text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Giftiges Grün Ein Gartenkrimi von Maletzke, Elsemarie (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 12.03.2013
  • Verlag: Schöffling & Co.
eBook (ePUB)
8,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Giftiges Grün

Linas Onkel ist als vermeintlich armer Mann gestorben. Doch dann stellt sich heraus, dass er ihr und zwei weiteren Erben eine Aufgabe hinterlassen hat und demjenigen ein kleines Vermögen, der einen Fall lösen kann, der dreißig Jahre zuvor das Leben des Onkels aus der Bahn geworfen hat. Gleich drei Amateurdetektive suchen den Schauplatz des mutmaßlichen Verbrechens, die Villa Buchfinkenschlag. Als Lina das verwüstete Haus in einem verwilderten Park findet, begegnet sie dem ehemaligen Gärtner Johann, einem attraktiven, aber undurchsichtigen Mann mit einer Vorliebe für schöne, giftige Pflanzen. Ausgerechnet er muss Lina zu Hilfe kommen, als sie sich vertrauensselig in Gefahr bringt. In ihrem Gartenkrimi spielt Elsemarie Maletzke mit den Versatzstücken des klassischen 'Whodunit', mit schusseligen Zeugen, falschen Verdächtigen, voreiligen Schlüssen und natürlich der Frage, ob der Gärtner der Mörder ist.

Elsemarie Maletzke wurde 1947 in Oberhessen geboren und wuchs in Bad Kreuznach auf. 1968 begann sie in der Redaktion der Satire-Zeitschrift 'Pardon' zu arbeiten. 1974 ging sie als Deutschlehrerin nach Irland. Zurück in Deutschland arbeitete sie zunächst als Redakteurin bei der 'Titanic' und später im 'Pflasterstrand'. Anfang der 80er Jahre erschienen die ersten Reiseführer über Irland und Dublin sowie später ihre großen Biographien. Elsemarie Maletzke lebt und arbeitet als Reisejournalistin und Autorin in Frankfurt am Main.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 208
    Erscheinungsdatum: 12.03.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783895618598
    Verlag: Schöffling & Co.
    Größe: 2911 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Giftiges Grün

Am Montagmorgen stieg er, gefolgt von Plüschko, die drei Stufen zum Antiquariat Weil & Co. hinauf. Sein Vormieter war ein Verlag, der Globen und wandflächendeckende Landkarten für Schulen hergestellt hatte, entsprechend großrahmig war das Ambiente mit hohen Fenstern und gusseisernen Säulen, die eine Stuckdecke trugen. Nach der Pleite des Verlags hatte der Hausbesitzer keinen passenden Nachmieter gefunden und die Räume geteilt. Neben dem Antiquariat Weil & Co. war eine Eisdiele eingezogen, deren Besitzer einen erstklassigen Espresso braute. Karl war dort Stammgast.

Er hatte die Bücher aus Onkel Heinrichs Buffet noch nicht sortiert und ging als Erstes die Stapel durch. Der größte Teil würde ins moderne Antiquariat und in die Kisten vor dem Schaufenster wandern. Für Tante Tilly suchte er Bände über Venedig, die Alpen, Paris und ein paar Anthologien aus, legte aus eigenen Beständen Darwins Fahrt mit der Beagle, Flemings Tataren-Nachrichten und eine schön illustrierte Dünndruckausgabe von Gullivers Reisen obendrauf und packte sie in einen Karton.

Dann zog er seine weißen Baumwollhandschuhe an, um die Kupferstiche, Lonicerus' Kreuter-Buch und Chaumetons Flore médicale zu begutachten. Die wertvollen Originalkupfer aus dem Hortus Eystettensis wollte er rahmen lassen. Entgegen seiner ersten Regung musste er sich nicht lange dazu überreden, seiner Mutter keinen davon zu schenken. War sie mit ihrem Schwager Heinrich hinreichend vertraut gewesen, um ein Erinnerungsstück zu verdienen? Wüsste sie die Rarität zu schätzen? Hatte sie überhaupt Platz an ihren Wänden, die voll mit den eigenen Werken hingen? Dreimal nein. Obwohl auch Karl mit seinem Onkel nicht hinreichend vertraut gewesen war, fühlte er, dass er die Blumen des Hortus Eystettensis vollkommen verdient hatte.

Aus den Botanikbüchern entfernte er die vergilbten Blätter eines alten Abrisskalenders, deren Ränder mit unleserlicher Krakelschrift bedeckt waren und offenbar als Lesezeichen gedient hatten, und wendete vorsichtig die Seiten auf der Suche nach einer besonders schönen Illustration um. Er fand den kolorierten Holzschnitt eines gefleckten Aronstabs und den Kupferstich einer Engelstrompete. Doppelseitig aufgeschlagen bettet er die Bände auf Präsentierstützen, befestigte sie mit Messingriegeln in Form winziger Hände und rückte sie in die erste Reihe der Vitrine. Dann schrieb er mit dem Füllfederhalter die Preisschildchen - für das Kreuter-Buch 2.500,- Euro, für den Chaumeton 980,- Euro - und stellte sie gefaltet daneben.

Dies getan, schaltete Karl seinen Computer ein und gab in der Suchmaschine die Namen Poussé und Lembach ein. Obwohl er das Internet für seine Geschwätzigkeit verachtete und schnell herausgefunden hatte, dass er, wenn er beim Zocken schon Geld verlor, dies lieber im Angesicht eines Rests von Menschlichkeit tat als nachts allein vor seinem Bildschirm in einem virtuellen Casino, überraschten ihn die Fähigkeiten des Mediums, die gerade jenem peinlichen Mitteilungsbedürfnis geschuldet waren, immer wieder aufs Neue. So war er bald auf die Website einer Sekte namens Freunde Jesu vorgedrungen, denen eine Sophie de Poussé Ende der neunziger Jahre in Lembach ein Anwesen vererbt hatte. Die Kontaktseite verzeichnete neben dem Büro der Sekte auch die Telefonnummer eines Catulle de Poussé. Das musste Sophies Ehemann sein, der Bruder von Rose mit dem Vornamen eines römischen Dichters. Hatte der Witwer diese Leute bei sich aufgenommen? Im Haus seiner Frau?

Karl wählte die Nummer und bekam einen Freund Jesu an den Apparat, der in gebrochenem Deutsch aber sehr genau nach seinem Begehr fragte. Karl stellte sich als Neffe vor, der sich in der Familienforschung betätigte, und erfuhr, dass sich Catulle de Poussé auf seinem täglichen Spaziergang befinde, genauer, dass ihn eine Freundin Jesu in seinem Rollstuhl durch Lembach schiebe.

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen