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Gnadenlos von Kernick, Simon (eBook)

  • Erschienen: 19.01.2015
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
7,99 €
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Gnadenlos

Sie wollen ihn - und sie wollen ihn tot

Ein ganz gewöhnlicher Samstagnachmittag. Deine Kinder spielen im Garten. Im Fernseher läuft Fußball. Da klingelt das Telefon. Es ist dein bester Freund aus der Schulzeit. Er fleht um Hilfe. Jemand fügt ihm schreckliche Schmerzen zu. Dein Freund stößt sechs Wörter hervor, die ersten zwei Zeilen deiner Adresse. Dann herrscht Stille. Was wirst du tun?

Eine gnadenlose Hetzjagd, ein mörderischer Wettlauf gegen die Zeit, ein atemberaubender Thriller der Extraklasse.

Simon Kernick, 1966 geboren, lebt in der Nähe von London und hat zwei Kinder. Die Authentizität seiner Romane ist seiner intensiven Recherche zu verdanken. Im Laufe der Jahre hat er eine außergewöhnlich lange Liste von Kontakten zur Polizei aufgebaut. Sie umfasst erfahrene Beamte der Special Branch, der National Crime Squad (heute SOCA) und der Anti-Terror-Abteilung. Mit Gnadenlos (Relentless) gelang ihm international der Durchbruch, mittlerweile zählt er in Großbritannien zu den erfolgreichsten Thrillerautoren und wurde für mehrere Awards nominiert. Seine Bücher sind in dreizehn Sprachen erschienen.

Produktinformationen

    Größe: 757kBytes
    Herausgeber: Heyne
    Untertitel: Thriller
    Sprache: Deutsch
    Seitenanzahl: 416
    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    ISBN: 9783641160951
    Erschienen: 19.01.2015
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Gnadenlos

1

Ich hörte das Telefon nur, weil die Terrassentür offen stand. Ich war im Garten, um eine Rauferei zwischen meinen beiden Kindern zu schlichten. Sie hatten sich über die Seifenblasenmaschine in die Wolle gekriegt, und der Streit drohte auszuarten. Bis ans Ende meiner Tage werde ich mir die Frage stellen, was geschehen wäre, wenn die Tür geschlossen gewesen wäre oder der Krach der Kinder das Klingeln übertönt hätte.

Es war gegen drei an einem bewölkten Samstagnachmittag Ende Mai, als meine Welt einstürzte.

Ich rannte ins Haus zurück, ins Wohnzimmer, wo im Fernsehen gerade das Fußballspiel angepfiffen wurde, und nahm beim vierten oder fünften Klingeln den Hörer ab. Ich überlegte kurz, ob es wieder mein sonnenstudiogebräunter Boss Wesley "Du kannst Wes zu mir sagen" O'Shea war, der irgendein unwichtiges Detail eines Kundenangebots mit mir besprechen wollte. Er tat das mit Vorliebe an Wochenenden und meistens, wenn gerade ein Fußballspiel lief. Das verschaffte ihm offenbar ein perverses Machtgefühl.

Ich schaute auf meine Uhr, es war eine Minute nach drei.

"Hallo?"

"Tom, ich bin's, Jack." Die Stimme klang atemlos.

Einen Moment lang war ich verwirrt. "Jack wer?"

"Jack ... Jack Calley."

Eine Stimme aus der Vergangenheit. Mein bester Freund während unserer Schulzeit. Mein Trauzeuge, als ich vor neun Jahren geheiratet hatte. Und jemand, mit dem ich seit vier Jahren nicht mehr gesprochen hatte. Da stimmte etwas nicht. Er klang angestrengt, als bereitete es ihm Mühe, die Wörter hervorzustoßen.

"Lange nichts von dir gehört, Jack. Wie geht's?"

"Du musst mir helfen."

Es klang, als würde er rennen oder zumindest sehr schnell gehen. Im Hintergrund waren Geräusche zu hören, die ich nicht identifizieren konnte. Auf jeden Fall befand er sich im Freien.

"Was meinst du damit?"

"Hilf mir. Du musst ...", er rang unvermittelt nach Atem. "Oh mein Gott, nein, sie kommen."

"Wer kommt?"

"Jesus Maria!"

Die letzten zwei Wörter schrie er heraus, und ich musste für einen Augenblick den Hörer vom Ohr weghalten. Im Fernsehen ging ebenfalls ein Aufschrei durch die Menge, als ein Spieler allein aufs Tor zustürmte.

"Jack! Was zum Teufel ist denn bloß los? Wo bist du?"

Er japste jetzt richtig, atmete keuchend in gequälten Stößen. Ich konnte hören, wie er rannte.

"Was ist los? Nun sag schon!"

Jack schrie wie in Todesangst auf, und ich glaubte, ihn mit jemandem kämpfen zu hören. "Nein, bitte nicht!", schrie er mit brechender Stimme. Das Gerangel ging noch ein paar Augenblicke weiter, schien sich aber vom Telefon zu entfernen. Dann sagte er wieder etwas, allerdings nicht mehr zu mir. Seine Stimme war schwach, aber ich konnte ihn trotzdem deutlich verstehen.

Es waren sechs Wörter. Sechs schlichte Wörter, die mein Herz erbeben ließen und meine ganze Welt ins Wanken brachten.

Die ersten beiden Zeilen meiner Adresse.

Jack schrie noch einmal verzweifelt auf, dann schien er vom Telefon weggezerrt zu werden. Auf einmal ein keuchendes Husten, und instinktiv wusste selbst ich, dessen beschauliches Leben sich weit entfernt von den erniedrigenden Begleitumständen des Todes abspielte, dass mein Freund starb.

Plötzlich war am anderen Ende alles still.

Die Stille mochte zehn Sekunden angedauert haben oder auch nur zwei, während ich mit offenem Mund wie angewurzelt im Wohnzimmer stand, zu geschockt, um irgendwas zu tun oder zu sagen. Dann hörte ich, wie am anderen Ende die Verbindung unterbrochen wurde.

Die ersten beiden Zeilen meiner Anschrift. Wo ich mit meiner Frau und meinen beiden Kindern ein normales Vorstadtleben lebte. Wo ich mich sicher und geborgen fühlte.

Einen Augenblick lang, einen winzigen Augenblick lang dachte ich, jemand spiele mir einen fiesen Streich, um eine Reaktion zu provozieren. Doch ich hatte vier lange Jahre keinen Kont

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