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Hambacher Frühling Palzkis 15. Fall von Schneider, Harald (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 07.03.2018
  • Verlag: Gmeiner-Verlag
eBook (ePUB)
10,99 €
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Hambacher Frühling

Kommissar Palzki nimmt an einer Wochenendtagung auf dem Hambacher Schloss teil. Während der Tagung kommt es immer wieder zu unerklärlichen Unfällen. Als ein nächtliches Unwetter die Zufahrtsstraßen zum Schloss unpassierbar werden lässt, kommt es zu einem weiteren Todesopfer. Palzki ist ermittlungstechnisch auf sich allein gestellt. Er macht sich auf die gefährliche Suche nach dem Mörder. Wird es in der Nacht weitere Opfer geben? Und warum taucht ständig diese mysteriöse Burschenschaft auf dem Schlossgelände auf? Harald Schneider, 1962 in Speyer geboren, wohnt in Schifferstadt und arbeitet als Betriebswirt in einem Medienkonzern. Seine Schriftstellerkarriere begann während des Studiums mit Kurzkrimis für die Regenbogenpresse. Der Vater von vier Kindern veröffentlichte mehrere Kinderbuchserien. Seit 2008 hat er in der Metropolregion Rhein-Neckar-Pfalz den skurrilen Kommissar Reiner Palzki etabliert, der neben seinem mittlerweile fünfzehnten Fall "Hambacher Frühling" in zahlreichen Ratekrimis in der Tageszeitung Rheinpfalz und verschiedenen Kundenmagazinen ermittelt. Im Jahr 2017 erreichte Schneider bei der Wahl zum Lieblingsautor der Pfälzer den 3. Platz nach Sebastian Fitzek und Rafik Schami.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 308
    Erscheinungsdatum: 07.03.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783839256220
    Verlag: Gmeiner-Verlag
    Größe: 2041 kBytes
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Hambacher Frühling

Kapitel 2
Wichtige Vorbereitungen

Zu Hause war es ruhig. Jedenfalls die ersten 20 Sekunden, die ich von der Haustür bis zum Wohnzimmer benötigte.

"Papa", rief mir meine 13-jährige Tochter Melanie entgegen, "am Samstag musst du mich zur Party nach Speyer fahren. Irgendwann nach Mitternacht kannst du mich dort abholen. Mama lässt mich nämlich nicht übernachten. Oder redest du mal mit ihr?" Sie zog ein seliges Lächeln auf.

Stefanie, die aus der Küche kam, hatte den letzten Satz unserer Tochter gehört. "Vergiss es, Melanie. Bis 22.00 Uhr darfst du auf der Party bleiben, keine Minute länger."

Unser pubertierendes Töchterlein zog mit einem Schmollmund ab. Ich war mir sicher, dass es nicht ihr letzter Versuch war, ihre Eltern gegeneinander auszuspielen.

Stefanie kam zu mir und gab mir einen Kuss. Dabei streichelte sie sanft über meinen Bauch. "Ich glaube, so langsam sieht man den ersten Erfolg. Hast du dich diese Woche schon gewogen?"

Ich hielt ihre Hand fest. "Die Batterien müssen leer sein, die Waage zeigt nur verrücktes Zeug an. Wie viele Kilos muss ich noch?"

Dass die Waage ein knappes Kilogramm mehr anzeigte als zu Beginn meiner Diätmaßnahmen vor zwei Wochen, verschwieg ich ihr besser. Wahrscheinlich handelte es sich sowieso nur um einen Messfehler, da Stefanie meinen dünner werdenden Bauchumfang soeben testiert hatte. Aber ich war schließlich gewillt, ein paar Pfunde abzunehmen. Bei meinen letzten Ermittlungen im Mannheimer Luisenpark hatte es sich spürbar gezeigt, dass ich nicht mehr so schnell und agil wie in jungen Jahren war. Selbst gemäßigter Sport war für mich kein Fremdwort mehr, seit unsere Familie einen Crosstrainer besaß. Inzwischen konnte ich dieses Folterinstrument, natürlich mit leichtester Stufe, fast fünf Minuten ohne Pause zum Schwingen bringen. Bei vier Minuten und 10 Sekunden stand mein persönlicher Rekord.

Stefanie holte mich aus meiner Gedankenwelt zurück. "Du hast erst angefangen, mein lieber Mann. Bis zum Frühjahr musst du durchhalten. Dann brauchst du zwar komplett neue Kleider, dafür habe ich dann einen neuen Mann." Grinsend streichelte sie mir erneut den Bauch. "Heute Abend gibt es vegetarische Brokkolischnitzel, freust du dich schon? Ich habe übrigens im Supermarkt Light-Bier gefunden, da hat die Flasche nur knapp 100 Kilokalorien. Möchtest du das Bier zum Essen kalt oder in Zimmertemperatur haben?"

Mir blieb nichts übrig, als diese Kröte zu schlucken. Allein der Gedanke an Bier in Zimmertemperatur ließ mir einen Schauder über den Rücken laufen. Im Moment lief es mit meiner Lebensplanung nicht so 100-prozentig zufriedenstellend, eher so 0-prozentig. Außerdem fühlte ich mich mal wieder rundum fremdbestimmt.

"Du, wegen Melanies Party ..." Es wurde Zeit, dass ich die Hiobsbotschaft mit dem Managementseminar auf dem Hambacher Schloss loswurde.

Stefanie unterbrach mich. "Da müssen wir als Eltern hart bleiben. Du holst sie um 22.00 Uhr ab, und lass dich nicht wieder von ihr um die Finger wickeln."

"Äh, aber wie ..."

"Das schaffst du schon. Übrigens, ich habe dich, wie wir besprochen haben, im Sportverein angemeldet. Am Freitagabend hast du beim Trainer des Vereins eine Privatstunde, damit er deine Fitness einschätzen kann. Darauf aufbauend wird er dir ein passendes Sportprogramm zusammenstellen, das dich nicht unterfordert."

Ich schluckte hart. Ich musste unbedingt reagieren und Stefanie reinen Wein einschenken. Schließlich konnte ich zumindest dieses Mal nichts für die Misere. Allerdings war mir nur zu gut in Erinnerung, dass Stefanie vor knapp zwei Jahren eine Zeit lang von mir getrennt wohnte, weil ich ihr damals mehr mit dem Job verheiratet schien als mit ihr. Klar, es waren andere Zeiten, KPD arbeitete noch nicht in Schifferstadt, und ich selbst war als kommissarischer Dienststellenleiter der Kriminalinspektion tätig. Dementsprechend hoch war

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