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Harte Landung Ein Fall für Patsy Logan. Kriminalroman von Dunne, Ellen (eBook)

  • Verlag: Insel Verlag
eBook (ePUB)
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inkl. gesetzl. MwSt.
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Harte Landung

Patsy Logan, 38, deutsch-irische Kommissarin beim Münchner LKA, ermittelt in einem angesagten Online-Unternehmen. Schnell zieht der Fall immer weitere Kreise, der mediale und interne Druck ist enorm. Und auch Patsys Privatleben gerät zunehmend in Schieflage ...
Carolin Höller, Top-Managerin bei der erfolgreichen Online-Tauschbörse Skiller, hat alles: Musterkarriere. Musterehe. Musterkinder. Bis man sie unterhalb ihres Bürofensters tot auffindet. Schnell ist klar: Sie ist nicht freiwillig gesprungen. Immer tiefer gräbt sich Patsy in Carolins Leben und die Strukturen von Skiller, stößt auf Lügengebäude und hohle Fassaden. Erst recht, als man sie ins Skiller-Hauptquartier nach Dublin schickt. Ausgerechnet in die Stadt, um die sie seit dem Selbstmord ihres Vaters einen großen Bogen macht. Kein gutes Omen. Und prompt überschlagen sich die Dinge ...
Harte Landung ist der Auftakt zu einer neuen Krimireihe um Hauptkommissarin Patsy Logan. Schlagfertig und eigensinnig liefert die "Frau der Stunde" Ergebnisse - mit klarem Verstand, trockenem Humor und einem Instinkt, der niemandem unheimlicher ist als ihr selbst.

Ellen Dunne, 1977 geboren, arbeitete als Texterin/Konzeptionistin in Werbeagenturen, danach in verschiedenen Positionen bei Google im Europa-Hauptquartier in Dublin. Sie lebte in Berlin, München und Mexiko-Stadt, seit 2004 in Dublin. Von ihr wurden bereits zwei Kriminalromane veröffentlicht. Harte Landung ist der Auftakt einer neuen Krimireihe im insel taschenbuch.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 442
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783458751922
    Verlag: Insel Verlag
    Serie: insel taschenbuch 4588
    Größe: 1874 kBytes
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Harte Landung

Carolin, am Abend

Es ist ihr Herz. Es schlägt zu schnell, zu flach. Etwas stimmt nicht damit. Wie auch? Nichts stimmt mehr. Überall schlechte Omen, düstere Vorzeichen. Schatten, die Gestalt annehmen und sich in Stellung bringen gegen sie.

Es gibt nur einen Weg. Den nach unten.

Nein! Sie braucht nur Luft. Sauerstoff.

In ihrem Brustkorb flattert es panisch. Sie wankt zum Fenster, öffnet es weit.

Luft. Sie braucht einen klaren Kopf, um all die ungebetenen Gedanken wieder daraus zu vertreiben. An Christian. An Hände, die sich in Hosentaschen zusammenballen wie muskulöse, haarlose Tiere. An Fäuste, die fliegen wollen, das Blut auf ihrer Zunge, Finger, die sich ins Fleisch ihrer Oberarme krallen.

Luft! Sie ringt nach Atem. Schließt die Augen, reißt sie wieder auf. Die Münchner Abendluft bringt keine Erleichterung, ist bleiern, unheilschwanger. Der Gedanke lässt sie laut auflachen, doch da ist kein Humor in ihrer Stimme, nur Hysterie. Sie sieht das Wetterleuchten hinter den Türmen der Frauenkirche. Dunkle Golems, die im Schutz der vorzeitig hereingebrochenen Dämmerung lauern. Unter ihr das dumpfe Stampfen von House-Musik. Stimmensalat auf der Terrasse zwei Stockwerke tiefer. Dieses Lachen, jung und unbeschwert. Dann das Knurren eines der Sicherheitsleute. Er treibt die Partygemeinde nach drinnen und schließt die Tür. Bloß keinen Ärger mit den Nachbarn.

Das Panzerglas tut seine Pflicht, Ruhe breitet sich aus. Unwillkommene Ruhe. Ihr Herzschlag steigert sich darin zu Trommelfeuer.

Die Luft hält ihr Versprechen nicht, kleidet ihre Lunge aus wie heißer Dampf. Sie stellt sich auf Zehenspitzen, lehnt sich weiter aus dem Fenster. Doch sie ist zu klein. Es bleibt stickig.

Ihr Büro ist jetzt fast vollständig in Dunkelheit getaucht, der Monitor ihres Computers längst im Stromsparmodus. Nur ein grüner Lichtpunkt pulsiert auf ihrem Schreibtisch. Eine neue Nachricht. Mitteilungen vom Ende der Welt. Der Rausch ist vorbei. Egal, welchen Weg sie jetzt geht, er führt nach unten.

In ihrem Brustkorb wird es eng.

Sie braucht Hilfe! Braucht sie Hilfe? Aber woher sollte die überhaupt kommen? Sie ist allein.

Stell dich nicht so an.

Panikattacken sind nichts Neues für sie. Einfach weiteratmen, dann wird es wieder. Wenn sie nur etwas mehr Luft bekäme.

Sie zieht einen der Stühle von ihrem Schreibtisch heran. Karges Design, edles Holz. Es knarrt unter ihren nackten Füßen. Der nächste Schritt, aufs Fensterbrett. Außer Atem klammert sie sich am Rahmen fest. Vor einem Jahr ist sie noch einen Halbmarathon gelaufen.

Jetzt lockt unter ihr der Abgrund. Zwei Altbaustockwerke bis auf Terrasse und Vordach, drei bis aufs Kopfsteinpflaster. Wie einfach es doch wäre, Ruhe zu finden.

Die Fenster des sanierten Altbaus sind hoch, ihr Scheitel reicht nicht einmal bis an den oberen Fensterrahmen. Ihr Kopf schwirrt. Es riecht nach Farbe. Die letzten Handwerker haben das Haus erst heute Vormittag verlassen.

Gierig saugt sie Luft ein, ihre Rippen ein engmaschiger Käfig, und schaut hinaus in das immer intensivere Wetterleuchten. Der Gewitterwind frischt weiter auf, lässt irgendwo ein Fenster in der Zugluft schlagen. Das Rauschen der Bäume, ihre Äste ächzen im Wind.

Das Donnergrollen kommt vom Stadtzentrum her, aus Richtung Osten. Dort hinten im Lehel, hinter sauber verputzten Fassaden kernsanierter Altbauten, liegen Fabian und Lia in ihren Betten. Hoffentlich ist Fabians Fieber wieder gesunken. Hoffentlich können die beiden schlafen. Gewitter sind noch etwas Neues und Furchterregendes für Lia, bringen sie jedes Mal zum Weinen. Warum ist sie nicht da, um ihre Kleine davor zu schützen?

Christian ist doch da.

Ihr Lächeln über den Gedanken an ihre Kinder bleibt im Ansatz stecken. Christian.

Die Dunkelheit in ihrem Rücken ballt sich. Ist jemand

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