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Hälfte des Lebens Ein Baden-Württemberg-Krimi von Mai, Manfred (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 08.04.2013
  • Verlag: Silberburg-Verlag
eBook (ePUB)
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Hälfte des Lebens

Der Gymnasiallehrer Dieter Beckstein aus Albstadt, selbsternannter Hölderlinexperte, nimmt eher unwillig als freiwillig an einer Lehrerfortbildung teil. Und mehr als am Seminarinhalt ist er an zwei Teilnehmerinnen interessiert. Da ist zum einen Uschi, seine frühere Geliebte, zum anderen die attraktive junge Kollegin Christine. Liebe und Begehren verschmelzen zu einer gefährlichen Mischung. Zur gleichen Zeit denkt Becksteins Frau Angelika über ihre gescheiterte Ehe nach. Getrieben von Einsamkeit und Enttäuschung, kreisen ihre Gedanken um die beiden halbwüchsigen Kinder, ihren Beruf als Krankenschwester, um die Frage, wie sie ihrer Ehe und dem Mann entkommen kann, den sie nicht mehr liebt. Als sie im Schrank eines Patienten eine Schusswaffe findet, fasst sie einen fatalen Entschluss ... Das Krimidebüt von Bestseller-Autor Manfred Mai.

Manfred Mai, Jahrgang 1949, lebt und arbeitet in Winterlingen (Zollernalbkreis). Nach einer Malerlehre, zwei Jahren Fabrikarbeit und 18 Monaten Wehrdienst wurde er Lehrer und unterrichtete acht Jahre an einer Realschule. Er begann zu schreiben, kündigte seine Stelle und ist nun seit mehr als dreißig Jahren freier Schriftsteller. Mai hat vor allem Kinder- und Jugendbücher geschrieben, die eine Gesamtauflage von sieben Millionen erreicht haben, in 25 Sprachen übersetzt und mehrfach ausgezeichnet wurden. Privat war und ist Manfred Mai leidenschaftlicher Vater von zwei inzwischen erwachsenen Töchtern.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 144
    Erscheinungsdatum: 08.04.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783842515727
    Verlag: Silberburg-Verlag
    Größe: 708 kBytes
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Hälfte des Lebens

1

Angelika erhebt sich vom Frühstückstisch, den er wie so oft eilig verlassen hat, weil er spät dran war.

"Entschuldige, aber ich muss los."

Früher hat er noch "Entschuldige, Schatz" gesagt, aber den Schatz lässt er schon lange weg und sie ist froh darüber. "Schatz" wäre in seinem Mund eine Lüge.

Sie räumt den Tisch ab, sieht die Kaffeespuren, die seine Lippen an der Tasse hinterlassen haben, und lässt sie in der Spülmaschine verschwinden. Sie würde gern mal wieder küssen, richtig wild küssen, aber nicht einen Mund, der solche Kaffeeschlieren an der Tasse hinterlässt und in dem "Schatz" eine Lüge wäre.

Nachdem sie alle Spuren des Frühstücks beseitigt hat, geht Angelika ins Bad. Bevor sie in den Spiegel schaut, stellt sie sich unter die Dusche und genießt das angenehm temperierte Wasser. Zwei Minuten, fünf Minuten, sie weiß nicht, wie lange, es ist ihr auch völlig egal.

Wenn er jetzt zu Hause wäre, würde er den Kopf zur Tür hereinstrecken und fragen, ob etwas passiert sei, so, als ob er besorgt wäre.

Sie dreht den Hahn noch weiter auf und erhöht langsam die Temperatur, bis das Wasser so heiß ist, dass ihre Haut aufschreit. Angelika würde am liebsten auch schreien, doch obwohl sie allein im Haus ist, schafft sie es nicht. Mit einem Dreh stellt sie den Temperaturregler auf zehn Grad, spannt die Muskeln an und erwartet die kalte Dusche. Als sie kommt, zieht Angelika die Luft ein und hält sie an. Nach einigen Sekunden wird die Kälte erträglicher, und sie dreht die Temperatur wieder hoch. Achtmal überwindet sie sich heute und kann sich nicht erinnern, es je so oft geschafft zu haben. Fast ein wenig stolz trocknet sie sich ab und reibt ihren Körper mit einer nach Lavendel riechenden Feuchtigkeits-Lotion ein. Dann stellt sie sich vor den Spiegel. Ihre Haut hat einen rosigen Ton, fast wie die eines Ferkels, denkt Angelika und muss lächeln. Sie nimmt die Schultern zurück und zieht den Bauch ein, damit der Brustkorb nach vorn kommt. Aber ihre Brüste, die für seine Hände immer zu klein waren, werden dadurch nicht größer. Sie drückt beide von unten hoch und bückt sich so weit, bis ihr aus dem Spiegel ein tief ausgeschnittenes Dekolleté entgegenschaut.

Ruckartig kommt sie wieder hoch und sagt: "Mir sind sie groß genug!"

Jedenfalls ist sie froh, dass sie keine Brüste hat, die mit zunehmendem Alter immer tiefer hängen.

Als sie noch darüber sprachen, hat er mehrfach angedeutet, es gebe verschiedene Möglichkeiten, der Natur ein wenig nachzuhelfen, wenn man mit Teilen seines Körpers nicht zufrieden sei. Damals hat sie sich ernsthaft mit diesen Möglichkeiten beschäftigt und hätte sich ihm zuliebe beinahe Silikonpolster reindrücken lassen.

Ganz schön bescheuert!

Sie schaut an sich hinunter, dreht sich einmal um sich selbst, hebt den Kopf, und ihr Spiegelbild sagt: "Ich bin mit dir zufrieden."

"Ich auch."

Sie geht ins Schlafzimmer, öffnet den Schrank und probiert Kleider, Röcke, Hosen, T-Shirts, Blusen. Es dauert über eine halbe Stunde, dann hat sie sich für ihre engste Jeans und ein schwarzes Shirt entschieden, das so knapp geschnitten ist, dass es bei jeder Bewegung zu reißen droht. Vor dem großen Spiegel fährt sie sich mit den Fingern durch ihr volles Haar, wobei der Bauch bis über den Nabel freigelegt wird. Niemand würde Angelika ihre zwei

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