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GRIMMSTEIN (Gesamtausgabe) Kriminalroman von Renders, Joost (eBook)

  • Verlag: digital publishers
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GRIMMSTEIN (Gesamtausgabe)

Der Kriminalroman GRIMMSTEIN spielt in einer fiktiven ehemalig industriell erfolgreichen Großstadt. Die handelnden Personen - ob Protagonist oder Antagonisten - sind schräge aber doch charakteristisch starke Persönlichkeiten. Mit einem Lächeln wird der Leser in die dunklen Machenschaften der Stadtbewohner eingeführt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 240
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783945298268
    Verlag: digital publishers
    Größe: 885kBytes
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GRIMMSTEIN (Gesamtausgabe)

1

Eine dunkle Wolke hatte sich vor den Vollmond geschoben, als der Gipfel erreicht war. Aber trotzdem: Der Blick, den man von hier oben, vom Grimmen Stein aus, über die Stadt und das Umland hatte, war schon unbezahlbar, da hatten die Einheimischen nicht gelogen. Ein erhabener Ort, ohne Zweifel, ein Ort, an dem man sich stark fühlen konnte.

Es war still, von ganz weit her waren Verkehrsgeräusche zu hören, ansonsten nur der Wind und das Rauschen der Bäume. Unter einem die große Stadt und hinten, so als hätte man die perfekte Rückenstütze, die schneebedeckten Gipfel der Sankt Isidor Gebirgskette, deren höchster Gipfel es immerhin auf 1800 Meter Höhe brachte.

Philip Kappelhoff sah auf die Lichter der Stadt hinunter und ließ sich den Wind um die Nase wehen. Es waren wohl sicher 200 Meter, die sich der Grimme Stein über die Stadt erhob, die nach diesem Ort benannt worden war: Grimmstein.

Das war also sein neues Zuhause, hierhin war er mit seiner Frau und den zwei kleinen Kindern gezogen, um endlich Karriere zu machen. An seinem vorherigen Wirkungsort, der Hauptstadt der Republik waren zu viele Hindernisse gewesen, die ein Weiterkommen beschwerlich gemacht hätten. Hier war alles etwas chaotischer, dafür aber offener, sicher unverbindlicher und vermutlich auch gefährlicher.

Allein die Fahrt über die enge Serpentinenstraße, die er eher in einem unwegsamen Hochgebirge erwarten würde, war ein Abenteuer, welches er so in der geordneten Hauptstadt nicht erlebt hatte. Er hatte sich auch gewundert, wie schnell es immer höher ging. Sollte das etwa ein Synonym für seine Karriere sein? Er hoffte es.

Grimmstein war zweifelsohne die Metropole dieser doch ziemlich abgelegenen Gegend, zwar keine Millionenstadt, aber gar nicht so weit davon entfernt. Es fehlten noch ungefähr 150.000 Einwohner, dann wäre der Pott voll. Allerdings konnte sich keiner vorstellen, dass diese Situation in voraussehbarer Zukunft eintreffen würde. Die Zeiten, in denen die Stadt Einwanderer in Massen anzog, waren lange vorbei. Damals, als die Kohle hier aus der Erde geholt wurde, die Fabriken brummten und die Produktivität ungeahnte Ausmaße annahm, wuchs die Stadt rasend schnell. Das ganze Tal wurde hoffnungslos vollgebaut, bis auf den letzten Quadratmeter. Das hatte sich bis heute im Stadtbild erhalten; weite Flächen waren selten zu finden, es war eng. Auch die städtischen Grünanlagen waren eher dürftig zu nennen, doch wer in die Natur wollte, konnte ja in die Berge gehen, davon gab es in der Umgebung von Grimmstein mehr als genug.

Aber der Bergbau wurde wieder eingestellt und mit der Industrie war es daraufhin schwer bergab gegangen, auch wenn einige der Fabrikschornsteine immer noch qualmten. Man setzte jetzt auf Chemie. Nicht ganz so erfolgreich wie geplant, aber es hatte sich immerhin etwas getan. Allerdings galt Grimmstein im Rest des Landes schon lange nicht mehr als aufstrebende Wirtschaftsmetropole, diese Orte lagen am anderen Ende des Landes. Trotzdem, wenn man sich in diesem Chaos durchbeißen konnte, war eine Karriere auch im Rest des Landes möglich. Denn dann war man so hart wie der Grimme Stein, dieser steile Felsen aus schwarzem Granit.

Philip Kappelhoff stand am Geländer und sah erst einmal hinunter auf das Gitter, das sie unterhalb des Geländers angebracht hatten, um den Sturz der zahlreichen Selbstmörder, die dieser Ort natürlich anzog, abzumildern. So brachen sie sich höchstens ein paar Knochen. Hatte er erst mal über diesen doch etwas trüben Ausblick hinüber gesehen, lag die Stadt unter ihm. Von hier oben wirkte sie, als könne man sie mit Füßen treten, was sicher auch schon viele getan hatten.

Der Vollmond hatte sich wieder von den Wolken befreit und so schien er auf diese einzigartige Szenerie. Das langgestreckte Gefunkel im Tal. Wie ein dunkles Band zog sich die Seume durch die Stadt, der Fluss, der weder ein Strom, noch ein Bach war. E

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