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Hetzjagd Michael Lindqvist von Hess, Jo (eBook)

  • Verlag: neobooks Self-Publishing
eBook (ePUB)
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Hetzjagd

Michael ist mit seinem Bruder Nick, sowie dessen Freunden Ben und Emma auf dem Weg nach Italien. Ungeahnt kommen sie nachts auf einer einsamen Landstraße vom richtigen Weg ab und werden in einen schrecklichen Unfall verwickelt. Auf der Suche nach Hilfe stoßen sie auf ein kleines Dorf. Die Vier scheinen gerettet. Doch da verschwindet Emma spurlos und auch mit den Einwohnern scheint etwas nicht ganz in Ordnung zu sein. Als Michael hinter das Geheimnis der Menschen kommt, ist es fast schon zu spät. Denn jetzt geht es für ihn und die anderen um Leben und Tod... Johanna M. Hess wurde in Deutschland geboren und liebt es zu reisen. Der Hauptwohnsitz befindet sich in München. Nach einer Ausbildung im Polizeidienst, hat Johanna M. Hess bereits eine Bekleidungsboutique, ein Immobilienbüro und ein Tattoo-Studio betrieben, sowie auf dem weltberühmten Oktoberfest gearbeitet. Auch Auftritte in Fernsehserien wie K11 und München 7, sowie als Bedienung in dem Bayerischen Kinofilm Dampfnudelblues gehören zum Lebenslauf.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 245
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783748591931
    Verlag: neobooks Self-Publishing
    Größe: 778 kBytes
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Hetzjagd

Mai 2014 - Der Ausflug

"Los packen. Lass uns einen Road Trip machen."

Die Zimmertür knallte gegen die Wand, als Nick hereingestürmt kam. Ich setzte mich im Bett auf und starrte meinen Bruder fragend an. Seine Haare waren zerzaust und seine Augen verquollen vom Schlafen. Ich versuchte, meine Gedanken zu ordnen. Außerdem musste ich dringend pinkeln und brauchte einen Kaffee, bevor ich zu irgendeiner Art Konversation fähig war.

"Jetzt guck nicht so. Fahr mit. Nur ein paar Tage."

"Wohin?"

"Keine Ahnung, einfach drauflos. Komm schon, bitte."

"Okay", hörte ich mich antworten und musste grinsen, als Nick mich umarmte, meinen Rucksack vom Schrank herunterschmiss und wahllos Wäsche hineinstopfte.

"Hey, hey, warte, das mach ich selbst", versuchte ich, ihn zu bremsen.

"Okay, cool. Wir warten unten", rief er und stürmte wieder hinaus. Ich sah ihm hinterher, wie er drei Stufen auf einmal ins Erdgeschoss nahm.

"Wer ist wir?", fragte ich mein leeres Zimmer.

Ich schlug mir mit der Hand an die Stirn und lief zum Fenster.

"Oh, nein", flüsterte ich gegen die Scheibe.

Unten standen Nicks bester Kumpel Ben und dessen Freundin Emma. Ben und ich konnten uns nicht leiden. Er hielt mich für einen Loser und ich hielt ihn für einen hohlköpfigen Muskelprotz. Emma war ein hübsches Ding mit einer wilden Kurzhaar-Frisur, die ihren Charakter unterstrich. Und jedes Mal, wenn ich sie sah, ärgerte ich mich maßlos. Denn ich dachte viel zu oft über sie nach. Seit vier Jahren war sie fest mit Ben zusammen, und seit vier Jahren fragte ich mich, was sie an ihm fand. Ich warf einen schnellen Blick auf Emmas Kurven, die sich scharf unter dem engen Stoff ihres knappen Shirts abzeichneten und schüttelte den Kopf. Mir war nicht klar, warum ich diesem Ausflug zugestimmt hatte. Ich hatte absolut keine Lust, stundenlang mit Emma zusammen auf engstem Raum zu verbringen. Und erst recht hatte ich keine Lust auf Ben, diesen Primaten. Allerdings freute Nick sich so und dies war eine der seltenen Gelegenheiten, etwas mit meinem Bruder zu unternehmen. Außerdem war das der richtige Moment, um endlich etwas Verrücktes zu tun und Ben zu zeigen, dass ich kein Loser war. Und ein mehrtägiger Trip, ohne jegliches Ziel, und ohne etwas im Voraus zu planen, war total verrückt. Zumindest in meinen Augen.

"Also gut", redete ich weiter mit mir selbst und ging auf die Toilette. Danach holte mir einen Kaffee aus der Küche, der fade und abgestanden schmeckte, und lief damit zurück auf mein Zimmer, um meine Wäsche zu sortieren. Was sollte ich mitnehmen auf einen spontanen Road Trip? Wir waren zuletzt als Kinder zusammen mit unseren Eltern im Urlaub gewesen. Ich dachte daran, wie Nick und ich gemeinsam in Rimini am Strand Sandburgen gebaut hatten und mit unseren Luftmatratzen auf den Wellen geritten waren. Eine schöne Zeit war das gewesen. Eine Hupe erklang und riss mich aus meinen Gedanken.

"Los, Lindqvist, mach schon", hörte ich Ben rufen. Ich verdrehte die Augen, warf schnell noch ein paar Handtücher in meinen Rucksack und lief nach unten.

"Hast du Mama und Papa gesagt, dass wir wegfahren?", schrie ich nach draußen.

"Wir sollen sie anrufen, wenn wir wissen, wo wir bleiben. Wir können den BMW haben. Jetzt komm endlich."

Ich sah mich noch einmal um. Ein seltsames Gefühl überkam mich, das ich nicht deuten konnte. Mit einem Mal hatte ich einen harten Klumpen im Magen.

"Hier, für dich", hauchte mir jemand ins Ohr. Ich fuhr zusammen und drehte mich um. Emma hielt mir einen Starbucks Becher unter die Nase. Ihr linkes Auge war geschwollen und hatte eine lila Färbung angenommen. Sie sah meinen Blick und zuckte mit den Schultern.

"Mein Alter ist mal wieder zu Hause. Vergiss es."

Der Duft des frischen Kaffees löste den undefinierbaren Klos in mir auf und ich lächelte sie an. Emma lächelte zurück und ging zum Wagen.

"Krasser Scheiß, Lin

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