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Gift im Brezelteig Kriminalroman von Maier, Ulrich (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.07.2015
  • Verlag: Gmeiner-Verlag
eBook (PDF)
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Gift im Brezelteig

Die Welt in dem beschaulichen St"dtchen B"ringen ist aus den Fugen. In der Schule am Ort ist der Teufel los. Gleichzeitig h"lt die B"ringer ein mysteri"ser Erpressungsfall in Atem. Brezelfabrikant Eberle soll 10.000 Euro zahlen, sonst wird sein Brezelteig vergiftet. Zwischen Gewalteskalation, ungebremstem Medienkonsum und gesch"ftlichen Machenschaften suchen die Journalisten Nils Niklas und Rita Delbosco nach Spuren und stoáen schon bald auf eine Verbindung zwischen den Vorf"llen an der Schule und dem Erpresser. Ulrich Maier, Germanist und Historiker, wurde im badischen Karlsruhe geboren, wuchs im w rttembergisch-fr"nkischen Heilbronn auf und studierte in der Schwabenmetropole Stuttgart. Besonders angetan hat es ihm die Landesgeschichte und das spezielle Verh"ltnis zwischen Badenern und W rttembergern. Er unterrichtete bis zu seiner Pensionierung f nfunddreiáig Jahre an einem allgemeinbildenden Gymnasium, arbeitet bis heute als Landeskundebeauftragter des baden-w rttembergischen Kultusministeriums und ist nach wie vor in der Lehrerfortbildung t"tig. Er schreibt historische Sachb cher, Jugendb cher, wissenschaftliche Aufs"tze und historische Romane und lebt am Bodensee. Mit dem vorliegenden Kriminalroman greift er erstmals ein Gegenwartsthema auf.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 247
    Erscheinungsdatum: 01.07.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783839248072
    Verlag: Gmeiner-Verlag
    Größe: 2467 kBytes
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Gift im Brezelteig

Freitag, 10. Mai

Ach du Scheiße! Als ob ich es geahnt hätte! Wie war ich nur auf die Idee gekommen, auf der Straße in meinem besten Anzug Döner zu futtern, kurz vor dem lange erwarteten Gespräch, das meinem Leben die entscheidende Wende geben sollte!

Mit der Papierserviette versuchte ich, so gut es ging, den Fleck von der Hose abzutupfen. Den restlichen Fladen streckte ich mit der linken Hand weit von mir. Die weiße Soße tropfte auf den Asphalt und hinterließ dort kleine Sternchen.

In 20 Minuten sollte ich da sein und hatte nur eine grobe Ahnung, wo das Echohochhaus zu finden sei. Direkt in der City, nicht zu verfehlen, hatte man mir am Telefon gesagt. Hätte ich doch einen Zug früher genommen! Ein Navi für Fußgänger müsste man haben!

"Musst du zurückgehen, weißt du? Zum Bahnhof und dann die Bahnhofstraße immer geradeaus." Der nette Verkäufer in der Dönerbude hatte mir den Weg mit vielen Gesten wortreich beschrieben und mir anschließend eine Orange geschenkt, die nun meine Jackentasche ausbeulte. Ich schob das letzte Stück Döner in den Mund, wischte meine Finger an der Serviette ab und machte mich mit der zusammengeknüllten Papierkugel in der Faust auf den Weg. Irgendwo auf dem Bahnhofsvorplatz würde ich einen Abfallbehälter finden.

Die überdimensionale Bahnhofsuhr kam immer näher. Während schläfrige Mittagshitze über dem Bahnhofsvorplatz lastete und die Luft über dem Straßengrau zum Flimmern brachte, rückte ihr Sekundenzeiger gnadenlos vor.

Vor dem lang gestreckten Bau aus den 50er-Jahren hielt eine Straßenbahn. Ich rief dem Fahrer durch die geöffnete Tür zu, ob diese Linie zum Echohochhaus fahren würde. Der faltete umständlich seine Zeitung zusammen. Schoppendorfer Echo erhaschte ich, bevor er sie in eine Ablage neben dem Fahrersitz steckte. Dann warf er mir einen gelangweilten Blick zu, nickte und gab zögernd Auskunft. Ja, er fahre in die Stadtmitte, Kaiserallee, von dort seien es nur noch ein paar Schritte.

Ich schob ihm einen Fünfer hin, er gab mir heraus, drückte mir den Fahrschein in die Hand, lächelte mitleidig und hielt mir seine Zeitung unter die Nase.

"Sie können sie haben, wenn Sie wollen, ich habe sie ausgelesen."

Ich nahm dankend an und betrachtete es als gutes Omen, dass das Blatt, bei dem ich künftig arbeiten sollte, offensichtlich schon den Weg zu mir suchte, setzte mich vorn in die Nähe des Fahrers und schlug den Regionalteil auf.

"Bäringer Schule kommt nicht aus den Schlagzeilen:

Opfer eines Gewaltverbrechens auf dem Schulhof spurlos verschwunden"

Neugierig begann ich weiterzulesen.

"Passanten entdeckten am frühen Mittwochabend in einem Gebüsch bei der Bäringer Schule den leblosen Körper eines Mannes. Der sofort verständigte Notarzt konnte keine Lebenszeichen mehr feststellen, bemerkte allerdings im Gesichtsbereich Spuren erheblicher Verletzungen, sodass ein Gewaltverbrechen nicht auszuschließen ist.

Da das Opfer keine Papiere bei sich trug, konnten vor Ort keine Personalien ermittelt werden. Eine erkennungsdienstliche Untersuchung sollte am Donnerstagvormittag im Krankenhaus stattfinden. Die Klinikleitung teilte den erstaunten Beamten jedoch mit, dass der Unbekannte spurlos verschwunden sei. Die Polizei steht vor einem Rätsel. Haben die Täter ihr Opfer aus dem Krankenhaus verschwinden lassen? Warum ausgerechnet der Bäringer Schulhof ..."

Ich legte das Blatt beiseite, betrachtete die Häuser der Bahnhofsvorstadt, die an mir vorübereilten. Versicherungen, Hotels, Verwaltungsgebäude der Deutschen Bahn, gesichtslose Moderne zwischen wenigen braunen Sandsteingebäuden aus der Vorkriegszeit, dann die Brücke über den Neckar in die Innenstadt, das imposante historische Rathaus gegenüber der Michaelskirche.

Die Straßenbahn verlangsamte ihr Tempo in der belebten Fußgängerzone, und das Angebot änderte sich: Apotheke, Boutique, ein Laden der Telekom, wieder eine Boutiq

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