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Gesammelte Krimis: Die Hallbauerin + Ein tragisches Ende + In einer Brautnacht Kriminalgeschichten von Jodocus Donatus Hubertus Temme von Temme, Hubertus (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 30.06.2014
  • Verlag: e-artnow
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Gesammelte Krimis: Die Hallbauerin + Ein tragisches Ende + In einer Brautnacht

Dieses eBook: 'Gesammelte Krimis: Die Hallbauerin + Ein tragisches Ende + In einer Brautnacht' ist mit einem detaillierten und dynamischen Inhaltsverzeichnis versehen und wurde sorgfältig korrekturgelesen. Hubertus Temme (1798-1881) war ein deutscher Politiker, Jurist, Professor des Kriminalrechts und Schriftsteller. Er verfasste u. a. zahlreiche Kriminalerzählungen, die zum großen Teil in Ernst Keils Familienzeitschrift Die Gartenlaube veröffentlicht wurden und wichtige Anstöße für die Entwicklung der deutschsprachigen Kriminalliteratur gaben. Inhalt: Die Hallbauerin Ein tragisches Ende In einer Brautnacht Aus dem Buch 'Die Hallbauerin': 'Die jungen Damen der Gesellschaft - in der Hauptstadt hießen sie damals schon Damen - behandelten ihn begreiflich mit großer Aufmerksamkeit. Unter ihnen zeichneten sich und zeichneten ihn besonders die Töchter eines reichen Bankiers aus, der zugleich den Titel eines hochfürstlichen Geheimrats führte. Thresette Lindemann war zwar nicht mehr ganz jung, sie zählte sechs-, siebenundzwanzig Jahre. Aber sie war eine Schönheit, und sie hatte ihre Schönheit sehr zu konservieren gewußt. '

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 365
    Erscheinungsdatum: 30.06.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9788026817901
    Verlag: e-artnow
    Größe: 534 kBytes
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Gesammelte Krimis: Die Hallbauerin + Ein tragisches Ende + In einer Brautnacht

Auch eine Karriere
Inhaltsverzeichnis

Die kleine Provinzstadt war in einer gewissen Aufregung. Es hatte sich etwas begeben, was für sie ein Ereignis war.

Die kleine Provinzstadt war und ist noch eine preußische Beamtenstadt. Fünf-bis höchstens sechstausend Einwohner, und davon über tausend königliche Beamte. Verteilt an ein Oberlandesgericht, eine Regierung, ein Konsistorium, an ein Land-und Stadtgericht, ein Landratsamt, eine Polizeidirektion, soundso viele Rezeptionen usw. Verteilt an alle diese Behörden als Präsidenten, Direktoren, Räte, Assessoren, Referendare, Schalterbeamte und Unterbediente und wie die technischen Namen weiter heißen, bis zu dem Ofenheizer hinunter, der einem Fremden das neue Sitzungszimmer mit der neu eingerichteten russischen Heizung zeigt und dabei mit der vollen Wichtigkeit des Beamten sagt: »Hier halten wir Sitzung, und hier heizen wir ein!«

Wenn ein Prinz des Königshauses ankommt oder abreist, so ist es ein Ereignis für die Residenz.

Wenn in einer kleinen Beamtenstadt ein neuer Beamter ankommt oder ein alter Beamter abgeht, so ist es ein Ereignis für die kleine Stadt. Ist es gar ein Rat, der sogar in die Residenz berufen ist, so ist es ein Ereignis, das die kleine Stadt wohl in eine gewisse Aufregung versetzen kann.

Der Rat Hartwig von dem Oberlandesgericht der kleinen Provinzstadt war von dem Justizminister nach Berlin berufen. Vorläufig nur als Hilfsarbeiter im Ministerium; aber es war kein Zweifel, daß er nächstens zum Wirklichen Vortragenden Rat werde befördert, als Geheimer Justizrat definitiv werde angestellt werden. Er war noch ein junger Mann; er gehörte zu den tüchtigsten Räten des Oberlandesgerichts; er war gewandt, und vor allem, er war ehrgeizig.

In Berlin sollte ein neues Strafgesetzbuch für die königlich-preußischen Staaten gemacht werden. Man hat bekanntlich schon seit dem Jahre 1827 daran gearbeitet. Im Jahre 1851 ist es endlich fertig geworden. In dieser ganzen Zeit mußte die Arbeit fast alle zwei Jahre umgeworfen, verändert, erneuert werden.

Zur Ausarbeitung eines neuen Entwurfs war der Oberlandesgerichtsrat Hartwig nach Berlin berufen.

Seine Berufung war ein Ereignis. Seine Abreise war es erst recht.

Er wollte mit der Schnellpost abreisen, die auf der Tour nach Berlin jeden Abend um zehn Uhr durch das Städtchen kam.

Es war erst halb zehn Uhr abends. Dennoch war der Posthof schon gefüllt mit Personen, die den Rat wollten abfahren sehen.

Er selbst war noch nicht da. Das Kollegium, dem er bisher angehörte, gab ihm ein feierliches Abschiedsessen in dem Gasthofe, der Post gerade gegenüber. Von dem Posthofe aus sah man die hell erleuchteten Fenster des Gasthofes; von den erleuchteten Fenstern des Gasthofes sah man in den Posthof.

Bei dem Abschiedsessen waren die Präsidenten, die Kollegen, die näheren Freunde des Rats.

Im Posthofe waren die übrigen Personen, die ihn noch sehen, noch sprechen, noch begrüßen, sich ihm noch empfehlen wollten. Das letztere wollten wahrscheinlich noch alle, die da waren. Ein Rat, welcher Vortragender Rat im Ministerium wird, ist ein sehr wichtiger Mann, den man sich zum Freunde, zum Gönner, zum Beschützer erhalten muß. Auf ihn hört der betreffende Departementsrat im Ministerium, der Minister selbst, wenn es sich um Beförderung, um Gehaltsverbesserung, um Zulage, um einen Orden handelt. An dem Rat Hartwig selbst hatte man das Beispiel. Wäre er nicht der Universitätsfreund des Geheimen Justizrats Ewald im Justizministerium gewesen, der selbst bekanntlich eine so schnelle Karriere gemacht hatte und, so jung er noch war, beim Ministerium alles galt, wer weiß, ob er, trotz allen seinen Talenten,

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