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Grabgesang für Dr. Siri Dr. Siri ermittelt 7 - Kriminalroman von Cotterill, Colin (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 26.05.2014
  • Verlag: Manhattan
eBook (ePUB)
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Grabgesang für Dr. Siri

Der siebte Laos-Krimi mit dem einzigartigen Ermittler Dr. Siri Paiboun Fechten ist im Laos der Siebzigerjahre nicht gerade ein Breitensport, trotzdem landen in der Pathologie von Vientiane innerhalb kurzer Zeit drei mit dem Degen getötete Frauen auf dem Seziertisch. Die Opfer wurden mit einem gezielten Stich ins Herz ermordet. Ein rätselhafter Fall: genau das Richtige für Dr. Siri und sein Team. Der Täter scheint schnell gefunden - nur unser scharfsinniger Pathologe glaubt nicht recht an die Schuld des Mannes. Doch bald steht Siri vor ganz anderen Problemen. Als er seinen Freund Civilai nach Kambodscha begleitet, schwebt der ergraute Pathologe plötzlich selbst in höchster Gefahr. Kurz vor seinem 74. Geburtstag sieht es fast so aus, als könnte dies auch Siris letzter sein - und wieder einmal ist nur seine verflixte Neugier schuld an allem! Colin Cotterill, in London geboren, begab sich nach einer Ausbildung zum Englischlehrer auf eine lange Weltreise. Mittlerweile lebt er in Chumphon, Thailand. Seine in Laos angesiedelte Krimireihe um Dr. Siri wurde bereits mehrfach ausgezeichnet.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 384
    Erscheinungsdatum: 26.05.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641128883
    Verlag: Manhattan
    Serie: Dr. Siri Paiboun Bd.7
    Originaltitel: Love Songs From a Shallow Grave
    Größe: 2349 kBytes
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Grabgesang für Dr. Siri

2
DER ZUG AUS DEM WASSERKRAFTWERK IN XIANG WU: DER FILM
Dr. Siri und seine Frau spazierten derart souverän und selbstbewusst durch die weite Flügeltür, dass der verhuschte Platzanweiser es nicht wagte, ihre nicht vorhandenen Eintrittskarten zu verlangen. Die greisen Politiker, die in den Gängen beieinanderstanden und sich unterhielten, grüßten höflich nickend in Erinnerung an alte Zeiten. Sie alle waren bei dieser oder jener Gelegenheit mit Siri aneinandergeraten, und ihre diversen Angebote, sich doch demnächst einmal zu treffen, "damit unsere Frauen sich kennenlernen können", hatten eine ähnlich hohe Lebenserwartung wie die gemeine Sturmameise. Die Damen rümpften die Nase über Daengs knöchellangen phasin . Die Sozialistin von heute trug halblang, vermutlich weil ihr das bei der Parteiarbeit größere Bewegungsfreiheit verschaffte. Daeng hatte sich strikt geweigert, ihre wunderschönen alten Röcke abzuschneiden, und wäre sie darauf angesprochen worden, hätte sie ihr Gegenüber zweifellos daran erinnert, dass man in Röcken gleich welcher Länge ohnehin keine Fronarbeit verrichten konnte.
Wäre er etwas diplomatischer gewesen, hätte ein Mann von Siris Format im Handumdrehen Parteikarriere gemacht. Zu irgendetwas mussten eine vierzigjährige KP -Mitgliedschaft und ein Medizinstudium in Europa schließlich gut sein. Doch leider gab es im Saal keine einzige Person, die er nicht gelegentlich gedemütigt oder beleidigt hatte. Und wer keine Kompromisse schließen kann, der ist nun einmal dazu verdammt, die Stars auf der Leinwand aus der Ferne zu betrachten. Darum ließen Siri und Daeng sich, nach ein paar ebenso kurzen wie unnötigen Plänkeleien, in der achten Reihe nieder, knabberten Guavenscheibchen mit süßer Chilisauce und harrten des Vorstellungsbeginns. Der Filmvorführer räusperte sich, und die Zuschauer nahmen geräuschvoll ihre Plätze ein. Civilai kam zu spät. Da es als unhöflich galt, sich entlang der vollbesetzten Reihen zu einem freien Kinosessel durchzudrängeln, ließ Civilai sich vom Platzanweiser einen Klappstuhl geben und setzte sich in den Seitengang. Er schien nicht sonderlich verwundert, Siri und seine Frau hier anzutreffen. Siri wies Daeng verstohlen darauf hin, dass das Hemd seines Freundes falsch geknöpft war.
Obwohl der Präsident, der Premierminister sowie drei Politbüromitglieder der Versammlung ferngeblieben waren, hätte sich ein Attentäter mit antisozialistischen Neigungen und einer nicht zu kleinen Bombe keinen geeigneteren Ort aussuchen können, um Letztere hochgehen zu lassen. Der Saal war quasi ein Who's Who von führenden Funktionären, hochrangigen Beamten, Ministern, vietnamesischen Beratern und ausländischen Botschaftern. Dem Besucheransturm nach zu urteilen gab es eine nicht unbeträchtliche Zahl von Würdenträgern, die nach Unterhaltung förmlich lechzten.
Der Hauptfilm war ein chinesisches Opus namens Der Zug aus dem Wasserkraftwerk in Xiang Wu . Die Kulturabteilung der chinesischen Botschaft hatte weder Kosten noch Mühen gescheut und diverse populäre chinesische Filme übersetzen und mit laotischen Untertiteln versehen lassen. In einem Hinterzimmer warteten ein halbes Dutzend – ebenfalls untertitelte – russische Ausstattungsspektakel darauf, die laotische Staatsführung zu verzaubern. Für einen Cineasten hatte es durchaus seine Vorteile, ein Spielball der Politik zu sein.
Das Saallicht erlosch, und ein kleines Fenster, das zu vernageln man offenbar vergessen hatte, wurde eilig verhängt. Das Stimmengewirr verebbte. Siri hielt den Atem an und wartete auf das Geräusch, das die b

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