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Ich weiß, wo sie ist Thriller von Caves, S. B. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 03.12.2018
  • Verlag: HarperCollins
eBook (ePUB)
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Ich weiß, wo sie ist

Zehn Jahre nach dem Verschwinden ihrer Tochter Autumn bekommt Francine einen Zettel durch den Briefschlitz geschoben, auf dem steht: Ich weiß, wo sie ist.
Am nächsten Tag steht ein junges Mädchen vor ihr und behauptet, den Brief geschrieben zu haben. Francine hält es für einen grausamen Scherz. Doch das Mädchen weiß erschreckend viel über ihre Tochter. Ist Autumn noch am Leben? Kann sie sie finden? Oder ist es bereits zu spät?

"Dieses explosive Debüt packt den Leser von der ersten Seite an und lässt ihn nicht mehr los. Düster, erschreckend und wahnsinnig spannend."
The Sun

S. B. Caves wurde in London geboren und ist dort aufgewachsen. Er liebt Horrorfilme, Thriller aus Korea und Japan und True-Crime-Dokumentationen. "Ich weiß, wo sie ist" ist sein Debüt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 304
    Erscheinungsdatum: 03.12.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783959677967
    Verlag: HarperCollins
    Originaltitel: I Know Where She Is
    Größe: 1900 kBytes
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Ich weiß, wo sie ist

1. KAPITEL

Francine bemerkte den Brief erst auf dem Weg in die Küche, als sie sich ein neues Glas Wodka holen wollte. Auf dem grauen Teppich fiel der weiße Umschlag auf. Automatisch ging sie davon aus, dass es sich um einen Werbeflyer für Fast Food handelte. Sie hob ihn auf und drehte ihn um. Er hatte keine Adresse, keine Briefmarke, und die Lasche war nicht festgeklebt, sondern nur hineingesteckt. Sie nahm ihn mit in die Küche, stellte ihr Glas auf die Arbeitsfläche und zog ein kleines, unliniertes Blatt Papier aus dem Umschlag. Fünf Wörter waren in gezackter Krakelschrift hingeschmiert:

ICH WEISS, WO SIE IST.

Sie brauchte einen Moment, um die Bedeutung zu erfassen. Scharf sog sie die Luft ein und ließ ihre Augen noch einmal über die Schrift gleiten, um sicherzugehen, dass sie sich nicht verlesen hatte. Sie öffnete den Umschlag und hielt ihn kopfüber, als würde so die Erklärung herausfallen. Ihr wurde bewusst, dass sie schwer atmete, und sie schwitzte plötzlich in ihrer Bluse.

Sie faltete das Blatt Papier wieder zusammen und steckte es vorsichtig zurück in den Umschlag, bevor sie zur Haustür ging und sie mit Schwung öffnete. Barfuß trat sie auf den kalten Betonboden hinaus und schaute nach rechts und links. Niemand da. Sie ging zum Balkon hinüber und suchte den verlassenen Vorplatz auf Bewegungen ab. Beim Umdrehen bemerkte sie, dass Licht unter der Tür von Nummer 40 hervorschien. Als sie klingelte, hörte sie von drinnen gedämpfte Fernsehgeräusche.

Die kleine chinesische Frau öffnete und starrte sie ausdruckslos von unten an.

"Hi." Francine zögerte, weil sie nicht wusste, ob die Frau überhaupt Englisch sprach. "Entschuldigen Sie die Störung. Ich wohne nebenan." Sie zeigte auf ihre Haustür, obwohl sich ihre Wege fast jeden Tag kreuzten. Zwischen ihnen gab es eine unausgesprochene Regel: Ich werde dich nicht mit Small Talk oder sinnlosen Höflichkeiten belästigen, wenn du mir dieselbe Freundlichkeit erweist. Das hatte gut geklappt, bis jetzt. "Jemand hat mir heute einen Brief unter der Tür hindurchgeschoben. Es stand kein Absender drauf. Haben Sie vielleicht irgendwen zu meiner Wohnung gehen sehen?"

"Nein", antwortete die Frau mit einem zaghaften Kopfschütteln.

"Sie haben auch sonst niemanden hier im Haus herumlungern sehen? Jemanden, den Sie noch nie bemerkt haben?"

"Nein", sagte die Frau, inzwischen abwehrend.

"In Ordnung, ich danke Ihnen."

Die chinesische Frau ließ sie nicht aus den Augen, während Francine zu Nummer 36 hinüberging und dort klingelte. Nach drei vergeblichen Versuchen kehrte sie fluchend in ihr Apartment zurück. Sie schenkte sich einen neuen Wodka ein und betrachtete den Umschlag. Wie konnte man eine so kryptische Nachricht ohne Kontaktmöglichkeit hinterlassen? Als beim nächsten Schluck Wodka auf ihre Bluse schwappte, machte sie sich nicht die Mühe, den Fleck trocken zu tupfen. Sie drehte und wendete das Rätsel, um ihm irgendeinen Sinn zu entlocken. Obwohl der Alkohol sie ein wenig benommen gemacht hatte, konnte sie noch klar denken. Entweder erlaubte sich der Schreiber der Nachricht einen miesen Scherz - oder er sagte die Wahrheit. Vielleicht hatten ein paar Kids, die ihre Geschichte kannten, ihre Anschrift herausgefunden. Dieses Szenario erschien ihr allerdings sehr unwahrscheinlich. Seit sie eingezogen war, hatte sie niemand mehr behelligt. Und wie sollte jemand an ihre Adresse kommen, bei den Vorkehrungen, die sie getroffen hatte, damit genau so etwas nie geschehen würde?

Nein, das hier fühlte sich anders an. Gerade die Unbestimmtheit der Nachricht war verstörend. Wenn jemand alte Wunden aufreißen wollte, so ihre Erfahrung, dann tänzelte er nicht auf Zehenspitzen drum herum; die kranken Schweine suhlten sich in jedem expliziten Detail, mit dem einzigen Ziel, sie zu verletzen.

Aber was konnte es noch bedeuten? Sie schleppte sich ins Wohnzimmer und nahm ihr Handy vom Sofa. Ihre vom Alkohol ungeschickt gew

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