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Ich bin dein Tod Kriminalroman von Löhnig, Inge (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 29.06.2020
  • Verlag: Ullstein
eBook (ePUB)
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Ich bin dein Tod

Ich bin dein Tod. Mich hast du verdient.
Ein Mörder schickt seinen Opfern Nachrichten, bevor er sie tötet. Die Suche nach ihm wird für Kommissar Dühnfort zur besonderen Herausforderung. Er hat gerade seine neue Stelle in der Abteilung Operative Fallanalyse angetreten und muss sich bewähren. Als das Team der Profiler im Laufe mehrerer Wochen zu verschiedenen Tatorten gerufen wird, erkennt er als Erster den Zusammenhang. Doch sein Vorgesetzter glaubt nicht an einen Serienmörder. Ein fataler Fehler. Schon als Kind verfügte Inge Löhnig über so viel Fantasie, dass ihre Geschichten noch heute in der Familie legendär sind. Neben dem Beruf als Grafik-Designerin war Schreiben lange ein Hobby. Erst mit dem Erscheinen der Reihe um den Münchner Kommissar Konstantin Dühnfort wurde daraus die neue Profession. Die Kriminal-Romane von Inge Löhnig sind ebenso regelmäßig auf der Bestsellerliste zu finden, wie die spannenden Familien-Romane, die sie unter dem Pseudonym Ellen Sandberg veröffentlicht. Die Autorin lebt mit ihrer Familie in der Nähe von München.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 368
    Erscheinungsdatum: 29.06.2020
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783843722483
    Verlag: Ullstein
    Serie: Ullstein Taschenbuch 29096
    Größe: 2883 kBytes
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Ich bin dein Tod

1

Als Dühnfort an diesem Morgen Anfang Oktober seinen Arbeitsplatz im K 16 der Münchner Kriminalpolizei betrat, stieg ihm erst Kaffeeduft in die Nase, dann erklang das vertraute Zischen der Milchschaumdüse seiner Pavoni. Anja Bartholomei hantierte in der Tee-Ecke - die von seinen neuen Kollegen mittlerweile in Café Tino umbenannt worden war - mit seiner Espressomaschine, die mit ihm umgezogen war. Von der Mordkommission in der dritten Etage in die Abteilung Operative Fallanalyse in der vierten.

"Guten Morgen, Tino!"

"Hallo, Anja!"

Die Weiterbildung zum Fallanalytiker lag hinter ihm. Seit einer Woche war er nun Mitglied der OFA und noch nicht wirklich angekommen.

"Auch einen Cappu?"

"Danke. Ich hatte grad einen zum Frühstück."

Schwungvoll goss Anja die aufgeschäumte Milch in die Tasse. "Wie schnell man sich an Luxus gewöhnt, ist sagenhaft. Ich weiß gar nicht mehr, wie wir bisher ohne deine Pavoni ausgekommen sind."

Er musste lachen. "Ist mir auch absolut schleierhaft." Mit einem Lächeln durchquerte er den OFA-Raum, dessen beherrschende Elemente ein ovaler Konferenztisch und eine Wand aus Whiteboards waren. Keine Bilder an den Wänden, kein ablenkender Schnickschnack. Ein Zentrum für konzentrierte Arbeit. Hier traf sich das Team, um Fälle zu analysieren, Hypothesen zu entwickeln und Täterprofile zu erstellen.

Das Großraumbüro war in einzelne Bereiche unterteilt, die Dühnfort für sich Karrees nannte. Stellwände trennten sie voneinander ab und gaukelten Privatheit vor, wo in Wahrheit nichts privat blieb. Jeder sah den anderen und konnte Telefonate mithören. Sein altes Büro war ihm lieber gewesen. Er schätzte es, eine Tür hinter sich schließen zu können.

Die Arbeitsplätze waren identisch möbliert. Schreibtisch mit PC, Sideboard und Regal. Alles ergonomisch sinnvoll angeordnet. Ein beinahe lautloser Seufzer entfuhr Dühnfort beim allmorgendlichen Blick aus dem Fenster. Eine Aussicht, an die er sich immer noch nicht gewöhnt hatte und vermutlich auch nie gewöhnen würde.

Seit das Kriminalfachdezernat 1 mit seinen nachgeordneten Kommissariaten von der Münchner Innenstadt in den Stadtteil Sendling umgezogen war, blickte er auf Wertstoffhof und Kleingartenanlage. Adieu, Frauenkirche, adieu, Löwengrube, vom Viktualienmarkt ganz zu schweigen. All das vermisste er noch immer schmerzlich.

Nachdem er den Rechner gestartet hatte, las er erst einmal online Nachrichten. Offenbar war seine ehemalige Kollegin und Nachfolgerin bei der Mordkommission Kirsten Tessmann im Fall des Messermords im Englischen Garten weitergekommen. Die Onlinemedien berichteten, dass der Beschuldigte gestanden hatte, allerdings ohne ein Motiv zu nennen.

Anja ging hinter ihm vorbei. Ihr Schritt verharrte, als sie den Artikel auf seinem Monitor sah. "Ich verstehe es nicht. Weshalb ersticht jemand einen anderen, den er nie zuvor gesehen hat? Ohne ein Wort. Einfach so. Geradezu beiläufig. Psychisch krank scheint er ja nicht zu sein."

Anja war aus dem Rauschgiftdezernat zur OFA gewechselt. Sie war direkt und analytisch und sah umwerfend gut aus. Eine elfenhafte Schönheit mit schulterlangem hellem Haar. Außerdem Meisterin in Taekwondo, allerdings begleitet von dem Gerücht, manchmal die Kontrolle zu verlieren und auszurasten. Angeblich hatte sie deswegen bereits zwei interne Ermittlungsverfahren überstehen müssen.

"Vielleicht ist Frust das Motiv", meinte er. "Eine unbestimmte Wut auf alles und jeden. Das breitet sich immer weiter aus. Die Leute rasten wegen nichts aus. Hast du von dem Zahnarzt gehört, der eine Fußgängerin angefahren hat, nur weil sie es gewagt hat, den Zebrastreifen zu betreten, als er sich näherte?"

Anja nickte. "Der Lack der Zivilisation wird täglich dünner." Sie verschwand in ihrem Karree, das sich in einem Neunziggradwinkel zu seinem befand.

Manfred Trebing kam als Nächster. Seit vier Jahren bei der OF

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