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Hochland Thriller von Bragi, Steinar (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 12.09.2016
  • Verlag: Deutsche Verlags-Anstalt
eBook (ePUB)
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Hochland

"Sie hatten das Gefühl, dass jemand draußen auf sie wartete, in der Dunkelheit ihre Namen flüsterte ..." Zwei junge Paare aus Reykjavík machen mit ihrem Jeep einen Ausflug in die raue Bergwelt des isländischen Hochlands. Dichter Nebel zieht auf, sie kommen vom Weg ab und müssen die Nacht in einem Haus mitten in der Einöde verbringen. Ihr Amüsement über das ungeplante Abenteuer verwandelt sich schon bald in Unbehagen, denn ihre Gastgeber, ein verschrobenes altes Paar, benehmen sich sehr merkwürdig: Warum verbarrikadieren sie das Haus bei Einbruch der Dunkelheit wie eine Festung? Und wieso haben sie so wenig Interesse daran, ihren Gästen zu helfen? Ein verstörender Pageturner vor der einzigartigen Kulisse des isländischen Hochlands. "Ein faszinierendes Buch voller Schrecken" Kristof Magnusson Steinar Bragi, 1975 geboren, zählt zu den ungewöhnlichsten Thrillerautoren Skandinaviens. Sein Roman "Frauen" (2010) war für den Literaturpreis des Nordischen Rats nominiert und brachte dem isländischen Autor den internationalen Durchbruch. Sein Thriller "Hochland" wurde von der Kritik hochgelobt und mit den Horrorgeschichten Stephen Kings verglichen. Das Buch erscheint in zwanzig Ländern.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 304
    Erscheinungsdatum: 12.09.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641175016
    Verlag: Deutsche Verlags-Anstalt
    Originaltitel: Halendid
    Größe: 765kBytes
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Hochland

Hrafn - 1 Flora Islands

Die Natur war vollkommen still. Die Schatten am Horizont wurden dunkler und zeichneten sich scharf vor dem Himmel ab, bevor sie mit der Nacht verschmolzen.

Sie schwiegen alle vier. Nur aus dem Radio drang undeutliches leises Gemurmel. Vigdís las auf dem Rücksitz in einem Buch, Anna war gerade von einem Nickerchen aufgewacht und öffnete eine Flasche Bier. Zwischen ihnen lag Annas Hund, ein isländischer Hütehund, den sie seit ein paar Monaten besaß.

"Lasst uns was spielen", durchbrach Anna die Stille. "Ich sehe was, was du nicht siehst - eine Sache im Auto oder draußen, auf der Straße oder im Sand ..."

"Hey, das hab ich schon ewig nicht mehr gespielt", fiel Egill ihr ins Wort, mit kindisch freudiger Stimme nach dem dritten Bier und dem zehnten Schluck aus dem Flachmann.

"Spannend", spottete Hrafn. Er musterte Anna im Rückspiegel, ihre dunkle Silhouette und das schwache Glänzen ihrer Augen. "Was meinst du mit 'Sache'? Wenn ich das Gewissen oder das Blut deines Mannes nehme, gilt das auch?"

"Wie krank", entgegnete sie belustigt. Egill schaute aus dem Fenster, und Hrafn kam es so vor, als blicke er in den Seitenspiegel, zu Vigdís, die hinter ihm saß. "Nein, Blut nicht. Alles, was man nicht sehen kann, ist verboten."

"Wovon sprecht ihr?", fragte Vigdís und klappte Die Flora Islands zu, in die sie vertieft gewesen war. Anna erklärte ihr das Spiel und sagte, sie werde anfangen.

"Na, dann los!", sagte Egill, und das Spiel begann. Hrafn löste den Blick nicht von der Schotterpiste, die immer schwerer zu erkennen war, je dunkler es wurde. Die Abende waren nicht mehr so hell, nachts wurde es schon für ein paar Stunden dunkel, und der Winter drang in seine Gedanken, türmte sich am Horizont auf wie ein Wellenbrecher und verstärkte die Unruhe, die ihn in den vergangenen Tagen ergriffen hatte. Seit der Mittagszeit hatte er den starken Drang, so schnell wie möglich zurück in die Stadt zu fahren.

"Die Augen des Fahrers?", riet Vigdís, während der Jeep weiter an den Leitpfosten vorbeiglitt, die in der Dunkelheit aufleuchteten. Hrafn kurbelte die Scheibe herunter, steckte den Kopf aus dem Fenster und sah, dass der Himmel voller Wolken war, aber sie befanden sich ja auch im Hochland.

"Glaubst du, du findest es in den Wolken?", fragte Anna hinter ihm lachend.

"Ihr müsst mir helfen, Jungs", sagte Vigdís. "Mir fällt nichts mehr ein."

"Ein Leitpfosten?", schlug Hrafn vor und kurbelte die Fensterscheibe wieder hoch. Anna verneinte. Der Polarwinter, dachte er. War das eine Sache? Zumindest waren seine Spuren überall zu sehen, vom Frost zersprungene Felsbrocken, nichts Grünes, keine Farben, keine Flora. Nur Sand, Geröll, unterschiedliche Nuancen von Schwarz und Grau.

Schon bald sanken die Wolken bis auf die Erde hinunter, und sie fuhren in den Nebel. Das Licht der Autoscheinwerfer schnitt zwei Kegel in den Nebel, sodass er weiß wurde, an den Seiten über dem schwarzen vulkanischen Sand blieb er dunkelgrau. Die Sicht reichte nur noch zehn oder zwanzig Meter weit, und Hrafns Augen fingen schnell an zu brennen, weil er die ganze Zeit in die Dunkelheit starrte. Er hätte nichts gegen eine kleine Pause gehabt, aber Egill war zu betrunken zum Fahren, und den Frauen traute er das ohnehin nicht zu, nicht in bewohnten Gegenden und schon gar nicht hier auf den Sandflächen.

Er hielt den Wagen an, um zu pinkeln und kurz Luft zu schnappen, und blickte in den Nebel, der schnell dichter wurde und sich kalt und feucht auf sein Gesicht legte. Keiner von ihnen hatte auch nur die geringste Erfahrung mit Hochlandtrips oder wusste, was man machen musste, wenn das Auto nicht mehr ansprang. Vigdís hatte das bei der Planung der Reise angesprochen, aber Egill und er hatten sie mit ein paar unverbindlichen Floskeln beruhigt. Das GPS war zwar angeschlossen, doc

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