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Gut gemacht, Weihnachtsmann von Winz, Heinz (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 14.11.2014
  • Verlag: novum pro Verlag
eBook (ePUB)
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Gut gemacht, Weihnachtsmann

Van Hoogen, Kriminalist und Akademiker, hat in seinem Leben schon viele schwierige Fälle gelöst. Ein Fall, den er gerne übernommen hätte, wird einem anderen Kollegen anvertraut. Daraufhin überdenkt van Hoogen seine Zukunft grundlegend und konsultiert seinen Hausarzt. Der stellt fest, dass van Hoogen den Beruf wechseln sollte und beantragt für ihn Urlaub. Doch damit beginnt für den Kriminalist eine unvorhersehbar turbulente Zeit. Er recherchiert im Fall einer Geldfälscherbande, den er vor Jahren bearbeitet und erfolgreich gelöst hat. Im von seiner Tante geerbten Haus in Wetter hat er die Ruhe, die er für die Vorbereitung seiner Pläne braucht. Doch es ergeben sich Schwierigkeiten, mit denen van Hoogen nie gerechnet hätte.

Heinz Winz wurde 1934 in Wesel geboren, ist ausgebildeter KFZ-Mechaniker und arbeitete zuletzt selbstständig in der Automobilbranche. Bereits in seiner Jugend verfasste er Berichte und Erzählungen in Regionalzeitungen, später Kurzgeschichten und Kriminalromane. 'Gut gemacht, Weihnachtsmann' ist seine erste Veröffentlichung.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 258
    Erscheinungsdatum: 14.11.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783990386286
    Verlag: novum pro Verlag
    Größe: 767 kBytes
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Gut gemacht, Weihnachtsmann

1

Kriminalkommissar Gert van Hoogen hätte sich in einer lächerlichen Lage befunden, hätte er den Fall Mayerhoff nicht innerhalb kürzester Frist gelöst; die hämischen Bemerkungen der Kollegen einmal außer acht gelassen, blieb man einfach an oberster Stelle seinen Gedankengängen gegenüber verschlossen. Akademische Wortklauberei, von Nicht-Akademikern als Überheblichkeit verpönt, fast beleidigend für Ohren nüchtern denkender Menschen, die sich mit Ellenbogen ihren Weg zum Ziel bahnten. Dabei waren van Hoogens Gedankengänge keineswegs für die anderen verletzend; sein Leitgedanke, dass der Kriminalbeamte von überdurchschnittlicher Intelligenz sein müsse, der zudem sein Wissen durch fortlaufende Schulung auf den neuesten Stand der Kriminologie zu ergänzen habe, konnte doch für niemanden anstößig sein. Nach seiner Meinung war Intelligenz die Voraussetzung, um den Verbrechern überlegen sein zu können, die heute gewiss nicht immer aus den untersten Kreisen kamen; Intelligenzverbrecher konnte man nur mit überdurchschnittlicher Intelligenz bekämpfen.

Van Hoogens Unterbewusstsein hatte geahnt, mit dieser Meinung den falschen Zug zu besteigen; aber sein Charakter verbot ihm, nachgiebig in seiner einmal gefassten Meinung zu sein und eher an der vor ihm aufgerichteten Mauer zu zerbrechen. Was umgab ihn in diesem riesigen Stahl- und Glasgebäude? Altgediente, dem Staat treu ergebene Unteroffiziere, robust, stimmgewaltig, hörig, keiner intuitiven Eingebung mächtig. Fantasten, Anregungen aus Kriminalromanen schöpfend, mit den simpelsten Attributen wie Shagpfeife und krauser Stirnme, Barometer tiefschürfenden Kombinierens. Ein gewisser Augenaufschlag wurde zur Aufklärung eines Falles wichtiger als einfaches logisches Denken.

Die Zeit der Nachkriegsrealität schien den Abschnitt der Romantiker noch nicht abgelöst zu haben. Zu der Erkenntnis gelangt, dass man ihn wegen solcher gelegentlich geäußerter Gedankengänge nicht sonderlich schätzte, rief bei es bei ihm eine ins Gegenteil gekehrte Reaktion hervor, sodass er nunmehr plötzlich eine tiefe Abneigung gegen alles gesetzlich Geordnete hatte, das ihn in diesem Haus wie ein Ekel umgab. Zuerst suchte er nach Gründen, nach den Ursachen, versuchte seinem eigenen Wesen den Spiegel vorzuhalten und er war bei dieser Analyse nicht kleinlich. Er fand: mangelnde Kontakte zu den Kollegen, Alleingänger, arrogant nur mit gleich gesinnten Akademiker verkehrend, keiner rechten Worte kollegialer Empfindungen mächtig; zwar messerscharfe logische Einfälle, die aber fast an Grausamkeit grenzten. Er hörte einmal einen Kollegen sagen: "Ich glaube, der könnte seine eigene Mutter umbringen." Wenn dies also die Einschätzung seiner Kollegen ihm gegenüber war, warum sollte er ihnen nicht hin und wieder eine Lektion geistiger Überlegenheit zu spüren geben? Und das tat er nach Kräften. Senator Schlüter, der Chef der Kriminalbeamten im Hamburger Haus, ihm immer noch gewogen, deutete oft mit gütiger, vermittelnder Geste auf diese oder jene Wunde im Verkehr mit seinen Kollegen; die Zeit schien vorbei, wo er stets als leuchtendes Beispiel gelobt wurde. Aber nun hatte er wieder einmal den Fall Mayerhoff binnen kürzester Zeit gelöst. Unerbittliche Härte hatte ihm zum Erfolg verholfen oder auch klares, nüchternes Denken; er nannte es das Spielenlassen aller geistigen Kräfte, welches er in einem Maße beherrschte,das fast ans Hellseherische reichte. Eine glänzende Bestätigung seiner Theorie;der Chef hatte es vor den Dezernatsleitern lobend bestätigt. Er hatte wieder einmal scherzend gesagt: "Wenn unser Doktor so weitermacht, bricht für die Unterwelt eine brotlose Zeit an!" Van Hoogens Büro lag im fünften Stockwerk. Er saß hinter einem Stoß herumliegender Akten. Oft griff er wahllos eine Akte heraus, überflog sie kurz und machte sich Notizen, die er für die Besprechungen mit seinen Außenbeamten brauchte. Größtenteils handelte es sich um Fälle, die schon Jah

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