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Gschlamperte Verhältnisse Ein Fall für die Kalte Sofie von Gruber, Felicitas (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 10.09.2018
  • Verlag: Diana Verlag
eBook (ePUB)
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Gschlamperte Verhältnisse

Zefix, was ist los in diesem Münchner Sommer? Eine männliche Leiche schwimmt in der Isar, drei Frauen verschwinden spurlos. Wer hat sie auf dem Gewissen, und was hat es auf sich mit den beinernen Schädelreliquien, die als Diebesgut von Kirchenräubern sichergestellt werden? Dazu kommt der gruselige Kellerfund in Charly Loessls neuem Haus. Zusammen mit Kriminalhauptkommissar Joe Lederer beginnt Dr. Sofie Rosenhuth tiefer zu graben und stößt dabei auf unerfüllte Sehnsüchte, weibliche Zukunftsträume und einen skrupellosen Täter, der unerkannt im Netz agiert - bis schließlich sogar Sofies Chefin Dr. Iglu in akute Lebensgefahr gerät ...

Felicitas Gruber ist das Pseudonym der Autorinnen Brigitte Riebe und Gesine Hirsch. Brigitte Riebe ist promovierte Historikerin und begeistert seit vielen Jahren mit ihren historischen Romanen ihre zahlreichen Leserinnen und Leser. Gesine Hirsch ist Kunsthistorikerin und entwickelte die erfolgreiche Serie "Dahoam is Dahoam" für das Bayerische Fernsehen mit. Beide Autorinnen leben in München, wo auch ihre Krimireihe mit der sympathischen Rechtsmedizinerin Dr. Sofie Rosenhuth spielt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 304
    Erscheinungsdatum: 10.09.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641211929
    Verlag: Diana Verlag
    Serie: Die Kalte Sofie .5
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Gschlamperte Verhältnisse

1

Alles auf Anfang

N och schliefen die südlichen Isarauen, während der Himmel vom zarten Rosa in ein noch zarteres Blau wechselte. Zum Glück waren die fleißigen Müllmänner schon vor Ort gewesen, um den ganzen Krempel der allabendlichen Griller zu beseitigen. Jetzt waren die Wiesen und Kiesbänke sauber, der Fluss glitzerte im Morgenlicht. Eine Drossel sang ihr Lied, Möwen kreischten, eine leichte Brise wehte. Fast hätte man meinen können, alles sei gerade wie neu erschaffen worden.

"Schee!", murmelte Vroni ergriffen und hielt einen Moment inne, bevor sie weiter ihre Frühstücksutensilien auspackte. "An bessern Zeitpunkt hättet ihr gar ned aussuchen können. Mei, der Herrgott halt ..."

Florian Denninger, ihr silberhaariger Lebensgefährte, drückte sie zärtlich an sich.

Sofie Rosenhuth, ihres Zeichens promovierte Rechtsmedizinerin, wusste genau, was Vroni meinte. Manchmal beneidete sie ihre geliebte Tante um deren ebenso tiefen wie pragmatischen Glauben, der es der frommen Katholikin erlaubte, am einen Tag intensive Zwiegespräche mit der Gottesmutter in der Gnadenkapelle von Mariahilf zu führen und am nächsten ganz entspannt an einer freien Taufe teilzunehmen. Vielleicht hatte es Vronis Entscheidung erleichtert, dass auch Hochwürden David Karisimbi dieser ungewöhnlichen Zeremonie beiwohnte, der Stadtpfarrer eben jener Kirche, die sie so gern besuchte. Ganz in Weiß gekleidet, stieg er gerade von seinem Fahrrad, einen großen Korb in der Hand.

"Guten Morgen", grüßte er gut gelaunt. Niemand konnte so mitreißend lächeln wie dieser freundliche Mann aus Ghana, der viel Schwung in die ehemals konservative Gemeinde gebracht hatte.

"Schön, dass Sie da sind, Hochwürden", begrüßte ihn Sofie. "Allerdings hätte ich Sie heute ein bisschen bunter erwartet." Damit spielte sie auf seine farbenfrohe Nationaltracht an, in die er sich bei festlichen Anlässen gerne hüllte.

"In meiner Heimat sind wir bei Taufen traditionell immer ganz weiß oder ganz schwarz", erwiderte er. "Außerdem bin ich heute ja im Dienst, auch wenn ich das kleine Mädchen noch lieber in meiner Kirche zur Taufe empfangen hätte." Er hielt kurz inne, dann setzte er lächelnd hinzu: "Na, das wird schon noch. Wenn sie erst einmal groß genug ist, um Gottes Güte zu verstehen."

Das kleine Mädchen, von dem die Rede war, schlummerte selig im Tragetuch an der Brust seiner Mama. Behutsam strich Shirin ihr über die feinen dunklen Härchen.

"Jetzt ist sie bald fünf Monate", sagte sie. "Inzwischen platzt unsere Wohnung aus allen Nähten mit diesem ganzen Babyplunder, der überall herumliegt. Nicht einmal die Katzen wissen mehr wohin, und im Tattoostudio, wo ich wenigstens ein bisschen Auslauf hätte, bin ich momentan ja nur ganz selten. Wenn wir nicht bald was Größeres finden, krieg ich noch die Krise. Spike ist nämlich leider ziemlich schlampig - dabei könnte er sein Zeug durchaus aufräumen, im Gegensatz zu unserer Kleinen."

Stefan Moosbichler, wie der junge Obduktionsgehilfe mit bürgerlichem Namen hieß, zuckte verlegen die Schultern. Im Institut für Rechtsmedizin hatte Dr. Elke Falk ihn zu peinlicher Ordnung erzogen, ohne die die dortige Arbeit gar nicht denkbar wäre. Womöglich war der häusliche Schlendrian, unter dem nun Frau und Kind zu leiden hatten, eine Art Ausgleich für Falks strenges, zuweilen äußerst frostiges Regiment, die nicht zufällig "Dr. Iglu" genannt wurde. Just in diesem Moment kam sie auch schon herbeigeradelt, gehüllt in fließende aquatische Gewänder, die ihr ausgezeichnet standen, sich bei Sofie jedoch garantiert nach wenigen Metern in der Fahrradkette verheddert hätten. Dynamisch und makellos zugleich stieg sie von ihrem Fahrrad und winkte kurz in die Runde. Augenblicklich schoss Murmel auf sie zu und begrüßte sie stürmisch. Die Falk herzte den blonden Mops und verwöhnte ihn mit einem Leckerli aus ihrer bestickten, garantiert sündteuren Seidentasche, die sie

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