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Im Dunkel der Angst Roman von Rader-Day, Lori (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 17.09.2018
  • Verlag: Goldmann
eBook (ePUB)
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Im Dunkel der Angst

Ein heftiger Schlag. Rotes Blut im Wasser des Sees. Danach nur noch Schwarz. Anna Winger starb nicht an jenem Tag, aber seither lebt sie in Angst. Rastlos zieht sie mit ihrem Sohn von Stadt zu Stadt, scheut den Kontakt zu anderen Menschen. Als Graphologin muss sie ihr Gegenüber nicht sehen, um in ihm lesen zu können, es reicht ein Blick auf dessen Handschrift. Dann verschwindet ein zweijähriger Junge und seine Babysitterin wird ermordet. Die einzige Spur: eine handschriftliche Notiz. Anna wird hinzugezogen, und alles, was sie für immer hinter sich lassen wollte - die Dunkelheit, die Gewalt, der Tod -, drängt unaufhaltsam an die Oberfläche ...

Lori Rader-Days Spannungsromane wurden in ihrer Heimat USA mit renommierten Preisen ausgezeichnet und von der Presse gefeiert. Mit "Im Dunkel der Angst" haben erstmals auch deutschsprachige Fans von psychologischer Spannungsliteratur die Chance, diese Autorin für sich zu entdecken. Lori Rader-Day lebt in Chicago.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 448
    Erscheinungsdatum: 17.09.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641221195
    Verlag: Goldmann
    Originaltitel: The Day I Died
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Im Dunkel der Angst

ERSTES KAPITEL

A ls die freiwilligen Sucherinnen mit ein paar Flyern vor meiner Tür standen, hatten ihr Eifer und ihre Anteilnahme schon ein wenig nachgelassen. Ich hatte gerade die Nachrichten gesehen und war das Kind auch schon ein wenig leid. Dennoch konnte ich nicht wegschauen. Der Junge war eigentlich noch ein Baby - und schon den ganzen Tag verschwunden. Er hatte tiefbraune Augen, und seine Haare waren zerzaust wie der Flaum eines Kükens. Zwei Jahre alt. Er war nicht die Straße hinuntergetapst, um den Nachbarshund zu streicheln, und man hatte ihn auch nicht mit einer Handvoll Pennys für Süßigkeiten auf halbem Weg zum Kiosk aufgegriffen. Das hier war ernst. Vermisst.

"Haben Sie diesen kleinen Jungen gesehen?", fragte eine der Frauen. Die andere gähnte hinter vorgehaltener Hand. Beide trugen Leggings und Sweatshirts mit einem Aufdruck des Sportclubs der Parks Junior Highschool. Die eine hatte zwei geflochtene Zöpfe wie ein kleines Mädchen, und die andere, die Schläfrige, trug ihre Haare mit einem Band zusammengefasst, wahrscheinlich ließ sie eine schlechte Ponyfrisur herauswachsen. Die Straße hinter ihnen war von den Eingangslampen der Nachbarhäuser beleuchtet.

"Ich habe ihn in den Nachrichten gesehen", sagte ich, nahm einen der angebotenen Flyer und las, was ich schon gehört hatte: Aidan Ransey, Größe, Gewicht. So klein. "Wie lange ist er schon weg?"

"Seit heute Morgen", antwortete die mit den Zöpfen, aber der anderen gefiel meine Neugier nicht, das merkte ich. Entweder hatte sie schon genug Fragen gehört, oder meine war nicht von der richtigen Sorte. "Aus dem eigenen Bett verschwunden", sagte die Zopffrau mit stockender Stimme. Wahrscheinlich dachte sie jetzt an andere Kinder, die gerade in ihren Betten schliefen oder darauf warteten, dass ihre Mommys von ihren guten Taten nach Hause kamen. "Ich kann es nicht glauben", sagte sie kopfschüttelnd.

Die andere Frau warf ihrer Freundin einen scharfen Blick zu. Sie konnte es glauben. "Schauen Sie", sagte sie zu mir, um zum Punkt zu kommen. "Können Sie einen dieser Flyer in Ihrem ..." Sie blickte an mir vorbei auf die Treppe mit dem abgewetzten Läufer und dann in den Hausflur mit der Lampe, die eine neue Glühbirne nötig hatte. Ich wohnte oben, aber keiner meiner Nachbarn hätte sich die Mühe gemacht zu öffnen, wenn jemand an die Eingangstür klopfte. Ehrlich gesagt tat ich das normalerweise auch nicht, aber ich hatte gewusst, dass die Helfer kommen würden. Besser die Tür aufmachen. Besser einen Flyer nehmen. "... in Ihrem Waschkeller aufhängen oder so?", sagte die Frau schließlich. "Rufen Sie diese Nummer an, wenn Sie etwas hören oder sehen. Okay? Wir müssen weiter."

"Moment", sagte die mit den Zöpfen. "Ich kenne Sie vom Abholen nach dem Footballtraining. Sind Sie Joshs Mom? Ich bin Calebs Mom, vom Boosters Club."

"Joshua", sagte ich, und meine Zunge fühlte sich schwer an.

"Sie haben noch nie bei der Verpflegung mitgeholfen, glaube ich", sagte sie. "Und das Pancake-Frühstück steht kurz bevor - hier, ich gebe Ihnen meine Telefonnummer." Sie faltete einen der Flyer zusammen, Aidans Gesicht wurde in der Mitte geteilt, und zog einen Stift hervor. "Wir zählen wirklich darauf, dass alle Eltern mithelfen."

Ihre Freundin feixte, als ich den Flyer nahm. "Danke", sagte ich. Es war das zweite Mal an einem Abend, dass ich um Mithilfe gebeten wurde. Mein freiwilliges Engagement beschränkte sich normalerweise darauf, gelegentlich einen Vierteldollar in einen Spendentopf zu werfen. Aber niemals bei Leuten, die eine Glocke läuteten oder an Straßenkreuzungen herumstanden. Das waren Idioten. "Pancakes", sagte ich.

"Das ist die beliebteste Spendenaktion für das Team im ganzen Jahr", sagte Calebs Mom. "Und macht so viel Spaß."

Die Haarband-Frau und ich wechselten einen Blick. "Toll, ja", sagte ich. "Ich hoffe, dass man diesen kleinen Jungen bald findet."

Ein Schatten legte sich auf das Gesic

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