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Grabt Opa aus! Ein rabenschwarzer Alpenkrimi von Kruse, Tatjana (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 11.02.2014
  • Verlag: Haymon Verlag
eBook (ePUB)
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Grabt Opa aus!

BITTERBÖSE UND HÖCHST AMÜSANT: TATJANA KRUSES RABENSCHWARZER ALPENKRIMI Tollpatsch Alfie erbt eine Schlosspension in Tirol - und wähnt sich in der schönen, aber verschlafenen Touristengegend im Glück. Schön? Ja. Verschlafen? Mitnichten! Das vermeintliche Schloss entpuppt sich als verkommene Seniorenresidenz mit skurrilen Hausbewohnern. Schon bald überschlagen sich die Ereignisse im Grenzgebiet zwischen Seefeld und Mittenwald, wo sich Österreicher und Deutsche Gute Nacht sagen, und Alfie muss feststellen, dass seine Hausgäste alles andere als harmlos sind ... Tatjana Kruse, wie man sie kennt: schräg, schwungvoll und mit viel schwarzem Humor. Sie schafft einen originellen und spritzigen Alpenkrimi mit tragisch-komischem Titelhelden. LESERSTIMMEN: Gebannt folgt man Alfie zu den schrulligen Senioren, die es faustig hinter den Ohren haben. Tatjana Kruse schenkt uns einen unterhaltsamen Krimi mit beißendem Wortwitz. Ernste Miene absetzen und loslachen! Originell und abgedreht - eine mörderisch gute Lektüre mit vielen überraschenden Wendungen!

Tatjana Kruse, geboren 1960 in Schwäbisch Hall, schreibt seit 1996 Krimi-Kurzgeschichten und seit 2000 Kriminalromane. Sie gehört zu den beliebtesten Krimiautorinnen im deutschsprachigen Raum, vor allem mit ihrer Serie um Kommissar Seifferheld. Zahlreiche Veröffentlichungen, die auch in Fremdsprachen übersetzt wurden. Mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Nordfälle-Preis (2005).

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 224
    Erscheinungsdatum: 11.02.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783709935613
    Verlag: Haymon Verlag
    Größe: 2191 kBytes
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Grabt Opa aus!

2
Zwei Fremde im Zug

Die Hölle, das sind die anderen.

Oder ein Fernzug.

Alfies Flucht war anfangs problemlos verlaufen. Im Schweinsgalopp war er vom Café Schröpp nach Hause gewuselt, hatte dabei ständig über die Schulter geschaut, aus Sorge, sein Chef sei hinter ihm her und würde ihn mit seinen wuchtigen Pranken ungespitzt in den Boden rammen. Aber es hatte ihn niemand verfolgt.

In seiner Vollwaiseneinzimmerwohnung war das Nötigste rasch in den Einkaufstrolley seiner Großmutter gepackt. Letzterer diente ihm als Koffer. Wer nie reist, braucht keinen solchen, und was machte es schon für einen Unterschied, ob man einen überteuerten Designer-Rollkoffer besaß oder einen praktischen Einkaufstrolley im Schottenkaro? Eben. Unterwäsche, Hygieneartikel, ein Pulli, das Kirschkernkissen, sein Ausweis sowie sein Impfpass und seine Ukulele, deren Transportköfferchen – dank einer Innentasche – ihm gleichzeitig als Sparschwein für seine Ersparnisse diente. Hatte er was vergessen? Egal, das musste reichen. Er wollte nur so schnell wie möglich aus der Stadt verschwinden.

Am Bahnhof gab es noch eine satte Wartezeit, was ausnahmsweise nicht an der Deutschen Bahn lag, sondern an Alfies Ungeübtheit mit dem Ticketautomaten. Jeder andere hätte einfach die Reisenden am Bahnhof gefragt, wer ihm kurz helfen könnte; nicht so der schüchterne Alfie. Zwei Züge fuhren ohne ihn, weil er mit den Tücken der Technik kämpfte. Doch dann war es soweit. Mit dem Bummelzug in die nächste Großstadt, dann mit dem City-Nightliner weiter bis München, in Bielefeld ausgestiegen, weil im falschen Zug gesessen, nach Hannover zurückgefahren (ohne Aufpreis, weil ihm der Schaffner aufgrund der Panik in seinen blauen Welpenaugen glaubte, dass es sich um ein Versehen handelte), in Hannover in den richtigen Zug gestiegen und nach München gefahren, wo er im morgendlichen Berufspendelverkehr eintraf.

So weit, so gut.

Weil die Fahrkarte schon teuer genug gewesen war, gönnte sich Alfie nur einen einfachen Coffee to go und stellte sich ungefähr bahnhofsmittig an den Bahnsteig, auf dem jeden Moment der EuroCity nach Innsbruck einrollen sollte.

Am Nachbargleis quollen wahre Menschenmassen aus einem Nahverkehrszug, und Kleinstadt-Alfie, der solche Völkerwanderungshorden nicht gewöhnt war, stand immer irgendwie im Weg und rückte zentimeter-weise weiter vor an sein Gleis. Ehe er sich's versah, versetzte ihm jemand – gerade als der ÖBB-Zug einfuhr – urplötzlich einen ungehaltenen Aus-dem-Weg-Schubser, der Alfie nach vorn in Richtung Gleis katapultierte.

Es war eine Schrecksekunde, die zur Ewigkeit wurde.

Alfie hörte Schreie: "Oh Gott!" und "Nein!" und "Aaaaaah!" Letzterer kam definitiv aus seiner Kehle.

Ihm fiel auf, dass sein Leben nicht in allen Einzelheiten an ihm vorüberzog. Oder vielleicht tat es das, war aber dermaßen uninteressant, dass er es gar nicht mitbekam.

So war es immer schon gewesen – er war das Kind, das im Sportunterricht den Ball an den Kopf bekam, er war derjenige, dem auf halber Strecke vom Supermarkt nach Hause die Einkaufstüte platzte und ihren Inhalt auf die Straße ergoss. Er war eben ein Pechvogel.

Alfie konnte förmlich schon spüren, wie er gegen die riesige, rote Lok prallte, unter sie rutschte und von ihr zermahlen wurde ...

... doch da packten ihn kräftige Hände, rissen ihn herum und zogen ihn auf den Bahnsteig zurück.

"Jungchen, Jungchen, was machst du denn für Sachen?", fragte ein hünenhafter, vierschrötiger Kerl mit Boxergesicht im Blaumann und hielt ihn vor sich wie ein Baby mit voller Windel.

Alfie str

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