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Heimkehr Kriminalroman von Kabelka, Franz (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 06.12.2012
  • Verlag: Haymon
eBook (ePUB)
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Heimkehr

SPANNENDE SPURENSUCHE IN DER PROVINZ

CHEFINSPEKTOR ANTON ('Tone') HAGEN KEHRT NACH JAHREN BEI DER LINZER KRIMINALPOLIZEI NACH VORARLBERG HEIM. Einen Tag nach seinem Dienstantritt wird in Feldkirch ein Schriftsteller ermordet - genauer: geköpft, und zwar mit einer mittelalterlichen Hellebarde. Neben der Leiche findet man ein Manuskript, das den Mord literarisch vorwegnimmt. Mit einer wesentlichen Abweichung in der Person des Opfers freilich.
Die Töchter des Ermordeten, eine davon mit einem Türken der zweiten Generation verheiratet, scheinen ihrem Vater nicht sonderlich nachzutrauern. Türkische Kreise und das regionale Schriftstellermilieu sind denn auch zunächst das Umfeld, in dem Hagen und seine neuen Kollegen ermitteln. Doch die Spuren sind rar. Da passiert ein zweiter Mord... Während die von Franz Kabelka detailgenau und realistisch beschriebene Polizeiarbeit ihren Lauf nimmt, zerbröckeln Fassaden gutbürgerlichen Familienlebens, und Chefinspektor Hagen wird mit seiner Vergangenheit konfrontiert
LESERSTIMMEN: 'Heimkehr ist ein schräger Krimi, aus vier unterschiedlichen Perspektiven erzählt und hat durchaus literarische Qualitäten verpackt mit viel Ironie.'
'Kabelka zeigt dass die Auflösung eines Mordfalls oft näher liegt, als man denkt: ein Schriftsteller, dem sein eigenes Manuskript zum Verhängnis wird ... das muss man gelesen haben!'

Franz Kabelka, geboren 1954 in Linz, lebt und arbeitet in Feldkirch. Er studierte Germanistik und Anglistik in Salzburg und veröffentlicht seit 1975 Lyrik, Kurzprosa, Essays sowie Theaterstücke in Literaturzeitschriften, Zeitungen und Anthologien. Bisher erschienen: schneller als instant coffee. Gedichte (1996), auszeit. Reflexe & reflexionen (2005). Bei Haymon die Tone-Hagen-Trilogie: Heimkehr. Kriminalroman (2004), Letzte Herberge. Kriminalroman (2006), Dünne Haut. Kriminalroman (2008).

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 240
    Erscheinungsdatum: 06.12.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783709975336
    Verlag: Haymon
    Größe: 639 kBytes
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Heimkehr

Prolog

Es wird ein Beben geben.

Hat er dieses reinigende Gefühl nicht schon beim Aufstehen gehabt? Jetzt ist das Gefühl zur Gewissheit gereift. Ein Beben, wie er, wie seinesgleichen es noch nicht erlebt haben würde. Nicht jenes vage Vibrieren, das einem der Nachrichtensprecher im Nachhinein als ein Beben Stärke vierkommafünf nach Richter bestätigt; nein, eines, wie es in unseren Breiten nur alle paar hundert Jahre einmal auftritt, eines, dem auch moderne Stahlbetonarchitekten nichts entgegenzusetzen haben. Alles rennet, rettet, flüchtet, einem Urinstinkt folgend, hinaus auf die Straße, die indes schon keine Straße mehr ist, nur noch eine zu schroffen Platten und Blöcken sich auftürmende Agglomeration, ein Wirrwarr von umgestürzten, ineinander verhedderten Strommasten und -drähten, von dahinschlitternden Autowracks, von abgerissenen Gliedmaßen. Abgründe tun sich auf, mit denen die Maler apokalyptischer Szenarien seit jeher drohen, Schlünde einer realen Hölle, die innerhalb von ein, zwei Minuten verschlingt, was Menschenhand seit Menschengedenken errichtet. Heulen und Zähneknirschen aus der Knochenmühle, und Zischen, und Klirren, und Brodeln und Bersten, wo Glas und Stahl im Feuersturm verschmelzen, so leicht wie Haut und Haar. Wer verschwendete noch einen Gedanken an die Aktien und Dokumente im Tresor, wo deren Nutznießer und Besitzer ihnen bereits vorangegangen sind in der Auflösung aller Werte? Wer nähme Anstoß am Gestank des brennenden Benzins, wo Menschenfleisch brennt?

Wo hat er bloß den Satz gelesen, der ihn seit geraumer Zeit verfolgt?

...dass das, was vom Leben eines Menschen am Ende übrig blieb, auf der nächsten Müllkippe landete.

Wie du den Satz auch drehst und wendest, sezierst und mit Antithesen konfrontierst - er bleibt unaufhebbar. In all seiner Grausamkeit. In all seiner Schönheit, wie allein wahre Sätze sie ausstrahlen. Und zutiefst egalitär: Auf jener Müllkippe sticht nichts hervor durch Glanz, durch Form, durch Wert. Individuellste Gerüche lösen sich auf im modrigen Mief der uniformen Halde.

Die Selbstverständlichkeit des Mülls. Er hat sie nie hinnehmen wollen. Hat achtlos weggeworfene Plastikflaschen auf fremden Stränden eigenhändig zusammengeklaubt. Papa, der Müllmann! Der zertretene Zigarettenstummel pflückt vom heißen Asphalt. Der kein Papierfetzchen duldet im Plastikcontainer und mit seinem Ordnungssinn die Familie foltert. Solange er noch so etwas wie eine Familie hatte. Der penibelste aller Opas, der gewissenhafteste.

Dein Gewissen nimmt dich in Haft, mein Freund! - Ein dünner Telegraphendraht vermiest dir das schönste Panorama! - Was du Ästhetik nennst, nenne ich pure Pedanterie!

Rhomberg, der immerzu verräumen muss, was nicht ins Bild passt. Das, was ohnehin nicht in den Griff zu kriegen ist. Rhomberg, ein Don Quijote der Müllkippe. Jener letzten, auf der am Ende ein jeder landet. Eugen Rhomberg, der selbstsüchtige Riese aus Oscar Wildes Märchen. Der die Kinder aus seinem Garten vertreibt und dafür mit ewigem Winter bestraft wird. Wie gerne würde er mit diesem Riesen tauschen, der, steif und starr hingestreckt wie die gefrorene Erde unter ihm, bedeckt ist mit einem Leichentuch aus weißen Blüten. Dessen Probleme möchte er haben! Wann sind die Kinder seiner Kinder das letzte Mal bei ihm im Garten herumgetollt, wann bekommt er sie überhaupt noch zu sehen?

Nein, kein Trost: Die Müllkippe wälzt sich, schleichend, stetig, auf einen zu, ein gewaltiger Polyp, der dich erstickt, ehe er dich verschlingt. Was wäre dem entgegenzusetzen? Stoizismus? Existentialismus? Kalte Verachtung? Nein. Neue Hüte würden landen, wo die alten verrotten, würden die Müllkippe nur noch schneller anwachsen lassen. Überhaupt hätte er, zugegeben, auch kein Talent dafür. Wie sollte einer mit bald sechzig noch etwas derma

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