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Identität unbekannt Thriller von Martens, Anna (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 30.11.2015
  • Verlag: Midnight
eBook (ePUB)
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Identität unbekannt

Ein totes Mädchen, das niemand vermisst, stellt die Polizei vor große Rätsel ... Wer ist das kleine Mädchen, dessen Leiche in einem idyllisch gelegenen Weiher gefunden wird? Die Ermittlungen der Münchner Kripo laufen ins Leere. Woher stammt das unbekannte Kind und was ist ihm vor seinem Tod zugestoßen? Die smarte Kriminalreporterin Claudia Brandes versucht auf eigene Faust, Licht ins Dunkel zu bringen und ist immer mehr davon überzeugt, dass der Mörder eine persönliche Beziehung zu dem Mädchen hatte. Bei ihrer Suche gerät die Reporterin in ein Netz aus Lügen, falscher Nächstenliebe und Gewalt. Und wird bei ihren Recherchen von den Schatten ihrer eigenen Vergangenheit eingeholt ... Von Anna Martens sind bei Midnight erschienen: Engelsschmerz Identität unbekannt Blinde Schatten Als Kind stand Anna Martens am liebsten in der Dorfkneipe ihrer Großmutter hinter dem Tresen, um den kleinen und großen Geschichten zu lauschen, die das Leben schreibt. Studium und Beruf führten sie zunächst in eine völlig andere berufliche Richtung, aber das Interesse an Menschen und ihren Erzählungen blieb. Mit vierzig erfüllte sich Anna Martens einen langgehegten Wunsch, verfasste ihre erste Shortstory und entschloss sich spontan beruflich umzusatteln. Seither schreibt die Autorin, die in Süddeutschland und Nordholland lebt, Krimis und Psychothriller unter verschiedenen Namen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 352
    Erscheinungsdatum: 30.11.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783958190580
    Verlag: Midnight
    Größe: 4895 kBytes
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Identität unbekannt

1.

Mit einem geschickten Manöver wendete Claudia Brandes mitten auf der befahrenen Hauptstraße und ergatterte so einen der raren Parkplätze vor dem Postamt. Wieder einmal war sie froh, einen Smart zu fahren, der beinahe in jede Lücke passte. Notfalls quer. Das barg zwar das Risiko eines Strafzettels, ersparte ihr aber eine Menge Rennerei und Zeit. Sie umrundete das Fahrzeug, zog das riesige Paket heraus, das nur mit offenem Verdeck auf den Beifahrersitz gepasst hatte, und eilte in die Schalterhalle. Abrupt musste sie ihren Lauf wieder abbremsen. Wie jedes Mal, wenn sie sich entschloss, eine Retoure aufzugeben, stand dort eine Schlange, wie es sie sonst nur in der Vorweihnachtszeit gibt. Ein einziger Schalter des Postamtes war geöffnet. Es half nichts. Sie hatte die Abgabe schon viel zu lange hinausgezögert und musste wohl oder übel warten. Alternativ konnte sie Klamotten behalten und zahlen. In Anbetracht ihres Kontostandes keine gute Idee.

Sie schaute auf die Uhr. Es stand zwar kein Termin an, aber allein die Vorstellung, in der Halle mindestens zehn Minuten tatenlos herumzustehen, machte sie nervös. Geräuschvoll ließ sie das Paket zu Boden rutschen.

"Passen Sie doch auf!", meckerte die Frau vor ihr. "Durch Ihr Schubsen geht's auch nicht schneller."

Claudia war sich sicher, die Frau nicht berührt zu haben, beschloss jedoch, nichts zu erwidern. Von hinten kam ein Kleinkind mit Trippelschritten angeflitzt.

"Jacob-Leander, du sollst doch bei der Mama bleiben!"

Jacob-Leander war offensichtlich anderer Meinung. Statt zu ihr zurückzukehren, zog er eine Grußkarte aus dem Ständer, steckte sie wieder hinein, nahm die nächste. Amüsiert beobachtete Claudia, wie der Junge binnen weniger Sekunden ein völlig neues System in die Auslage brachte. Die Mutter bekam davon nichts mit, so sehr zogen sie die neuesten Mitteilungen in ihren Bann, die auf ihrem Smartphone eingingen.

Seufzend beobachtete Claudia die Wanduhr, deren Zeiger sich genauso langsam bewegten wie der Postbeamte hinter dem Tresen, als eine SMS auf ihrem Handy einging. Die Pressestelle des Polizeipräsidiums. Claudia rief unmittelbar bei Waldemar Ott an, der dort die Leitung innehatte und mit dem sie bereits einige Jahre zusammenarbeitete.

"Morgen, Waldemar! Ich habe gerade die SMS gesehen. Was haben wir denn so früh am Morgen?"

"Servus, Claudia! Ich denke, du solltest dich beeilen. Wir haben ein totes Kind gefunden."

"Scheiße!", entfuhr es Claudia, und ihr Blick fiel instinktiv auf den kleinen Jungen, der mittlerweile seine Aufmerksamkeit auf die bunten Stifte gerichtet hatte. Sie sah erneut auf die Wanduhr. "Ich bin noch bei der Post, mache mich aber sofort auf den Weg. Wohin genau?"

Er gab ihr die Adresse durch.

"Kenne ich. Danke für die Info. Ich beeile mich."
Claudia betrachtete die Schlange vor sich, überlegte kurz, ob sie sich an die Meckertante oder an die Mutter wenden sollte, und entschied sich spontan für Letztere.

"Entschuldigen Sie, ich hab es total eilig. Könnten Sie ...?"

Claudia trat näher an die Frau heran, als sie bemerkte, dass diese ausgerechnet jetzt die Machenschaften ihres Sohnes zu bemerken schien, und legte ein Quäntchen Dramatik zu: "... also, ich dürfte Ihnen das eigentlich gar nicht sagen, aber es geht um eine polizeiliche Ermittlung. Ich muss dringend zu einem Tatort. Und da wollte ich fragen, ob Sie wohl mein Päckchen ... Sie müssen es nur abgeben. Sehen Sie, es ist eine Rücksendung, komplett frankiert."

Mit einem eifrigen Nicken steckte die Mutter ihr Handy in die Tasche und nahm das Paket mitsamt Einlieferungsschein entgegen.

"Na klar. Versteht sich doch von selbst."

"Danke", warf Claudia der Frau zu, während sie bereits mit großen Schritten aus der Halle lief. Sie hörte noch, wie die junge Mutter Jacob-Leander ermahnte: "Die Frau ist von der Polizei. Wenn du jetzt nicht sofort herkommst, hole ich sie zurück!"

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