text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Hochzeitswein Ein Krimi von Wagner, Andreas (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 03.12.2012
  • Verlag: Leinpfad Verlag
eBook (ePUB)
8,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Hochzeitswein

Eine Hochzeit auf dem Land ganz im traditionellen Stil mit Hochzeitszug und Hochzeitswein und allem Drum und Dran. Unter den Gästen sind auch Paul Kendzierski, der Bezirkspolizist aus Nieder-Olm, zusammen mit Klara, denn sie ist seit Kindertagen die beste Freundin der Braut Simone. Als aber die Braut entführt wird, verschwindet ein weiterer Hochzeitsgast und bleibt auch in den Tagen darauf unauffindbar. Kendzierski, der Selztal-Schimanski, wird um seine Hilfe gebeten und ermittelt schnell wieder auf eigene Faust, statt der Kripo in Mainz zu vertrauen. Erst in letzter Minute erkennt er, wie all die losen Fäden seiner Ermittlungen zusammenhängen ... Dabei hätte Kendzierski beinahe total übersehen, dass es auf dieser Hochzeit zwei Sorten Hochzeitswein gab: zweimal Riesling feinherb - warum?

Andreas Wagner, Jg. 1974, ist als Winzer Quereinsteiger: Der promovierter Historiker führt das von den Eltern übernommene Weingut seit 2002 zusammen mit seinem Bruder Ulrich. Er ist verheiratet und hat drei Kinder. Seit 2006 schreibt er Weinkrimis.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 217
    Erscheinungsdatum: 03.12.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783942291514
    Verlag: Leinpfad Verlag
    Serie: Paul Kendzierski Bd.5
    Größe: 695 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Hochzeitswein

2.
Ein paar Tage zuvor

Paul, kannst du mir mal kurz helfen?"

Klaras Stimme kam aus dem Bad. Sie war deutlich zu hören, weil die Tür offen stand und er nur wenige Meter entfernt auf dem Sofa saß, in die Wochenendausgabe der Mainzer Zeitung vertieft. Seit mehr als einer halben Stunde ging das schon so, wenn ihn sein Zeitgefühl nicht vollkommen im Stich gelassen hatte. Paul Kendzierski war pünktlich bei Klara gewesen, um sie nicht unnötig warten zu lassen. Sichtlich nervös und angespannt hatte sie ihn in den zurückliegenden Tagen immer wieder darauf hingewiesen: einer der wichtigsten Tage in ihrem bisherigen Leben, von ganz großer Bedeutung für sie. Die Hochzeit ihrer besten Freundin aus Kindergartenzeiten. Für etliche Jahre hatten sie sich durch das Studium aus den Augen verloren und dann wieder neu entdeckt. Erst über das Internet aus Neugier. Was macht sie bloß? Was ist aus ihr geworden? Und wie sieht sie aus? Das zoologische Interesse war geweckt. Wie hat sie sich verändert in all den Jahren, die wir uns nicht gesehen haben, seit sie von zu Hause weg musste? Der Stress damals in der Schule, der Wechsel in das Internat, Studium und aus den Augen.

Vor einem halben Jahr war Kendzierski beim großen Wiedersehen dabei gewesen. Simone war wieder hierhergezogen, zurück in die alte Heimat. Klara hatte sich zum ersten Treffen nach so langer Zeit nicht alleine getraut. Wenn wir nicht wissen, was wir uns zu erzählen haben, dann brauche ich dich.

Sie hatten ihn nicht gebraucht. Den ganzen Abend nicht, den sie beim alten Grass am offenen Kamin gesessen haben. Er mit den zwei Frauen, die zwanzig Jahre nachzuholen hatten und sich köstlich darüber amüsierten, wie ihm bei der Hitze des knisternden Feuers und den schnellen Geschichten die Augen zufielen. Gegen zehn hatte er sich mit einer ganzen Ladung Notlügen aus dem Staub gemacht. Der harte Arbeitstag, auch morgen wieder. Die Akten, die noch auf dem Schreibtisch warteten und seine Anwesenheit im Büro auch am Samstagvormittag nötig machten. Ärger mit der Sperrung und den Ampeln an einer Landstraße. Und so weiter.

Seit diesem Abend war Simone fester Bestandteil in Klaras Leben geworden und damit auch irgendwie in seinem. Ein ungewohntes Gefühl für ihn, Klara zu teilen. Das war ganz sicher keine Eifersucht, aber eine Situation, an die er sich erst einmal gewöhnen musste. Es machte keinen Sinn, wenn er mit beiden unterwegs war. Es ging doch immer nur um alte Geschichten, Erlebnisse aus der Schulzeit und Menschen, die er sowieso nicht kannte. Für Klara war das schwer zu verstehen. Was hast du gegen Simone? Nichts, gar nichts! Aber sie ist eben deine Freundin.

So hatten sie es dann auch gehalten in den letzten Monaten. Sie hatte sich immer mal wieder mit Simone getroffen und nur zaghaft angedeutet, dass er durchaus nicht stören würde.

"Paul!"

Der Ton in Klaras Stimme ließ keine Ausreden mehr zu. Er faltete den Sportteil der Zeitung zusammen und legte ihn neben sich auf das Sofa. Langsam und ein wenig schwermütig erhob er sich aus dem tiefen Polster von Klaras dunkelroter Couch. Mit beiden Händen strich er sich die beigen Hosenbeine glatt. Der Stoff kratzte an seinen Oberschenkeln, so wie er es geahnt hatte. Aber davon hatten sie ja nichts wissen wollen. Klara und der Verkäufer in der Herrenabteilung des Mainzer Bekleidungsgeschäftes waren so beglückt von seinem Anblick gewesen, als er sich aus der Kabine schob, dass er schon in diesem Moment wusste, Widerstand würde an ihrer Entschlossenheit abprallen. Paul, traumhaft! Das helle, feine Leinen steht dir so gut und ist genau richtig für eine Dorfhochzeit.

Gnädige Frau, ich kann Ihnen da nur zustimmen. Der Verkäufer näselte. Und das zarte Azur des Hemdes markiert einen schönen Kontrast. Ich habe da auch schon eine Krawatte

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen