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Herz Dame sticht Ein Fall für Mrs. Murphy von Mae Brown, Rita (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 06.04.2018
  • Verlag: Ullstein
eBook (ePUB)
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Herz Dame sticht

Pferderennen im herbstlichen Montpelier, Virginia: Zwei Jockeys werden tot aufgefunden, ihre Herzen durchbohrt und die Spielkarten Kreuzdame und Pikdame aufgespießt. Es steht zu befürchten, dass die Herzdame als nächstes an der Reihe ist. Postbeamtin Mary Minor "Harry" Haristeen ermittelt in den gar nicht so feinen Kreisen des Reitsports. Ihr tierisches Detektiv-Team um Katze Mrs. Murphy bekommt überraschend Unterstützung von zwei Rennpferden. Alle Fälle der Mrs.-Murphy-Erfolgsserie gibt es jetzt als E-Books bei Ullstein! Rita Mae Brown, geboren in Hanover, Pennsylvania, wuchs in Florida auf. Sie studierte in New York Filmwissenschaft und Anglistik und war in der Frauenbewegung aktiv. Berühmt wurde sie mit dem Titel Rubinroter Dschungel und durch ihre Romane mit der Tigerkatze Sneaky Pie Brown als Co-Autorin.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 320
    Erscheinungsdatum: 06.04.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783843715867
    Verlag: Ullstein
    Größe: 13853 kBytes
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Herz Dame sticht

Kapitel 1

Den Eingang von Montpelier, dem einstigen Heim von James und Dolly Madison, zieren zwei mit Efeu bewachsene Säulen. Auf jeder Säule hockt ein Adler mit ausgebreiteten Schwingen. An diesem ersten Samstag im November fuhr Mary Minor Haristeen - "Harry" - durch das elegante, schlichte Tor, wie sie es seit vierunddreißig Jahren tat. Ihre Eltern hatten sie schon in ihrem ersten Lebensjahr mit nach Montpelier genommen, das sich über 2700 Morgen erstreckte, und seitdem hatte sie kein einziges Rennen versäumt. Wie Thanksgiving, ihr Geburtstag, Weihnachten und Ostern waren die Hindernisrennen, die auf dem Grundstück der Madisons sechseinhalb Kilometer östlich von Orange, Virginia, veranstaltet wurden, Marksteine ihres Lebens.

Als sie an den Säulen vorbeifuhr, warf sie einen Blick auf die Adler, schenkte ihnen jedoch kaum Beachtung. Der Adler ist ein Raubvogel, der mit tödlicher Zielgenauigkeit aus der Luft auf seine Opfer herabstößt. Die Natur teilt die Geschöpfe in Sieger und Besiegte auf. Der Mensch versucht, diese Eindeutigkeit aufzuweichen. Nicht, daß den Menschen nicht klar wäre, daß es im Leben Sieger und Besiegte gibt, doch sie ziehen es vor, ihre Erfahrungen an Begriffen wie gut und böse, nicht an "fressen und gefressen werden" festzumachen. Wie auch immer, Harry würde diesen frischen, himmelblauen Tag in Erinnerung behalten, und was ihr Gedächtnis abrief, waren die Adler ... wie oft hatte sie diese Wächter passiert und doch ihre Bedeutung verkannt.

Eins stand jedenfalls fest - weder sie noch sonst jemand unter den fünfzehntausend Zuschauern würde dieses eine Montpelier-Rennen jemals vergessen.

Mrs. Miranda Hogendobber, Harrys ältere Freundin und Mitarbeiterin, bestand darauf, mit ihrem betagten Ford Falcon zu fahren statt mit Harrys ramponiertem Transporter, obwohl der Transporter ein paar Jahre weniger auf dem Buckel hatte als der Falcon. Da Harry Arthur Tetrick, dem Rennbahndirektor, versprochen hatte, sich als Bahnrichterin zur Verfügung zu stellen, mußte sie zeitig zur Stelle sein.

Sie fuhren durch das Tor, erklommen die Brücke, die sich über die Bahngleise der Southern Railroad wölbte, tauchten dann in die smaragdgrüne Weite der Rennbahn ein, die rund um den hundert Morgen großen Innenraum verlief. Hindernisse aus Besen und Brettern markierten die Bahn, die von einer weißen Barriere begrenzt war, die die Länge der schwierigen Strecke bestimmte. Zur Rechten, oberhalb der Straße, lag die Sandbahn, die die verstorbene Marion duPont Scott 1929 angelegt hatte, um ihre Rassepferde zu trainieren. Die Bahn, zur Zeit vermietet, war in Gebrauch geblieben und zusammen mit dem Gut nach dem Tod von Mrs. Scott im Herbst 1983 an den National Historic Trust übergegangen.

Geradeaus ragte hinter weiteren säulengeschmückten Toren das eigentliche Montpelier auf, ein pfirsichfarbenes Haus, leuchtend wie ein sanftes Stück Sonnenuntergang, das vom Himmel gefallen war, um sich in den Ausläufern der Südwestkette der Blue Ridge Mountains einzunisten. Harry dachte sich Montpelier, das errichtet worden war, während Amerika mit den Strafsteuern von König George III. zu kämpfen hatte, als eine Art Sonnenaufgang, einen verstohlenen Blick über den Horizont einer neuen politischen Kraft, einer Nation, bestehend aus Menschen von überallher, die eine Vision von Demokratie einte. Daß die Vision verdunkelt oder verzerrt worden war, minderte nicht den Glanz ihrer Geburt, und Harry, nicht gerade ein politischer Mensch, stand leidenschaftlich hinter der Überzeugung, daß die Amerikaner sich an die Prinzipien ihrer Vorväter und Vormütter zu halten hatten.

Einem solchen Prinzip entsprach es, die schönen Momente im Leben voll auszukosten. James und Dolly Madison hatten ein gutes Pferderennen zu schätzen gewußt und waren sich darin einig gewesen, daß der beste Reiter ihrer Zeit George Washington war. Schon vor James' Geburt 1752 hatten die Siedler schöne Pferde geliebt

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