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Hasensterben Noldi Oberholzers zweiter Fall von KuhnKuhn (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 04.02.2015
  • Verlag: Gmeiner-Verlag
eBook (PDF)
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Hasensterben

Ein M"dchen verschwindet aus der Badi Bichelsee und der Bademeister steckt tot im Kamin. Unfall, Zufall, Mordfall, fragt sich Noldi. ¯Mord®, sagt sein kleiner Sohn, der fr h in die Fuástapfen des Vaters tritt. Als pl"tzlich auch noch der Dorfmetzger eine Leiche in der Tiefk hltruhe entdeckt, wird der Fall f r Noldi zur t"dlichen Gefahr. Roswitha Kuhn studierte Germanistik und Slawistik in Graz. Neben der T"tigkeit als Bibliothekarin in Graz, Wien und am Tibet-Institut Rikon schrieb sie Romane, Erz"hlungen, Gedichte und H"rspiele. Sie lebt mit ihrem Mann, Jacques Kuhn, in Rikon und Z rich. Jacques Kuhn trat nach einem Ingenieurstudium in Z rich und in den USA in die v"terliche Firma ein und f hrte die Kuhn Rikon AG mit seinem Bruder Henri f r viele Jahre. Nach dessen Tod bernahm er die Gesamtverantwortung f r das Familienunternehmen. Jacques Kuhn gr ndet 1968 mit seinem Bruder auf Wunsch des XIV. Dalai Lama das Tibet-Institut in Rikon, das einzige tibetisch-buddhistische Kloster im Westen. Nach ihrer sp"ten Heirat sind KuhnKuhn mit groáer Begeisterung unter die Krimi-Schreiber gegangen.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 437
    Erscheinungsdatum: 04.02.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783839246290
    Verlag: Gmeiner-Verlag
    Größe: 2877 kBytes
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Hasensterben

2. Blaue Wiener

Am nächsten Morgen fährt Noldi mit Meret nach Turbenthal und setzt sie vor der Schule ab. In der letzten Woche vor den Herbstferien haben die Lehrer alle Hände voll zu tun.

Das Sekundarschulhaus liegt etwas zurückgesetzt an der Feldstraße gegenüber dem Gehörlosendorf. Vor dem relativ neuen Bau stehen ein paar Bäume, deren Blätter sich bereits rot und gelb verfärbt haben. Nachdem Meret ausgestiegen ist, beugt sie sich noch einmal zum offenen Fenster neben dem Fahrersitz und küsst ihren Mann. Sie weiß, dass ihre Berufstätigkeit für ihn nicht einfach ist. Aber, so hofft sie, er wird sich schließlich daran gewöhnen. Liebevoll kneift sie ihn in die Wange. "Bis heute Abend. Ich koche uns etwas besonders Gutes."

Sie winkt noch einmal über die Schulter und verschwindet federnden Schrittes in der Tür. Es tut ihr gut, dass ihr Mann sie vermisst. Der schaut ihr nach, bis sie im Gebäude verschwunden ist, dann startet er den Motor und gibt Gas, biegt beim Gehörlosendorf rechts ab, streift die neue rostige Eisenplastik, die sie vor dem Schloss aufgestellt haben, mit einem verächtlichen Blick. Von dort bis in den Hof des Baugeschäftes, wo sich die Kantonspolizei eingemietet hat, braucht er nicht einmal eine Minute.

Im Büro schaltet er den Computer ein und sucht sofort das Unfallprotokoll Lewi Rindlisbacher. Es gibt nicht viel her. Was er liest, hat er im Prinzip schon gestern an der Sitzung erfahren. Er möchte nur sicher sein, dass er auf dem neuesten Stand ist. Da und dort notiert er sich etwas auf einem Blatt Papier und fragt sich gleichzeitig, wozu er das macht. Die Tatsache, dass es sich um einen Unfall handelt, wird von niemandem in Zweifel gezogen.

Einzig in Hubachers Gedächtnisprotokoll über die erste Befragung der Mutter findet er ein unbekanntes Detail. Mani Rindlisbacher habe ausgesagt, dass sie in der Nacht nur kurz weg gewesen sei. Der berühmte Professor Speiser habe ihren Jungen für ein Foto-Shooting nach Dussnang geholt. Sie könne sich absolut nicht erklären, wie Lewi um diese Zeit nach Hause gekommen sei. Und selbst wenn, habe sie betont, der Hausschlüssel liege unter dem ersten Blumentopf links. Das wisse Lewi. Also warum sollte er an die Töss gehen und dort irgendwo herumirren.

Die, denkt Noldi, ist öfter unterwegs und weiß gar nicht, was ihr Söhnchen so alles treibt.

Stirnrunzelnd schließt er das Dokument. Könnte das bedeuten, der kleine Lewi Rindlisbacher war allein an der Töss, ist ausgerutscht und ins Wasser gefallen? Oder er war doch nicht allein? Ist von jemand gestoßen worden. All diese Überlegungen ergeben keinen Sinn. Im letzten Fall wäre es Mord.

Er sucht in dem Dossier nach dem Obduktionsbefund und muss feststellen, dass es keinen gibt. Man wollte, heißt es, der Vollständigkeit halber eine Autopsie vornehmen, doch die Mutter habe ihre Zustimmung verweigert. Nach buddhistischem Verständnis solle ein Toter drei Tage nicht angerührt werden, damit sich sein Seelenwesen, so habe sie es genannt, in aller Ruhe ins nächste Leben aufmachen könne. Jede Störung sei schädlich und würde zu einer schlechteren Wiedergeburt führen.

Da die Frau sich völlig hysterisch aufführte, ließ man ihr den Willen. Fremdverschulden lag offensichtlich nicht vor, und das Kind war tot, so oder so.

Noldi schließt das das Protokoll auf dem Bildschirm. Schwer zu sagen, denkt er, was da wirklich passiert ist. Möglicherweise wird man das nie herausfinden. Er überfliegt noch einmal die paar wenigen Notizen, die er sich gemacht hat, und wirft nach kurzem Zögern das Blättchen in den Papierkorb. Was nicht heißen soll, dass er seine Nase nicht doch in diese Angelegenheit stecken wird. Dazu versucht er als Nächstes, etwas über Lewis Erzeuger herauszufinden, scheitert aber. In den Dokumenten, die er aufstöbern kann, heißt es nur 'Vater unbekannt'.

Wie Noldi beschäftigt sich auch sein Sohn mit dem Tod des Jungen. Er glaubt nicht, dass Lewi allein

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