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Honigsüßer Tod Ein Fall für Hubertus Hummel von Rieckhoff, Alexander (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 10.12.2012
  • Verlag: Piper Verlag
eBook (ePUB)
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Honigsüßer Tod

Studienrat Hummel, der ungewollt in immer neue Kriminalfälle verwickelt wird, steckt in einer handfesten Ehekrise. Seine esoterische Frau ist in ein einsames Gehöft im Schwarzwald gezogen, zu einer Sekte namens "Kinder der Sonne". Als der dortige Imker ermordet aufgefunden wird, beschließt Hummel gemeinsam mit seinem Freund, dem Journalisten Riesle, dem Fall auf den Grund zu gehen. Im angrenzenden Dorf beäugt man die Sekte schon immer mit Argwohn und glaubt nun zu wissen, dass der Täter aus den Reihen der Sekte stammen muss. Doch dann wird eine zweite Leiche gefunden, offenbar die vonSektenchefLucidus höchstpersönlich ...

Alexander Rieckhoff, geboren 1969 und aufgewachsen in Villingen, studierte Geschichte und Politikwissenschaft in Konstanz und Rom und ist zurzeit als Fernsehredakteur beim ZDF in Mainz beschäftigt. Er lebt mit seiner Familie in der Nähe von Mainz. Gemeinsam mit Stefan Ummenhofer hat er mehrere erfolgreiche Schwarzwald-Krimis geschrieben.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 240
    Erscheinungsdatum: 10.12.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783492960441
    Verlag: Piper Verlag
    Serie: Hubertus Hummel Bd.7
    Größe: 2804kBytes
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Honigsüßer Tod

1. Rosenzettel

Hubertus Hummel fühlte sich leicht und frei: die großen Ferien. Endlich. Als Lehrer freute er sich mittlerweile mindestens ebenso sehr wie damals vor drei, vier Jahrzehnten, als sie beim ersten Klingeln und in kindlichem Übermut johlend in den Pausenhof gestürmt waren. Allein schon wegen seines Gewichts war für Hubertus an Stürmen aber nicht mehr zu denken. Er trottete eher bedächtig in Richtung Eigenheim, entlang den Einfamilienhäusern in der Villinger Südstadt, auf die die Sonne ihre kräftigen Strahlen lenkte.

Mitten auf der Hummelschen Haustür prangte ein mit einer Rosengirlande verzierter Klebezettel.

"Blumen JEDEN Abend gießen, Rasen sprengen. BITTE ", stand in Elkes mädchenhafter Schönschrift auf dem Papier. Es war exakt mittig auf die weiße Holztür geklebt.

Hubertus zog den Zettel ab und fuhr sich durch die verschwitzten Haare, die seinen runden Kopf nur noch spärlich bedeckten. Typisch an dieser Bewegung war auch, dass sie mit einem leichten Kratzen der Fingernägel am Hinterkopf endete.

Was sollte so ein Hinweis auf der Haustür? Sollten auch die Nachbarn mitbekommen, dass er seine Pflichten vernachlässigte? Die nahmen ohnehin zu regen Anteil an seinem Leben.

Die Sonne schien plötzlich nicht mehr wohltuend, sondern schlichtweg heiß. Zu heiß. Jedenfalls für seine 104 Kilogramm.

Verbürgen hätte er sich für die genaue Kilo-Angabe übrigens nicht können. Die letzte Zwangswiegung beim Arzt war etwa fünf Jahre her – und damals hatte er schon das Gefühl gehabt, das Ding müsse defekt sein oder der Mediziner die Waage irgendwie manipuliert haben, um ihn behandlungsbedürftiger erscheinen zu lassen. Über hundert? Er?

93 Kilo, gut. 95 vielleicht, nach Weihnachten. Aber maximal.

Schnaufend schleppte er sich über die Schwelle des 50er-Jahre-Häuschens.

Die nächste Nachricht erwartete ihn nur wenige Schritte weiter im Flur – am Spiegel, der zwischen einem eisernen Gott Shiva und einem golden schimmernden Buddha hing.

Das Bodenständige innerhalb ihrer vier Wände ging auf Hubertus zurück: Bücher über die Schwäbisch-Alemannische Fasnacht, Bildbände über Zähringerstädte und Jubiläen heimischer Vereine, natürlich auch die geläufige Belletristik von Simmel bis Stephen King.

Die deutschen Klassiker, die er für den Schulunterricht benötigte, befanden sich im Arbeitszimmer. Er respektierte sie, richtig zu Herzen gingen ihm aber weniger Goethe und Schiller als Narro und Morbili – die Villinger Fasnachtsfiguren.

Für den bunten Religionsmischmasch im Hause Hummel zeichnete Elke verantwortlich. Synkretismus hieß eine solche Mischung, das wusste Hummel. Als Lehrer wurde von einem ohnehin erwartet, dass man über so gut wie alles Auskunft geben konnte. Er wusste in aller Bescheidenheit – nun, ja – ziemlich viel. Mit seinen Mitte 40 war Hummel Bildungsbürger, wie er bodenständiger Schwarzwälder war. Und wer das für einen Widerspruch hielt, dem konnte er durchaus einen einstündigen Vortrag darüber halten. Bodenständigkeit, so sagte er stets, sei nicht mit Oberflächlichkeit oder gar Dummheit zu verwechseln. Im Gegenteil.

"Villingen trifft Freiburg", sagte sein Journalistenfreund Klaus Riesle über Hubertus – und das war nicht ganz falsch. Die Jahre an der Uni hatten durchaus die eine oder andere Spur bei Hummel hinterlassen, aber im Grunde seines Herzens war er immer ein echter Villinger geblieben. Ein traditionsbewusster, stolzer Kleinstädter.

Elke war anders: feingliedriger, zarte

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