagern in einer großen Kiste auf einer Vitrine im Wohnzimmer. Um sie anzuschauen, muss ich sie nur dort herunter holen.

Die Geschichten von anderen lese ich nicht. Sie interessieren mich nicht. Ich erfahre von ihnen sowieso, wenn ich das nächste Mal auf die Kriminalpolizei treffe. Also voraussichtlich bei meinem nächsten Auftrag.

Der Toaster meldet sich und schießt das Toast in einem hohen Bogen durch die Küche. Es landet - wie soll es auch anders sein - nicht auf meinem Teller, sondern auf dem Fußboden. Mir bleibt also nichts anderes übrig, als das Toast aufzuheben und es auf den Teller zu legen.

Die Marmelade findet ihren Weg beinahe schon automatisch auf die Scheibe Brot. Mein Blick ist unterdessen von olivgrünen, müde dreinblickenden Augen gefangen. Mein Spiegelbild, welches ich verschwommen vom Toaster entgegen geworfen bekomme, schaut mich fragend an. Bin das etwa wirklich ich? Eine Frage, welche mich jeden Morgen wieder aufs Neue beschäftigt. Ich habe das Gefühl, dass ich seit dem Tod meiner Frau vor sechs Jahren noch schneller altere als zuvor. Die Falten in meinem Gesicht scheinen jeden Tag tiefer zu werden. Sie lassen mich so viel älter aussehen, als ich es bin.

Das Telefon klingelt und holt mich so erfolgreich aus meinen trüben Gedanken heraus. Ich beiße einmal herzhaft von meinem Marmeladenbrot ab und erhebe mich kauend. Langsam und noch immer mehr als müde setze ich einen Fuß vor den anderen. Es sind drei Schritte bis ich die Tür zum Flur erreicht habe. Meine Wohnung ist nicht sehr groß, auch wenn ich die Erfahrung gemacht habe, dass die meisten Menschen mich eher in einem riesigen Anwesen sehen. Wie ich mir ein solches leisten soll, kann mir aber keiner

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