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Im Dunkeln der Tod Roman von Jungstedt, Mari (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 07.10.2008
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
7,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
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Im Dunkeln der Tod

Ein dunkles Geheimnis, ein falscher Freund, eine tödliche Lüge
Ein grausamer Mord erschüttert die Kleinstadt Visby: Erdrosselt hängt der Kunsthändler Egon Wallin an einem Strick im Torbogen der Stadtmauer. Kurze Zeit später wird ein Stockholmer Museum von skrupellosen Kunsträubern heimgesucht. Gibt es einen Zusammenhang? Kommissar Knutas und sein Team ermitteln auf Hochtouren, doch der Mörder hat sein nächstes Opfer längst gefunden.

Mari Jungstedt wurde 1962 in Stockholm geboren und studierte an der dortigen Journalistenschule. Sie arbeitet als Radio- und TV-Journalistin und steht als Nachrichtensprecherin für das schwedische Fernsehen vor der Kamera. Mari Jungstedt ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 384
    Erscheinungsdatum: 07.10.2008
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783894804381
    Verlag: Heyne
    Serie: Anders Knutas Bd.4
    Originaltitel: Den doende dandyn
    Größe: 389 kBytes
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Im Dunkeln der Tod

AN NORMALEN SONNTAGEN herrschte Stille in der Redaktion der Regionalnachrichten im Funkhaus auf Gärdet, und an diesem Tag war es nicht anders. Johan Berg saß verkatert und müde an seinem Schreibtisch und überflog lustlos die Tageszeitungen. Absolut nichts passierte. Weder in Stockholm noch auf Gotland oder in Uppsala, den Gegenden, für die die Redaktion zuständig war. Der gestrige Abend war später und feuchter ausgefallen als geplant. Johan hatte mit seinem besten Freund Andreas, der ebenfalls Journalist war, Bier getrunken. Sie waren im Kvarnen gelandet und blöderweise dann noch mit einigen Kollegen vom Radio auf ein Fest draußen in Hammarbyhöjden gegangen. Erst gegen vier Uhr morgens war Johan über die Schwelle seiner Zweizimmerwohnung in der Heleneborgsgata gestolpert. Die Redakteurin, eine Vertretung, der er nur begrenztes Vertrauen entgegenbrachte, gab ihm den Rest. Er hatte kaum die Jacke ausgezogen, als sie auch schon enthusiastisch ein hoffnungsloses Thema nach dem anderen vorschlug. Sie schien nervös zu sein und nach jedem Strohhalm zu greifen. Herrgott, sie hatten noch zehn Stunden, ehe es Zeit für die armselige Fünfminutensendung wurde, die sie sonntags liefern mussten. Und außerdem hatten sie eine vorproduzierte Reportage. Reg dich ab, verdammt noch mal, dachte er sauer. Ihr bloßer Anblick machte ihn müde. Sie war auch die Programmleiterin, und deshalb außer ihm die Einzige in der Redaktion. Sonntags waren die Mittel so knapp bemessen, dass ein und dieselbe Person die Redaktion und das Programm betreuen musste. Er ließ sich an seinem Schreibtisch nieder und sah sich die verschiedenen Pressemeldungen an, die während des Wochenendes bei der Redaktion eingelaufen waren. Fünfundneunzig Prozent informierten über Events in der Stadt, vom Schlagerstar Markoolio, der das neue Tumba-Zentrus einweihen sollte, bis zum Klöppelkurs im Freilichtmuseum und dem Meerschweinchenrennen in Sollentuna. Etwas, was er verabscheute, waren die speziellen "Tage", die in den letzten Jahren erfunden worden waren. Zuerst hatte es den Tag des Kindes und den Tag des Buches und den Frauentag gegeben, und das war sicher in Ordnung - aber jetzt wimmelte es nur so von Tagen, die gefeiert werden sollten, Zimtbrötchen, Tretauto, Vorort, und dieser Sonntag war offenbar der Tag des Fausthandschuhs. Wozu das Ganze - sollte alle Welt mit selbst gestrickten Fäustlingen durch die Gegend laufen, mit den Händen fuchteln und sich freuen? Würden Gebäck in Form von Handschuhen verkauft und Strickanleitungen getauscht werden? Er hatte fast Lust, darüber zu berichten, einfach, weil alles so blöd war. Die übrigen Pressemitteilungen handelten entweder von Leuten, die mit dem öffentlichen Nahverkehr unzufrieden waren, oder von obskuren kleinen Aktionsgruppen, die gegen alles Mögliche protestierten, einen gefährlichen Schulweg in Gimo, einen von der Schließung bedrohten Kindergarten in Vaxholm oder zu lange Wartezeiten am Telefon der Versicherungskasse in Salem. Johan schüttelte den Kopf, während er eine Pressemitteilung nach der anderen in den Papierkorb warf. Der diensthabende Kameramann ließ sich mit einer Tasse Kaffee nieder, und sie jammerten eine Zeit lang um die Wette, weil es nichts Sinnvolles zu tun gab. Hier und da spürte Johan den auffordernden Blick der Redakteurin, aber er beschloss, sie zu ignorieren. Wenigstens für eine kleine Weile. Er versuchte mehrmals, Emma anzurufen, aber bei ihr war immer besetzt. Wieso kann sie so lange telefonieren, sie muss sich doch um Elin kümmern, dachte er gereizt. Zugleich machte sich die vertraute Sehnsucht bemerkbar. Seine Tochter war acht Monate alt, und noch immer sah er sie nur selten. Er legte auf und schaute zum Redaktionspult hinüber, wo die Redakteurin alle Polizeiwachen im Bezirk anrief, um zu fragen, ob irgendwo etwas Berichtenswertes passiert sei. Sein schlechtes Gewissen nahm über

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