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Head Game von Brooks, Kendran (eBook)

  • Verlag: neobooks Self-Publishing
eBook (ePUB)
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Head Game

Unsere Wahrnehmung entspricht oft nicht der Realität. In Südafrika betreibt ein chinesisches Paar eine irisches Pub und legt sich mit Kriminellen und Behörden gleichermassen an. In Schottland messen sich ein Engländer und ein Amerikaner im Tanz um den verschwundenen Kaisergranat. In Brasilien gerät eine Unternehmerin in die Fänge eines zwielichtigen Mediums, während sich Alabima Lederer in der Schweiz mit Gesindel und ihrem Ehemann Jules gleichermassen herumzuschlagen hat. Spannung zu erzeugen und die Leser intelligent zu unterhalten sind die beiden Hauptziele meiner Schreibarbeit. Jeder Roman ist in sich abgeschlossen. Gemeinsam erzählen sie die Freuden und Leiden der Patchwork-Familie Lederer über viele Jahre. Meine Romane veröffentliche ich unter dem Pseudonym 'Kendran Brooks', weil ich Diskussionen über Politik, Glaube oder den Anteil autobiografischer Szenen vermeiden will.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 504
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783748592631
    Verlag: neobooks Self-Publishing
    Größe: 904 kBytes
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Head Game

"Bevor man beobachtet, muss man sich Regeln für seine Beobachtungen machen."

Jean-Jacques Rousseau

Es war ein wunderschöner März-Morgen. Alabima Lederer hatte ihre Tochter Alina zur Schule gebracht und war direkt danach weiter und in die Stadt gefahren, hatte auf dem Markt in Lausanne Gemüse, Früchte und Kartoffeln gekauft, in der Boucherie Fleisch und Wurst und in der Boulangerie einen Laib Brot. Der junge Mann, der sie fast die ganze Zeit über beobachtet und verfolgt hatte, war ihr bereits aufgefallen, als er zusammen mit ihr das Parkhaus zu Fuß verließ. Erst dachte sie an einen reinen Zufall, als er ebenso wie sie den Weg zum Markt einschlug. Wenig später fühlte sie sich dann aber doch ein wenig geschmeichelt, als er ihr mehr oder weniger deutlich von Stand zu Stand folgte und sie heimlich beobachtete. Denn mit dem sportlich geschnittenen, recht hübschen Gesicht und seinem schlanken, wenn auch etwas schlaksigen Körper wäre er wohl für fast jede Frau in ihrem Alter ein echter Leckerbissen gewesen. Doch Alabima hatte kein Interesse an ihm, wartete trotzdem schon seit dem Marktbesuch amüsiert auf seine Kontaktnahme, um ihn freundlich, aber bestimmt, zurecht zu weisen.

Dass der junge Mann sich ihr jedoch auch später nicht näherte und ansprach, sondern sie bloß die ganze Zeit über unter Beobachtung hielt, begann sie dann doch etwas zu ärgern, zumindest seit dem Besuch in der Bäckerei. Denn seitdem starrte er sie offen und irgendwie fast gierig an, zwar aus respektvoller Ferne, dafür bedrohlich stierend. Es war ganz offensichtlich, dass er von ihr als Verfolger entdeckt wurde.

War er ein dämlicher Stalker? Ein krankes Hirn, das irgendeinem Irrsinn nachjagte? Doch sie kannte den jungen Mann nicht, hatte ihn, soweit sie sich erinnern konnte, nie zuvor gesehen oder gar mit ihm gesprochen.

Gab es Zufalls-Stalker? Die sich irgendwann auf der Straße eine völlig fremde Person aussuchten und sich an ihre Fersen hefteten?

Der Roman "Der lange dunkle Fünfuhrtee der Seele" von Douglas Adams kam der Äthiopierin in den Sinn und sie musste unwillkürlich lächeln. Sie hatte sich in ein Café gesetzt und sich einen Espresso bestellt. Sie saß an einem der Zweiertische am Fenster, blickte nicht direkt hinaus auf die Straße, erkannte trotzdem ihren Verfolger und wie er auf der anderen Seite an einer Hauswand lehnte und zu ihr hinüber starrte. Im Roman von Adams trat ein skurriler Privatdetektiv auf, dessen Ermittlungsmethoden mehr als seltsam anmuteten. Wenn er in einem seiner Fälle nicht mehr weiterwusste, so konnte es durchaus passieren, dass er mit seinem alten Mercedes das nächstbeste Auto zu verfolgen begann, das ihm irgendwie kompetent genug erschien, um ihn wieder auf die richtige Spur zu führen. In dieser Geschichte verfolgte der Detektiv einen alten Deux-Cheveaux und baute wenig später sogar einen Auffahrunfall, weil das gebrechliche Auto vor ihm zu plötzlich stoppte. Nachdem er der Fahrerin den tatsächlichen Grund für seine Verfolgung genannt und sie ihn im Gegenzug als ausgemachten Idioten beschimpft hatte, meinte er zu seiner Entschuldigung: "Ich lande selten dort, wo ich eigentlich hinwollte, aber oft lande ich irgendwo, wo ich sein muss."

Alabima unterdrückte ihr Lächeln, wurde wieder ernsthaft, erhielt den Espresso serviert.

Noch war es wohl viel zu früh, um von einem Stalker oder einem anderen Wirrkopf auszugehen. Die Äthiopierin verspürte trotzdem ein zunehmendes Unbehagen, trank den Kaffee rasch aus und ging hinüber zur Theke, um ihn dort zu bezahlen.

Als sie das Café verließ, heftete sich der junge Mann wieder an ihre Fersen, hielt aber weiterhin Abstand. Trotzdem ging die Äthiopierin die letzten Meter zurück zum Parkhaus immer rascher, spürte den ständigen Blick ihres Verfolgers auf Rücken und Nacken, ein Gefühl, das ihr die Härchen aufrichten ließ.

Vielleicht Ende zwanzig? Oder bereits Anfang dreißig? Hat wohl nichts ander

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