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Giftflut Thriller - Kommissar de Bodts dritter Fall von Ditfurth, Christian von (eBook)

  • Verlag: carl's books
eBook (ePUB)
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Giftflut

Ein Sprengstoffanschlag auf die Oberbaumbrücke erschüttert Berlin. Es gibt Tote und Verletzte. Auch in Paris und London explodieren Brücken. Es folgt Anschlag auf Anschlag. Die Polizei tappt im Dunkeln, die Täter hinterlassen keine Spur und keine Botschaft. Klar ist nur: Jemand führt Krieg gegen Europa. Die Politik verfällt in Panik, die Bevölkerung lebt in Angst, es kommt zu Übergriffen auf Minderheiten und Flüchtlinge. Rechtsparteien werden stärker. Aktienmärkte und Wirtschaft stürzen ab.
Mit hoher Schlagzahl jagt Christian v. Ditfurth seinen Berliner Hauptkommissar Eugen de Bodt durch ein Land am Abgrund. De Bodt wirft alle Regeln über den Haufen, ermittelt hart am Rand der Legalität und darüber hinaus. Mit seinen Kollegen Silvia Salinger und Ali Yussuf verfolgt er Spuren im In- und Ausland.
Eugen de Bodts dritter Fall spielt in einer Welt, die sich auflöst. Alle Gewissheit schwindet. Eherne Regeln werden zertrampelt. Moral ist Ballast, Recht ein Störfaktor. In einer entfesselten Welt braucht es neue Ideen, um Ideale zu bewahren. Und um Gewalttäter zu fassen.

Christian v. Ditfurth, geboren 1953, ist Historiker und lebt als freier Autor in Berlin. Zuletzt hat er neben Sachbüchern und Thrillern (Das Moskau-Spiel, 2010) Kriminalromane um den Historiker Josef Maria Stachelmann veröffentlicht, die auch in den USA, in Frankreich, Spanien und Israel veröffentlicht wurden. Zuletzt erschienen Das Dornröschen-Projekt und Tod in Kreuzberg.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 480
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641195960
    Verlag: carl's books
    Serie: Eugen de Bodt .3
    Größe: 2066 kBytes
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Giftflut

48.

Sie gingen am Landwehrkanal.

"Wohin gehen wir? Hast du ausgerechnet jetzt Zeit für einen Spaziergang im Morast?" Über Nacht war Regen gefallen, hatte die Straßen erst in Eisfallen verwandelt, dann in Matschwüsten. Salinger umrundete eine riesige Pfütze. "Wer freiwillig hier rumlatscht, ist verrückt."

Er lachte leise. "Wir treffen gleich jemanden. Der beobachtet uns vorher. Wo ist man derzeit ungestörter als hier?"

"Ach so, wir wandeln durch die Wassermassen, damit wir beobachtet werden können."

Er grinste sie an.

"Das macht dir Spaß?"

"Was?"

"Mister Rätsel zu spielen."

"Klar."

Nach ein paar Minuten wechselte de Bodt die Straßenseite.

Er hatte nicht viel mit dem Mann gesprochen, den sie treffen würden.

"Ich wollte nur hören, ob es Ihnen gut geht. Und noch mal danken."

"Kein Grund. Bei Ihnen ist ja ganz schön was los."

"Kann man so sagen. Sie hatten doch versprochen, Sie wollten Urlaub in Berlin machen."

Stutzen. "Stimmt. Das passt gut, ich wollte sowieso ein paar Tage freinehmen."

Salinger folgte de Bodt. Der fasste sie an der Schulter und steuerte sie in ein kleines Restaurant. "Ich weiß aber nicht, ob mir Rinderleber mit Zwiebeln pläsiert."

"Es wird gegessen, was auf den Tisch kommt."

Als er den Gastraum betrat, stutzte de Bodt. Er hatte Merkow erwartet, nicht seine Begleitung. Sie saßen nebeneinander.

Merkow erhob sich und begrüßte zuerst Salinger, dann de Bodt. "Anja Katt. Sie war an unserem letzten ... Abenteuer beteiligt. Aber Sie haben sie noch nicht kennengelernt, fürchte ich."

Irgendwas klingelte in de Bodts Kopf, als er der schlanken Frau die Hand gab. Ihr Händedruck war fest. Klar, Kollegin von Merkow. Und seine Geliebte. Das lag in der Luft.

"Ihr erster Aufenthalt in Berlin?", fragte de Bodt Anja Katt.

"Kann man so sagen." Sie lächelte. Ein kühler Blick.

"Ich nehme an, Sie wollen nicht über den letzten Krieg plaudern", sagte Merkow.

"Ich erzähle Ihnen lieber, wie die Dinge stehen. Eine Brücke weniger und viele Tote mehr seit Ihrem letzten Besuch."

Merkow blickte de Bodt ernst an. Salinger übersah er. "Wir fürchten Anschläge auch in Moskau. Ich verrate kein Geheimnis, dass mich meine Chefs deshalb gern nach Berlin fliegen ließen. Natürlich gibt es Regierungskontakte. Aber es kann nicht schaden, mit Ihnen zu sprechen."

Sie bestellten den Erbseneintopf, den die Karte empfahl. Dazu Wasser.

"Ich hoffe, Ihre Vorgesetzten wussten Ihren Einsatz zu würdigen", sagte de Bodt.

Merkow nickte. Er erinnerte sich des Ordens und noch lieber der Prämie. Der Beförderung. Am meisten schätzte er die Gunst des Präsidenten. Sie schützte ihn vor den Vorgesetzten. Wäre die Aktion schiefgegangen, dann säße er im Gefängnis, im Lager. Mindestens hätten sie ihn rausgeworfen. Befehlsverweigerung, Fahnenflucht, Terrorismus, irgendwas hätten sie aus dem Hut gezaubert. Merkow hatte sich nie Illusionen gemacht über das System, dem er diente. In der Sowjetzeit und danach. Aber er war Russe, und ein Russe stand zum Vaterland, wenn es hart auf hart kam. Eigentlich kam es immer hart auf hart.

Am Nebentisch saßen vier Männer. Sie stritten sich, wie man die Schweine bestrafen sollte, die die Brücken gesprengt hatten. "Lange foltern, dann lebend in Stücke schneiden. Die sollen auch was davon haben", dröhnte einer. Ein zweiter klopfte Beifall auf den Tisch. Sie lachten. Dieses Lachen, wenn die Angst regiert.

Anja Katt aß wenig. Sie legte den Löffel auf den Tellerrand und hörte zu. Ihre Augen verharrten bei dem, der sprach.

De Bodt zweifelte nicht. Diese Frau hatte mitgemacht bei der letzten blutigen Geheimoperation der Russen in Berlin. Natürlich hatten sie versucht, den Anschlag auf ihren Präsidenten aufzuklären.

"Ihrer Regierung trauen hier manche solch

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