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Ich bin der Schmerz Thriller von Cross, Ethan (eBook)

  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Ich bin der Schmerz

Die Shepherd Organization wurde gegründet, um besonders grausame Fälle aufzuklären. Diesmal haben es Marcus Williams und sein Team mit dem 'Anstifter' zu tun, einem Killer, der zuerst die Familie eines unbescholtenen Mannes entführt, bevor er diesem befiehlt, einen anderen unbescholtenen Mann zu töten. Weigert sich der Erpresste, werden seine Lieben brutal ermordet. Auf der Jagd erhält Marcus Hilfe von seinem Bruder, dem Serienkiller Francis Ackerman jr. Denn dieser weiß, wer hinter dem Anstifter steckt: sein Vater. Der, der ihn zu dem gemacht hat, was er ist: dem absolut Bösen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 430
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732514045
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Serie: Shepherd 3
    Originaltitel: Father of Fear
    Größe: 643 kBytes
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Ich bin der Schmerz

1

Ihr richtiger Name war Rhonda Haynie, aber ihre Kunden nannten sie nur "Scarlett". Keiner von ihnen hatte sie je nach ihrem Nachnamen gefragt oder wissen wollen, ob wirklich Scarlett in ihrer Geburtsurkunde stand. Die Männer, die sie bezahlten, interessierten sich nicht für sie als Person. Sie zahlten für ein Fantasiebild, und das bekamen sie auch. Einige dieser Fantasien stießen an die Grenzen dessen, was Rhonda für Geld zu tun bereit war; sie offenbarten in manchen Menschen, die nach außen ganz normal wirkten, Abgründe an Perversion.

Als Rhonda die Tür des Motelzimmers öffnete, wusste sie sofort, dass der Job in dieser Nacht sie wieder an diese Grenzen führen würde.

Die Farbe an den Wänden hatte ihr Leben vermutlich als Mattweiß begonnen, war jedoch zu einem hässlichen Gelb gealtert. Eine einsame Lampe erhellte die hinterste Ecke des Zimmers, ließ den größten Teil aber im Dunkeln. Unter der Decke hingen keine Lampen, und das war gut so, denn auf diese Weise blieben die fleckige Bettwäsche und der Fußboden, der vermutlich einmal im Jahr gefegt wurde, vor den Blicken verborgen. Billige Drucke, die plätschernde Bäche und einsame Wälder zeigten, verdeckten ausgebesserte Stellen, wo betrunkene Bewohner Löcher in die Wände geschlagen hatten. Aus irgendeinem Grund waren sämtliche Bilder entfernt und in einer Ecke gestapelt worden. Das Bett war unberührt, aber eine Decke und ein Kopfkissen lagen zerknüllt vor der gegenüberliegenden Wand auf dem Boden. Im Zimmer roch es, als hätte der Teppich tagelang draußen im Regen gehangen.

Kein Wunder, dass die anderen Zimmer des Motels frei zu sein schienen und auf dem Parkplatz kein Auto stand.

Dann sah Rhonda den Kunden. Er hatte einen alten Schreibtischstuhl mitten ins Zimmer gestellt und sich mit Handschellen darangekettet. Nun saß er da, ohne Hemd, und starrte an die Wand - eine in Dunkelheit gehüllte, gespenstische Gestalt.

Rhonda überkam ein ungutes Gefühl, aber die Miete musste bezahlt werden, also trat sie vorsichtig ins Zimmer und schloss die Tür hinter sich.

"Hallo, Darling. Offenbar bist du schon bereit für mich", säuselte sie, trat an die Kommode und schaltete eine weitere kleine Lampe ein.

Als sie sah, was das Licht offenbarte, schnappte sie nach Luft.

Narben bedeckten Brust und Arme des Mannes. Als Rhonda noch auf den Straßen gelebt hatte, hatte sie vieles gesehen, aber so etwas nie: Verbrennungen, Schnittwunden, Schusswunden. Mehr Narbengewebe als gesunde Haut. Der Körper des Mannes war ein lebender Leitfaden für Schmerz und Leid.

"Stimmt was nicht?", fragte er mit tiefer, fester Stimme.

Rhonda zwang sich, dem Mann zum ersten Mal ins Gesicht zu blicken. Es passte nicht zum verunstalteten Körper. Es war ein attraktives Gesicht. Jung. Ausdrucksstark. Wache, kluge Augen.

Rhonda fragte sich oft, was ihre Kunden dazu bewog, die Dienste einer Frau in Anspruch zu nehmen, wie sie eine war. Bei diesem Mann waren die Gründe offensichtlich. Wer wagte sich mit solchen Narben schon ans Tageslicht?

Rhonda schenkte ihm ihr verführerischstes Lächeln. "Nein, Süßer, alles in Ordnung. Gib mir 'ne Minute, um mich frisch zu machen, dann fangen wir an."

Sie ging zum Bad, doch seine nächsten Worte ließen sie innehalten. "Das brauchen Sie nicht. Zwischen uns wird es keinerlei sexuelle Aktivität geben."

"Was?" Rhonda erstarrte. "An was für Aktivitäten hast du ... haben Sie denn gedacht?"

"Auf der Kommode liegt ein Messer. Ich möchte, dass Sie mich damit schneiden. Drücken Sie mir die Spitze ins Fleisch und machen Sie einen schönen langen Schnitt. Fangen Sie an einem Trizeps an."

Rhonda hatte in ihrem Job mehr als genug verrückte Aufforderungen erhalten. Manche Männer wollten geschlagen, ausgepeitscht oder sonst wie gedemütigt werden, oder sie, Rhonda, musste sich die abgefahrensten Outfits anziehen, um den Typen ihre kranken Fantasien zu erfüllen. Aber noch nie hatte ei

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